Investitionen in Kitas und Krippen Die Zahl der Betreuungsplätze im Wittlager Land steigt

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Essen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Es wird kräftig gebaut, nicht nur im Sandkasten, sondern auch an den Kindergärten und Krippen im Wittlager Land. Symbolfoto: Monika Skolimowska/dpaEs wird kräftig gebaut, nicht nur im Sandkasten, sondern auch an den Kindergärten und Krippen im Wittlager Land. Symbolfoto: Monika Skolimowska/dpa

Altkreis Wittlage. Ob in Bad Essen, Bohmte oder Ostercappeln, in allen drei Gemeinden des Altkreises Wittlage werden Kindergarten- und Krippenplätze aufgestockt, zum Teil mit Millionen Investitionen. Ein Überblick über die aktuelle Situation bei der Kinderbetreuung, und die kommunalen Ausbaupläne.

Auf insgesamt 1325 Kindergarten- und Krippenplätze kommt der Altkreis Wittlage nach Angaben des Landkreises Osnabrück. Als Träger der öffentlichen Jugendhilfe ist er dafür zuständig, dass in seinem Gebiet ausreichend Betreuungsplätze in Kindertagesstätten zur Verfügung stehen. Die Karte zeigt alle Einrichtungen in Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln, unterteilt nach Kindergärten und Krippen, sowie ihre jeweilige Kapazität. Ausgenommen ist der Heilpädagogische Kindergarten „Die Burgmäuse“ in Bad Essen-Wittlage.

Mit Beginn des neuen Kindergartenjahres am 1. August 2018 wird die Übersicht schon wieder überholt sein. Denn es wird kräftig erweitert. Die Gemeinde Bohmte hat bereits im Jahr 2016 ihr Kindergartenkonzept verabschiedet. Darin sind die Sanierung und der Ausbau der fünf Einrichtungen in den Ortschaften festgeschrieben: Zuerst wurde der katholische Kindergarten St. Johann in Bohmte um eine zusätzliche Krippengruppe erweitert. Mit ihren 119 Plätzen ist die Einrichtung jetzt die Größte im Wittlager Land.

Investitionen in Bohmter Ortschaften

In das Familienzentrum „Wirbelwind“ steckt die Gemeinde Bohmte 2,1 Millionen Euro. Im Anbau soll ab August 2018 eine zusätzliche Krippengruppe mit 15 Plätzen eingerichtet werden. Außerdem soll eine Nachmittagsgruppe in eine Ganztagsgruppe umgewandelt werden, und braucht entsprechend mehr Räume. Der 900.000 Euro teure Anbau am evangelischen Kindergarten Hunteburg soll im Oktober 2018 fertig sein und unter anderem Platz für einen Essraum und einen Wickelbereich bieten. Außerdem bekommt die Krippe einen eigenen Eingang.

So sah es am Kindergarten Wirbelwind noch im letzten November aus. Inzwischen wurde Richtfest gefeiert. Archivfoto: Oliver Krato

In direkter Nähe, beim katholischen Kindergarten „Regenbogen“, wird Platz für eine altersübergreifende Gruppe geschaffen. Außerdem entstehen ein Schlafraum für die Ganztagskinder und ein Wickelraum. Der Kindergarten Hummelhof in Herringhausen bekommt ebenfalls mehr Platz für seine Krippengruppe. Die wurde wegen der hohen Nachfrage bereits 2016 mit 10 Plätzen gegründet und bekommt nun die notwendigen Räumlichkeiten, um noch fünf weitere Kinder aufzunehmen. Die Fertigstellung soll zum Kindergartenjahr 2018/19 erfolgen.

Bohmte ist auf einem guten Weg

Mit ihren Investitionen ist die Gemeinde Bohmte auf einem guten Weg, ausreichend Kindergarten- und Krippenplätzen anzubieten, so eine Analyse des Landkreises Osnabrück. Eng wird es demnach nur in Stirpe-Oelingen-Herringhausen. Dort befürchtet der Landkreis, dass „das vorgehaltene Betreuungsangebot voraussichtlich nicht ausreichen wird, um den Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung ab Vollendung des ersten Lebensjahres (...) zu erfüllen.“ Basis für die Berechnungen sind die Einwohnermeldestatistiken, die heute schon einen Hinweis darauf geben, wie viele 0- bis 6-Jährige bis 2021 betreut werden müssen.

Wie wirken sich Zuzüge aus?

Nicht abzusehen ist, wie sich eine mögliche Beitragsfreiheit für Kinderbetreuung, wie die von der Großen Koalition in Hannover angestrebt wird, auf die Bedarfsplanung auswirken wird. Außerdem sind in der Bedarfsplanung des Landkreises Zuzüge junger Familien, zum Beispiel in die zahlreichen Neubaugebiete im Wittlager Land, nicht einkalkuliert. Auch dadurch kann örtlich ein zusätzlicher Bedarf an Kinderbetreuung entstehen.

Die Gemeinde Bad Essenwappnet sich dafür ebenfalls mit einer Erweiterung ihres Betreuungsangebots: In der Kindertagesstätte Wittlage wird seit dem Sommer 2017 eine zusätzliche Integrationsgruppe mit 18 Plätzen, davon vier zur Förderung von Kindern mit Behinderung, angeboten. Der Natur- und Erlebniskindergarten am Essenerberg hat außerdem eine weitere Kindergartengruppe mit 10 Plätzen gegründet. Die Kindertagesstätte Wehrendorf wurde um eine Nachmittagsgruppe ergänzt. Der Kindergarten Brockhausen soll ab dem 1. August 2018 zum ersten Mal eine Krippengruppe aufnehmen. Für die baulichen Maßnahmen veranschlagte die Gemeinde in ihrem Haushalt 2017 rund 210.000 Euro.

Betreuungsplätze in Wittlage bleiben knapp

Der Landkreis Osnabrück führt für die einzelnen Ortschaften der Gemeinde Bad Essen keine Planung aus. Eine exakte Zuordnung zu den Kindertagesstätten sei nicht möglich, heißt es. Allgemein hält der Landkreis allerdings fest, dass das Angebot insbesondere im Ortsteil Wittlage weiterhin knapp ist: „Hier mussten einige Kinder auf andere Kindertagesstätten verwiesen werden. Diese Situation hat sich im Rahmen der Anmeldungen für das Kindergartenjahr 2017/2018 weiter verschärft.“

Anders ist die Situation in der Gemeinde Ostercappeln. Der Landkreis Osnabrück prognostiziert ihr in den kommenden Jahren gar einen Überhang an Kindergartenplätzen. Das aktuelle Betreuungsangebot reiche aus, „um den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz erfüllen zu können“, heißt es. Anders sieht es bei den Krippenplätzen aus, bei denen insbesondere die Ortschaft Ostercappeln Fehlbedarfe ausweist. Allerdings bleibe die tatsächliche Entwicklung abzuwarten. „Sollte in diesem Betreuungsbereich tatsächlich ein Fehlbedarf entstehen, ist das Angebot an Betreuungsplätzen dem tatsächlichen Bedarf anzupassen.“

Baumaßnahmen auch in Ostercappeln absehbar

Christopher Bußmann, der zuständige Fachbereichsleiter der Gemeinde, verweist auf Anfrage darauf, dass Ostercappeln mit der Eröffnung der zentralen Marienkrippe im Jahr 2010 bereits frühzeitig die Weichen für die Betreuung von Kleinkindern gestellt habe. „Andere Kommunen sind erst in den Folgejahren auf den Zug aufgesprungen“, sagt er. Trotzdem sei nun eine zweite Ausbauphase nötig. „Derzeit wird verwaltungsseitig ein Konzept erstellt, dass wir der Politik in Kürze vorstellen werden“, so Bußmann. Also wird demnächst wohl auch in den Ostercappelner Kindergärten und Krippen angebaut, erweitert und saniert.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN