Kinderstube der Wildtiere Jägerschaft Wittlage appelliert an die Hundehalter

Vermeintlich verlassene Jungtiere sollten keineswegs angefasst und unbedingt an der Fundstelle belassen werden. Foto: Landesjägerschaft NiedersachsenVermeintlich verlassene Jungtiere sollten keineswegs angefasst und unbedingt an der Fundstelle belassen werden. Foto: Landesjägerschaft Niedersachsen

Altkreis Wittlage. In diesen Wochen erwacht die Natur zu neuem Leben – im wahrsten Sinne des Wortes: Die Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit vieler heimischer Wildtiere ist angelaufen. In Niedersachsen gilt daher bis zum 15. Juli die gesetzliche Anleinpflicht für Hunde im Wald und in der freien Landschaft.

Die Jägerschaft Wittlage bittet daher alle Natur- und Tierfreunde, in den kommenden Wochen um Rücksicht bei Spaziergängen in der freien Natur. Hunde müssen außerhalb der Ortslagen unbedingt an der Leine bleiben, betont Jürgen Gösling, Vorsitzender der Jägerschaft Wittlage.

Störungen führen zu Panik

Nicht nur der tierische Nachwuchs, auch die Elterntiere reagieren besonders sensibel auf Störungen. Im Extremfall verlassen sie ihre Jungen beziehungsweise ihr Gelege oder stellen die Fütterung ein. „Selbst, wenn der brave Hund kein Tier hetzt, entsteht ein Problem“, betont Gösling, „allein sein Geruch kann Panik bei Wildtieren auslösen.“

Das gilt auch beim Auffinden von vermeintlich verlassenen Jungtieren. Erst durch den Geruch von Menschen oder Hunden würden gesunde Jungtiere oft zu hilflosen Waisen. Falsch verstandene Tierliebe bewirke in diesen Fällen leider allzu häufig das Gegenteil.

Ohne Geruch

„Zügig und geräuschlos entfernen und keinesfalls anfassen, sondern an der jeweiligen Fundstelle belassen“, lautet der Tipp der Jäger. „Rehkitze und Junghasen beispielsweise, die durch ihre Farbe gut getarnt sind und in den ersten Lebenstagen keinen Geruch abgeben, werden in den ersten Lebenstagen zum Schutz vor Fressfeinden abgelegt.“ Zur Vermeidung von verräterischen Gerüchen würden die Jungen werden diese tagsüber vom Muttertier häufig allein gelassen. Die Häsin sucht ihren Nachwuchs nur zwei- bis dreimal täglich zum Säugen auf.

Schlimme Folgen für Wildjunge

Die Jägerschaft Wittlage bittet darum, beim Spaziergang auf befestigten Wegen zu bleiben und zumindest außerhalb der Ortslagen immer den Hund angeleint zu führen. Schließlich steckt in fast jedem Hund ein natürlicher Jagdinstinkt. Ist dieser erst geweckt, wird auch die beste Erziehung schnell vergessen. Die Folgen könnten für Wildjunge tödlich sein, auch wenn der Hund ihnen direkt kein Leid zufüge.