Konzert mit Gabriele Banko Einfach Lust auf den Frühling in Bad Essen gemacht

Von Christa Bechtel

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Bad Essen. Donnernder Applaus, Pfeifen und Zugabe-Rufe, denen Gabriele Banko, Gesang, und Monika Arnold, Klavier, gerne nachkamen. Unter dem Motto „Ich sing von Frühling und von Liebeslust im Grünen“ hatte das Duo auf Einladung des Kunst- und Museumskreises und der Gitarrenschule Ventker im Schafstall das Osterkonzert gestaltet.

Hartwig Ventker war es auch, der sich in seiner Begrüßung über den „gut gefüllten Schafstall“ sichtbar freute. Weiter sagte er: „Ich weiß nicht so genau, ob er jetzt kommt. Er war ja noch nicht so richtig da. Aber er müsste jetzt bald kommen, Zeit wird es. Ich rede vom Frühling. Ob er jetzt wirklich kommt, das hängt einzig und allein von Gabriele Banko ab.“ Dazu meinte die Sängerin: „Was wir vollbringen sollen.“ „Wunder“, erklang es aus dem Publikum. Schon eröffneten Sängerin und Pianistin das Programm mit „Kinder, heut Abend, da such ich mir einen richtigen Mann aus, der noch küssen will und kann….“.

Schriller Kasernenton

„Der Lauf meines Gesanges beginnt mühselig in Quakenbrück in der Volksschule. Jeder Schüler muss aufstehen und allein ein Lied vortragen. Der schrille Kasernenton meiner Lehrerin trägt nicht zum entspannten Singen bei. Ich werde regelmäßig mit der Note, die nach drei kommt, belohnt“, schreibt Gabriele Banko auf ihrer Homepage, was sie früher vom Singen hielt. Heute füllt sie ganze Konzertsäle. Nach Bad Essen hatte sie einen Strauß an Schlagern, Liedern, Gedichten, Geschichten von Georg Kreisler, Friedrich Hollaender, Robert Gernhardt, Bertolt Brecht, Erich Kästner, Kurt Tucholsky… mitgebracht.

Nach Erich Kästners „Der Lenz verschiebt seine Premiere – doch die Billetts behalten Gültigkeit“ schickte die in Quakenbrück geborene Sängerin „Tulpen aus Amsterdam“ ins Publikum. Aber nicht nur Tulpen, da aus ihrer Feder auch Paprika flossen. Gemüse aus Holland ist nämlich einfach lecker! Friedrich Hollaenders Frühlingslust gipfelt dagegen in der Einladung „Gehn wir Tauben vergiften im Park!“

Vom Mezzosopran zum Alt

Mal knarzte Gabriele Banko, mal frohlockte sie, mal litt sie mit ihrer wandlungsfähigen Stimme vom Mezzosopran zum Alt, mit der sie nicht nur über das nötige Farbspektrum verfügt, sondern sie begeisterte auch immer wieder mit ihrem kraftvollen, manchmal leicht tremolierenden Gesang. Oft waren es auch eindringliche Texte, die zum Zuhören zwangen. Doch kurze Zeit später sorgte sie wieder für eine umwerfende Fröhlichkeit nebst komödiantischem Talent – machte einfach Lust auf Frühling. Präzise, perlend und mit weichem Anschlag war Monika Arnold der Wahl-Bremerin mehr als nur eine Begleiterin, die auch ihren Humor hat. Was sie im zweiten Teil mit „Verdrehter Kopf“ von Robert Gernhardt unter Beweis stellte.

Hintergründiger Charme

Mit hintergründigem Charme rezitierte Gabriele Banko zwischen ihren Liedern immer wieder Gedichte wie den Naturblues von Robert Gernhardt oder „Immer wieder“ von Rainer Maria Rilke. „Der zweite Frühling – heute dank Internet kein Problem. Früher war das komplizierter: Anzeige oder Heiratsagentur.“ Schon analysierte die Sängerin mit feinsinnigem Humor, wie es in der „Heiratsagentur“, eine Kurzgeschichte von Jo Hanns Rösler, zugeht. Mit verblüffendem Ende, sodass die Zuhörer nicht nur an dieser Stelle herzlich lachten, sondern auch während der Geschichte „Der hellgraue Frühjahrsmantel“ von Wolfgang Hildesheimer. Am Ende des kurzweiligen Programms rollten dann sogar die Lachtränen.

Wunderbare Schokolade

Als Gabriele Banko nämlich voller Inbrunst ihre Version von „Merci“ des unvergessenen Udo Jürgens sang und dabei all die wunderbare Schokolade wie Küsschen, Mon cherie oder herbe Sahne erwähnte sowie „Die Birnbaum-Rhapsodie“ zum Besten gab.


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