Der Königsweg im Handwerk Goldenen Meisterbrief für Bad Essener Tischler

Von Christa Bechtel

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Essen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Ursula Schaub, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Osnabrück und für die Tischlerinnung zuständig, überreichte Bad Essens Tischlermeister Wilhelm Nordsieck den Goldenen Meisterbrief. Foto: Christa BechtelUrsula Schaub, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Osnabrück und für die Tischlerinnung zuständig, überreichte Bad Essens Tischlermeister Wilhelm Nordsieck den Goldenen Meisterbrief. Foto: Christa Bechtel

Bad Essen. Genau auf den Tag vor 50 Jahren hatte Wilhelm Nordsieck seine Meisterprüfung abgelegt. Nun stand Ursula Schaub, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Osnabrück und für die Tischlerinnung zuständig vor ihm, die scherzend sagte: Ich war zufällig in Bad Essen und wollte eine Betriebsbesichtigung machen.“ Dabei hatte sie etwas ganz Besonderes im Gepäck: Den Goldenen Meisterbrief für den Bad Essener Tischlermeister,

1968 war in Deutschland ein wild bewegtes Jahr. Die Leute gingen auf die Straßen, haben gegen den Atomwaffensperrvertrag, Vietnam-Krieg demonstriert. Dann kam die Frauenbewegung, Rudi Dutschke wurde angeschossen… das waren wirklich aufregende Zeiten“, blickte Ursula Schaub in ihrer Laudatio auf die 1968er-Bewegung zurück. Aber: „Dafür hatten wir keine Zeit: ich saß auf der Schulbank und machte Abitur, er saß in der Handwerkskammer und machte Meisterbrief“, erläuterte die Geschäftsführerin mit Blick auf Wilhelm Nordsieck. Sie betonte: „Nach 50 Jahren steht Ihnen der Goldene Meisterbrief auch zu!“

Briefe wie am Fließband

Normalerweise sei es so, dass die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim im Oktober 300 Meister aus Osnabrück und dem Emsland einlade, „um ihnen die Briefe wie am Fließband zu überreichen. Doch Ihre Kinder haben gesagt: Unser Vater soll ihn individuell bekommen, damit er sich richtig schön darüber freuen kann“, erklärte Schaub. „Hatte ich nicht anders erwartet“, warf Nordsieck spontan ein.

In siebter Generation

„Ich weiß, Ihr Betrieb ist alt - 178 Jahre und wird in siebter Generation geführt. Damit sind Sie der klassische Familienbetrieb, den wir besonders lieben. In dem nicht nur Qualitätsarbeit geliefert wird, sondern in dem auch dieses Arbeiten Hand-in-Hand in den Generationen noch funktioniert. Ihr Urahn Clamor (Clamor Nordsieck gründete 1840 den Handwerksbetrieb) und seine Frau Christiane wären mächtig stolz, wenn sie wüssten, was nach Generationen hier passiert ist“, sagte Ursula Schaub launig, die nicht nur Grüße vom verhinderten Obermeister Ludger Schimmöller überbrachte, sondern auch auf die Zeit zurückblickte, als Nordsieck von 1998 bis 2001 selbst Obermeister der Tischlerinnung war. „Sie waren Obermeister, als es ganz schwierige Zeiten für die Innung waren“, zollte sie dem „Goldmeister“ Respekt und Anerkennung.

Wandel in der Arbeitswelt

Bevor Ursula Schaub Wilhelm Nordsieck den Goldenen Meisterbrief überreichte, las sie ein Schreiben der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim vor, die da unter anderem schrieb: „…Betrachtet man unseren Wandel in der Arbeitswelt, dann kann man Ihre Ausdauer und Arbeitsleistung gar nicht genug würdigen. Sie können zu Recht mit großer Zufriedenheit auf einen erfolgreichen beruflichen Lebensweg zurückblicken. Zu diesem goldenen Meisterjubiläum gebühren Ihnen unser Dank und unsere Anerkennung. Wir wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute und dass Sie gerne an Ihre Meisterjahre zurückblicken.“

Kreishandwerkerschaft Osnabrück

Auch der Vorstand und die Geschäftsführung der Kreishandwerkerschaft Osnabrück gratulierte mit den Worten: „…Spätestens mit dieser beruflichen Qualifikation, die wir auch als Königsweg im Handwerk bezeichnen, sind Sie eine steile Tischlerkarriere durchgestartet. Diese besonderen beruflichen und persönlichen Herausforderungen haben Sie mit den typischen Handwerkertugenden im wahrsten Sinne des Wortes meisterlich bewältigt. Nämlich mit sehr viel Fachwissen, Fleiß, eiserner Disziplin und einer gewissen Autorität. Darauf können Sie mit Fug und Recht sehr stolz sein.“ Sodann überreichte Geschäftsführerin Ursula Schaub Bad Essens Tischlermeister Wilhelm Nordsieck den Goldenen Meisterbrief.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN