Kräuterkunde im März: Huflattich Frühlingsbote in Bad Essen mit großer Wirkung

Von Kerstin Balks


Bad Essen. Bienenweide und Heilkraut: Der Huflattich hat neben seiner dekorativen gelben Blüten, die an Löwenzahn erinnern, auch viel für die Gesundheit zu bieten. Er besticht durch seine fröhlich gelb leuchtenden Blüten, dabei ist aber ein höchst eigenwilliges Pflänzchen, der Huflattich. Vor Jahren fiel er Christine Welzel-Leinker aus Bad Essen-Eielstädt bei einer Bekannten ins Auge, bei der ein üppig mit Huflattich bepflanzter Blumentopf an der Haustür die Besucher begrüßte.

„Ich fand, dies sei eine nette Idee. Wozu müssen es die bunten Primeln aus dem Gewächshaus sein, wenn uns die Natur die schönsten Wildpflanzen beschert?“, fragte sich die Bad Essener Kräuterexpertin und beschloss, bei ihren nächsten Spaziergängen noch ein bisschen genauer hinzusehen. Doch es dauerte nicht lange und sie wurde fündig und ein Huflattich-Pflänzchen fand in ihrem Garten eine neue Heimat.

Ein plausibler Grund

Als sich die Pflanze im folgenden Jahr nicht sehen ließ, war Christine Welzel-Leinker zunächst enttäuscht, aber sie fand für sich einen plausiblen Grund: „Entsprechend dem Grundsatz, alles, was du brauchst, wächst zu deinen Füßen‘ dachte ich mir, dann brauche ich den Huflattich wohl nicht.“

Ob sie naturheilkundliche Verwendung für ihn fand, als sie den Huflattich ein weiteres Jahr später an einer anderen Stelle im Garten zufällig entdeckte, kann sie heute nicht mehr sagen, fest steht aber, dass der kleine Wanderer, der sich immer mal wieder an einer anderen Stelle des Beetes blicken lässt alljährlich zu den ersten blühenden Überraschungen in ihrem Garten gehört. Christine Welzel-Leinker schätzt seine Blühfreudigkeit und seine Wirksamkeit bei Atemwegserkrankungen, vor allem bei Reizhusten.

Nektar und Pollen

Der Huflattich (Tussilago farfara), auch Brandlattich oder Märzblume genannt, zählt zu den Korbblütlern. Er ist eine der ersten Blühpflanzen des Vorfrühlings, in warmen Wintern blüht er sogar schon im Februar und bietet den Bienen damit schon sehr früh Nektar und Pollen. Seine gezahnten herzförmigen Blätter erscheinen viel später als seine Blüten.

Man findet den Huflattich vor allem an Böschungen, Bahndämmen, Acker- und Wegrändern. Er Huflattich treibt aus einem Wurzelstock mit kriechenden, bis zu zwei Meter langen unterirdischen Wurzelausläufern.

Die Verwendung

Verwendung: Mehr noch als seine Blüten werden die Blätter für medizinische Zwecke genutzt. Sie sollten im Mai/Juni bei schönem Wetter und wenn sie bereits zur Gänze entfaltet sind, gepflückt werden. Ihre Inhaltsstoffe werden als Hustenmittel, vor allem bei Reizhusten, eingesetzt. Huflattichblättertee ist schleimlösend und hilft beim Abhusten. Man bereitet ihn, indem man zwei gehäufte Teelöffel getrockneter, geschnittener Blätter mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießt.


In ihrem „heilenden Garten“ in Bad Essen-Eielstädt gibt Christine Welzel-Leinker regelmäßig Seminare zur Heilkraft unserer heimischen Kräuter. Sie weiß, wie und wann welches Kräutlein zu ernten und zu verarbeiten ist, und wie die Tees, Öle und Tinkturen, die sie daraus herstellt, ihre Wirksamkeit am besten entfalten. Für die Leser des Wittlager Kreisblattes stellt sie jeden Monat eine Heilpflanze vor.