Unterschriftenaktion gestartet Der Postagentur in Rabber droht das Aus

Von Gertrud Premke und Rainer Westendorf


Rabber. Der Postagentur in Rabber droht das Aus. Nach knapp 23-jähriger Tätigkeit will die Post AG die Zusammenarbeit mit ihrer Partnerfiliale im Geschäft Elektro Klausjürgens an der Buerschen Straße beenden. Eine Unterschriftenaktion soll die Post zum Umdenken bewegen.

Was ist passiert? Wolfgang und Annegret Klausjürgens, Inhaber des Geschäfts, wollen in den Ruhestand treten. Folglich mussten sie den Vertrag mit der Deutschen Post AG über die in seinen Geschäftsräumen eingerichtete Postfiliale Rabber und deren Betrieb kündigen. Geschäft und Agentur sollen aber weiterlaufen. Die Nachfolge ist bereits geregelt. Andreas Dittmann übernimmt die Firma. Das wurde auch der Post mitgeteilt.

Kündigung des Vertrags

In einem Schreiben wurde die Kündigung des Vertrags bestätigt. Auf die weitere Geschäftsübernahme der Post- Filiale an den Nachfolger ist die Deutsche Post AG allerdings mit keinem Wort eingegangen. Klausjürgens hakte nach. Und es stellte sich heraus, dass die Post beabsichtigt, die Filiale in Rabber ganz zu schließen. „Die Kündigung ist da sicherlich der Post AG ganz gelegen gekommen,“ so Mitarbeitern Elke Windhorst, die sich nun sorgt, wie und ob es tatsächlich überhaupt noch weitergeht. Eine Vermutung, die die Inhaber und viele Kunden teilen.

Agenturbereich neu strukturiert

Am Dienstag war dann der für Rabber zuständige Bezirksleiter der Post AG vor Ort und hat das Ehepaar Klausjürgens offiziell informiert. „Die Agentur soll geschlossen werden“, so Annegret Klausjürgens. Grund seien aber nicht zu wenig Umsatz oder mangelnder Kundenzuspruch. Die Post stellt den Bereich der Agenturen neu auf. Es wird umstrukturiert. Künftig soll die Stelle in Bad Essen der zentrale Anlaufpunkt sein.

Agentur in Lintorf

Neben Bad Essen und Rabber betreut eine weitere Agentur in Lintorf die Kunden. Die Partnerfilialen haben aber unterschiedliche Aufgabenbereiche und Kompetenzen. An der Lindenstraße in Bad Essen können sämtliche Dienstleistungen der Post AG in Anspruch genommen werden. Die Dienstleistungsangebote in Rabber umfassen die Bearbeitung des täglichen Briefverkehrs sowie die Abwicklung des gesamten DHL-Paketgeschäfts, die Vorbereitungen für das Postident-Verfahren – dabei geht es um die Sicherstellung der Identität eines Kunde , etwa bei Aushändigung von Paketen – und der Telekommunikationsservice. Hier insbesondere das Handy-Aufladen. Finanzdienstleistungen sowie der Bargeldbetrieb der Post sind in Rabber ausgenommen. Das Dienstleistungsangebot in Lintorf ist geringer. „Wir haben deshalb auch Kunden, die sonst nach Lintorf gehen“, sagt Annegret Klausjürgens. Zum Beispiel Gewerbetreibende, die in Rabber ein Paket aufgeben können.

Die gesamte Gemeinde

Der Einzugsbereich der Agentur Rabber umfasst im Prinzip die gesamte Gemeinde Bad Essen. Viele Kunden, die auch nach Bad Essen gehen könnten, nutzen den Service in Rabber. Etwa, „weil es im Ortszentrum selten frei Parkplätze gibt oder die Warteschlange dort häufig lang ist“, wie mehrere Kunden berichten. Die Agenturen stehen nicht in Konkurrenz zueinander. Umso weniger verstehen die Eheleute und Mitarbeiter die Pläne der Post AG. „Wir können Bad Essen ja sogar entlasten“, so Annegret Klausjürgens.

Gut funktionierende Filiale

„Rabber ist eine gut funktionierende Filiale“, betont auch Ortsbürgermeisterin Ann Bruns. „Sie ist ein Dreh- und Angelpunkt in der Ortschaft“, sagt auch Ratsmitglied Christian van der Ahe. Bürger und Kommunalpolitik wollen die Schließung nicht widerstandslos hinnehmen. Eine Unterschriftenaktion ist bereits gestartet. Die Listen liegen im Geschäft Klausjürgens sowie in der Tankstelle in Rabber aus. Der Ortsrat Rabber wird zudem einen (Protest)Brief an die Post AG schreiben. „Auch der Gemeinderat soll aktiv werden“, wünscht sich von der Ahe.

Bereits im Jahr 2005 wollte die Post die Stelle in Rabber schließen.

Damals wurde ebenfalls eine Unterschriftenaktion gestartet. 350 Kunden der Post-Partnerfiliale an der Buerschen Straße hatten sich beteiligt. „Und wie waren erfolgreich“, so Ann Bruns. Die Agentur Rabber konnte weitermachen.