Gastspiel von Henning Venske Provokationen und hintergründige Texte in Bad Essen

Von Christa Bechtel

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Bad Essen. Der Kabarettist, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller Henning Venske ist auf Abschiedstour. Dabei machte er auch im Schafstall Bad Essen an der Bergstraße mit seinem Programm „Summa Summarum“ Station. Kongenial sorgte Frank Grischek für die musikalische Begleitung auf dem Akkordeon.

Ich freue mich, dass wir Henning Venske hier noch einmal hinbekommen haben. Denn ich glaube, dass er nicht unbedingt vor 100 Personen in solch einem kleinen Auditorium auftritt“, sagte Annette Ludzay, Geschäftsführerin des veranstaltenden Kur- und Verkehrsvereins, Da der Schafstall eine Galerie und nicht unbedingt eine Bühne sei, sei es spannend geworden. „Henning Venske und Frank Grischek haben die Beleuchtung selbst ausgerichtet, haben Spots eingeschaltet, die sonst gar nicht eingeschaltet sind. Ich durfte schon mal die Leiter halten“, sagte Ludzay launig. Sodann ließ Frank Grischek auf einer Taschentrompete „Also sprach Zarathustra“ erklingen. Man war auf Sendung!

Streifzug durch die Geschichte

In den nächsten weit über zwei Stunden unternahm Henning Venske einen Streifzug durch die Geschichte, Kultur, Gesellschaft der vergangenen Jahrzehnte. Gezielte Provokation, hintergründige Texte, geniale Formulierungskunst, deutlich undeutlich, sehr fundiert, nicht selten radikal, Gehirnjogging par excellence mit viel Witz und Esprit – das ist Henning Venske, der am Schluss betonte: „Früher war sicher nicht alles besser. Aber früher war alles Zukunft!“

Seinem Publikum gab er mit auf den Weg: „Soziale Ungleichheit in einer Gesellschaft ist nicht gottgewollt, kulturell bedingt oder von der Herkunft festgeschrieben. Lasst Euch weder von Angstmacherei anstecken, noch von Rassismus und dem Hass auf Minderheiten und Schutzbedürftige. Die Verschmelzung neuer Kulturen, unterschiedlicher Talente und Ideen hat viele Völker auf der Erde sehr erfolgreich gemacht.“ Venske betonte, dass alle großen Religionen Gerechtigkeit, Mitgefühl und Aufrichtigkeit im Programm hätten. „Wenn Ihr Emigranten seid, bemüht Euch um Teilhabe, verlangt immer wieder Bildung für alle, Resignation kommt nicht in Frage. Etwas Neues und Besseres ist immer möglich“.


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