Protest gegen Schließungsplan 1500 Unterschriften aus Rabber für die Post AG

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Das Paket mit den Unterschriften wird gleich abgeschickt. Im Bild Ortsbürgermeisterin Ann Bruns mit Ortsratsmitglied Doris Kretschmer-Wurps und Annegret Klausjürgens. Im Hintergrund Ortsratsmitglied Karl Potting und Mitarbeiterin Elke Windhorst. Foto: Rainer WestendorfDas Paket mit den Unterschriften wird gleich abgeschickt. Im Bild Ortsbürgermeisterin Ann Bruns mit Ortsratsmitglied Doris Kretschmer-Wurps und Annegret Klausjürgens. Im Hintergrund Ortsratsmitglied Karl Potting und Mitarbeiterin Elke Windhorst. Foto: Rainer Westendorf

Rabber. Der Postagentur in Rabber droht das Aus. Nach knapp 23-jähriger Tätigkeit will die Post AG die Zusammenarbeit mit ihrer Partnerfiliale im Geschäft Elektro Klausjürgens beenden. Um das zu verhindern, wurde eine Unterschriftenaktion gestartet.

Die Listen sind jetzt in einem Paket an die zuständige Vertriebsleitung Oldenburg mit Sitz in Quakenbrück abgeschickt worden. Die Unterschriftenaktion lief vier Woche lang. „Mehr als 1500 Unterschriften sind zusammen gekommen“, berichtet Mitarbeiterin Elke Windhorst.

Zentraler Anlaufpunkt

Wolfgang und Annegret Klausjürgens wurde mitgeteilt, dass die Post den Bereich der Agenturen neu aufstellt. Es wird umstrukturiert. Künftig soll die Stelle in Bad Essen der zentrale Anlaufpunkt sein.

Der Ortsrat Rabber hatte bereits sofort nach Bekanntwerden der Pläne einen Brief verfasst, um die Post AG zum Umdenken zu bewegen. „Eine Schließung der Postfiliale Rabber würde die Menschen im ländlichen Raum stark benachteiligen, wobei gerade die älteren Bürgerinnen und Bürger betroffen wären, die nicht mehr selbst Autofahren können“, heißt es in dem Schreiben.

Der Ortsrat weist zudem darauf hin, dass in der der Kilometer entfernten Agentur in Lintorf nicht alle Dienstleistungen wie in Rabber angeboten werden. „Sie kann also aufgrund der Entfernung und des Angebots kein Ersatz sein“.

Standort Bad Essen

Der Standort Bad Essen sei ebenfalls keine Alternative, auch wenn dort sämtliche Angebote der Post vorgehalten würden. „Die Parkplatzsituation ist so schlecht, dass es schlicht unzumutbar ist, schwere Pakete durch halb Bad Essen zur Post oder zurück zum Auto oder zum Bus zu tragen“. Ortsbürgermeistern Ann Bruns empfiehlt den Verantwortlichen der Post AG seinen Selbstversuch...

Der Ortsrat betont auch die enge Verbundenheit der Bürger Rabbers mit der Postfiliale und den Mitarbeiterinnen. „Wir sind der Meinung, dass es Aufgabe der Post AG ist, Dienstleister für die Menschen vor Ort zu sein. Die Postfilialen auszudünnen und den Kunden, kilometerweite Wege zuzumuten, wird sicher keine Kundenzufriedenheit schaffen.“

Ortschaft und Kommune

Bad Essens Gemeindebürgermeister Timo Natemeyer hatte ebenfalls einen Brief ähnlichen Inhalts an die Post AG geschickt. Bereits im Jahr 2005 wollte die Post die Stelle in Rabber schließen. Damals wurde ebenfalls eine Unterschriftenaktion gestartet. Mit Erfolg.

Antwort am Freitag

Am Freitag die Post AG hat nun geantwortet. Der Wechsel der Betreiberschaft des Hauptgeschäfts sei Anlass gewesen, die bisherige Angebots- und Nachfragesituation zu bewerten. Ergebnis: Der Standort sei in der jetzigen Form wirtschaftlich nicht weiter zu vertreten. Die Post AG bietet stattdessen einen „Mobilen Postservice“ an. Das ist ein Postzusteller, der eine kleine Postfiliale mit sich führt, Briefmarken anbietet und auch Paketsendungen an der Kundenhaustür mitnimmt. Vorstellbar sei auch, die Präsenz durch einen DHL-Paketshop in dem bestehenden Geschäft in Rabber zu ergänzen. Dazu muss dann ein neuer Vertrag geschlossen werden. Zum Service würden Annahme und Versand von nationalen Paketen und Päckchen gehören, Briefmarkenverkauf und Einschreibemarken sowie die Annahme von frankierten Pakten, Päckchen und Retouren.

Wirtschaftliche Maßstäbe

Es sei zwar verständlich, dass der Ortsrat sich für den Erhalt einsetze – was auch die Unterschriften dokumentierten. Das Unternehmen müsse sich aber neben der Erfüllung von Pflichtversorgungsaufgaben wie dem Mobilen Postservice durchaus an wirtschaftlichen Maßstäben bei Standortfragen orientieren, so die Antwort der Post AG aus Hannover.


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