Osnabrücker Streichquartett Sternstunde der Barockmusik in Bad Essen

Von Christa Bechtel

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Das Osnabrücker Streichquartett mit Mijeong Yang (v.l.), Judith Kuntz, Thiemo Niggemann und Chan Gu Kim sorgte in St. Nikolai für ein beeindruckendes Hörerlebnis. Foto: Christa BechtelDas Osnabrücker Streichquartett mit Mijeong Yang (v.l.), Judith Kuntz, Thiemo Niggemann und Chan Gu Kim sorgte in St. Nikolai für ein beeindruckendes Hörerlebnis. Foto: Christa Bechtel

Bad Essen. Mit frenetischem Applaus und stehenden Ovationen entlockte ein begeistertes Publikum in der Kirche St. Nikolai Bad Essen dem Osnabrücker Streichquartett den Tango „Por Una Cabeza“ von Carlos Gardel und aus dem Film „True Lies“ als Zugabe.

Zuvor hatten die Instrumentalisten – Mijeong Yang, 1. Violine, Chan Gu Kim, 2. Violine, Judith Kuntz, Viola, Thiemo Niggemann, Violoncello – dem Publikum eine Sternstunde der Barockmusik geboten.

Besondere Konzertreihe

Nachdem Barbara Kleyer, die diese besondere Konzertreihe für die Bad Essener Kirchengemeinde organisiert, 2017 mit Prof. Hauko Wessel von der Hochschule Osnabrück Kontakt aufgenommen hatte, habe der ihr das Ensemble empfohlen. „Wir freuen uns sehr, dass sie heute Abend für uns spielen werden“, betonte die Bad Essenerin. Mijeong Yang sei bereits seit acht Jahren in Deutschland, Chan Gu Kim seit zwei Jahren. Nach ihrer profunden künstlerischen Ausbildung studieren die Vier derzeit noch Musikpädagogik.

Empfindsam und verspielt

Streichquartette gehören zu den brillantesten Musikgattungen, die durch Joseph Haydn auf höchstes Niveau geführt wurden. So zogen mit Haydns Streichquartett B-Dur op. 1 Nr. 1 zum Auftakt des Programms sogleich heitere, fast sommerliche Töne durch das Kirchenschiff. Denn der Komponist schrieb die Musik in einem flüssigen, galanten Tonfall, empfindsam und verspielt. Die Melodik entwickelt sich fortspinnend und einheitlich aus kleinen Motiven. Das Werk hat sehr schnelle Ecksätze, zwei Menuette an zweiter und vierter Stelle und einen langsamen Mittelsatz. Nämlich eine figurierte Kantilene der ersten Violine, die von den anderen Instrumenten stakkatohaft begleitet wurde. Virtuos brachte das Quartett diese atemberaubend schönen Klangfarben mit rhythmischer Prägnanz und filigraner Balance zwischen den Instrumenten zu Gehör.

Neapolitanischen Opernsinfonia

Mozarts 2. Streichquartett in D-Dur KV 155 gehört in seiner Dreisätzigkeit und in den Temporelationen – schnell – langsam – schnell – zum Vorbild der neapolitanischen Opernsinfonia. Bis heute ist dieses Streichquartett ein Geheimtipp geblieben, das nur selten auf Konzertprogrammen erscheint. Die Osnabrücker musizierten sich mit gut gewählten Tempi und viel Spielfreude in die Herzen der Zuhörerschaft.

„Serenadenquartett F-Dur“

Das sogenannte viersätzige „Serenadenquartett F-Dur“ von Roman Hofstetter wird immer noch unter dem Namen Joseph Haydn mit der Opuszahl 3 Nr. 5 erwähnt. Inzwischen ist jedoch bewiesen, dass sechs Streichquartette verschiedener Komponisten Haydn von Verlagsseite zugeschrieben wurden. Besonders bekannt ist der zweite Satz „Andante cantabile“, den Mijeong Yang spielte, während die anderen drei Streicher sie im Pizzikato begleiteten.

Den Schlusspunkt des Konzertes bildete das wunderschöne Adagio in g-moll von Tomaso Albinoni, das heute zu den populärsten Werken der klassischen Musik zählt und in etlichen Filmen verwendet wurde. Stilsicherheit, technische Brillanz und Klangestaltung machten dieses Konzert zu einem beeindruckenden Hörerlebnis. Aber auch Musik, die mit ihrer Leichtigkeit fantastisch in diese Jahreszeit passte.


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