Ein Beirat für Baukultur Abriss des Bad Essener Speichers im Herbst 2018?

Von Rainer Westendorf

Blick auf die Marina in Bad Essen. Im Hintergrund zu sehen ist der Speicher, der voraussichtlich Herbst abgerissen werden soll. Foto: Oliver KratoBlick auf die Marina in Bad Essen. Im Hintergrund zu sehen ist der Speicher, der voraussichtlich Herbst abgerissen werden soll. Foto: Oliver Krato

Bad Essen. Im März ist die Entscheidung gefallen: Der historische Speicher am Mittellandkanal in Bad Essen soll abgerissen werden. Wann wird das Vorhaben umgesetzt? Wie sieht die weitere Planung für das Areal an der Marina aus?

Mit 17 gegen 15 Stimmen votierte der Rat wie berichtet nach längerer Diskussion mehrheitlich für den Antrag der CDU-Fraktion. Danach wird die Verwaltung nun beauftragt, den Rückbau des Speichers unverzüglich zu planen und umzusetzen. Zweiter Punkt: Es wird ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, um das Areal zu überplanen,

Adresse „Hafenstraße 4“

Bad Essen, Hafenstraße 4 – so lautet die postalische Adresse des Kornspeichers am Mittellandkanal. Der Speicher wird abgerissen, wie es der Gemeinderat zuletzt beschlossen hat, und zwar voraussichtlich im Herbst dieses Jahres. Die Adresse „Hafenstraße 4“ solle jedoch auch in Zukunft für etwas Besonderes stehen, sagt Bürgermeister Timo Natemeyer.

Planungsbüro wird gesucht

„Derzeit suchen wir ein Planungsbüro, das die eigentlichen Abbrucharbeiten für uns ausschreibt“, erläutert der Bürgermeister. Die Vergabe der Planungsleistungen sei für die kommende Sitzung des Verwaltungsausschusses am 24. Mai vorgesehen. Die tatsächliche Durchführung der Abbrucharbeiten sei ab Herbst realistisch, „auf jeden Fall nicht vor Ende der Sportbootsaison“, meint Natemeyer

Beirat für Baukultur

Was soll mit der Fläche geschehen? Erste Überlegungen für die spätere Nutzung der entstehenden Freifläche würden bereits in näherer Zukunft angestellt werden. Darüber werde zunächst ein sogenannter „temporärer Beirat für Baukultur“ beraten, früher auch „Gestaltungsbeirat“ genannt, ein Instrument, welches die Architektenkammer Niedersachsen kleineren Kommunen anbiete.

Natemeyer: „Bereits am 23. Mai wollen wir als Vertreter aus Politik und Verwaltung mit fachlicher Unterstützung in einem Workshop des Beirates wegweisende Empfehlungen erarbeiten, wie das Hafengelände weiterentwickelt werden kann.“ Die Ergebnisse könnten dann als Grundlage für einen sich „aller Wahrscheinlichkeit nach“ anschließenden Investorenwettbewerb dienen.

Herausragende Bedeutung

Der Bürgermeister betont, dass innerhalb der Kommunalpolitik auch Einvernehmen darüber bestehe, dass die Bürgerinnen und Bürger in den Prozess einbezogen werden sollten. „Auf welche Weise das genau erfolgen kann, muss noch geklärt werden“, so Natemeyer. „Ich halte es aber auch persönlich für ganz wichtig.“ Schließlich habe man es mit einer Örtlichkeit mit herausragender Bedeutung für Bad Essen zu tun.