Neues Theater Espelkamp Saisonende in Espelkamp: „Holzfällen“ mit Peymann

Claus Peymann kommt im April ins Neue Theater Espelkamp. Archivfoto: Paul Zinken/dpaClaus Peymann kommt im April ins Neue Theater Espelkamp. Archivfoto: Paul Zinken/dpa

Espelkamp . Zum Saisonende geht es im Neuen Theater Espelkamp noch einmal richtig in die Vollen – mit viel Musik, einer Zusatzvorstellung und dem Besuch des großen Theatermachers Claus Peymann verabschiedet sich das Volksbildungswerk Espelkamp in die Sommerpause.

Bereits seit Wochen ausverkauft ist die Tribute-Show „The Blues Brothers“ nach dem Kultfilm von John Landis am Samstag, 14. April. Samstag und Sonntag, 21. und 22. April, ist Theater-Total aus Bochum mit einer aktuellen Inszenierung zu Gast. Das junge Ensemble widmet sich im 22. Jahrgang des Projekts mit „Romeo und Julia“ einem Shakespeare-Klassiker. Während die Vorstellung am Samstag, 21. April, bereits ausverkauft ist, sind für die Zusatzvorstellung am Sonntag, 22. April, um 18 Uhr noch Plätze frei. Ein Einführungsvortrag zu diesem Stück, den die jungen Schauspieler ebenfalls selbst organisieren, beginnt jeweils eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung im Theatersaal.

Besonderer Programmpunkt

Nur wenige Tage später geht ein ganz besonderer Programmpunkt zum Abschluss der Saison über die Bühne des Neuen Theaters: Mit großer Vorfreude fiebert nicht nur das Volksbildungswerk Espelkamp dem Besuch des großen Theatermachers Claus Peymann entgegen. Auch die Theatergäste können sich am Samstag, 28. April, um 20 Uhr im Neuen Theater Espelkamp bei seiner szenischen Lesung „Holzfällen. Eine Erregung“ nach der Erzählung von Thomas Bernhard auf geballte „Peymann Power“ voller Schrägheit und Humor freuen.

Eine Erregung

Nach Peymanns Abschied vom Berliner Ensemble im vergangenen Jahr geht der geniale Regisseur und Intendant noch lange nicht in den Ruhestand.

In der aktuellen Spielzeit feierte er am 16. Februar mit Shakespeares „König Lear“ in Stuttgart Premiere. In der darauffolgenden Spielzeit wird er in Wien inszenieren. Und er geht auf Lesereise und macht damit zum wiederholten Male auch in Espelkamp Station.

1984 wurde Claus Peymann zum neuen Direktor des Wiener Burgtheaters berufen. Und hier kreuzten sich die Wege zwischen ihm und dem großen österreichischen Dramatiker Thomas Bernhard, die wegweisend nicht nur für die Wiener Theaterszene werden sollten. Thomas Bernhards Roman „Holzfällen. Eine Erregung“ war kaum erschienen, da wurde er in Österreich auf gerichtliche Anordnung aus den Buchhandlungen beschlagnahmt und blieb wochenlang verboten, weil sich Gerhard Lampersberg, ein ehemaliger Freund Bernhards, in die Figur des eitlen Komponisten Auersperg wiedererkannt und eine Beleidigungsklage eingereicht hatte.

Gnadenlose Abrechnung

„Holzfällen“ ist eine gnadenlose Abrechnung mit Wiens bürgerlicher Gesellschaft, erzählt von einem Schriftsteller, der an einem „künstlerischen Abendessen“ teilnimmt.“ Wer in „Holzfällen“ allerdings mit Sicherheit dargestellt ist, ist der Vortragende dieses ideal besetzten Leseabends selbst: Claus Peymann, der damals als künftiger Theaterdirektor bereits seine Schatten vorauswarf, um dann 13 Jahre lang das Wiener Burgtheater zu leiten. Den Zuschauer erwartet an diesem als Lesung angekündigten Abend 80 Minuten (Selbst-)Inszenierung eines großen Meisters, der den Text sicherlich nicht einfach so lesen, sondern in einem eigens dafür mitgebrachten kleinen Bühnen-bild wohl regelrecht spielen wird. Ein Abend, den man sicherlich nicht so schnell vergessen wird.

Eintrittskarten

Eintrittskarten für die Zusatzvorstellung von TheaterTotal sowie die Lesung mit Claus Peymann sind unter anderem noch erhältlich in den Vorverkaufsstellen der Geschäftsstelle des Volksbildungswerks Espelkamp, Kulturbüro im Bürgerhaus, Telefon 05772/562-161, oder online unter www.theater-espelkamp.de.

Die Abendkasse und das Theater sind jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet.