Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen Wenn man das Gehen in Bad Essen neu erlernt

Von Cornelia Müller

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Bad Essen. Landschaftlich reizvoll am Rand des Wiehengebirges gelegen, eingebettet in den Bad Essener Kurpark – der Standort des Dr. Becker Neurozentrums Niedersachsen (NZN) ist nahezu ideal für eine Rehaklinik. Seit 2009 befindet sich in der ehemaligen Charlottenburgklinik die Fachklinik für die Rehabilitation von Patienten mit neurologischen Erkrankungen.

Zum überwiegenden Teil sind es Schlaganfallpatienten, die hierher kommen, um nach der Akutbehandlung im Krankenhaus wieder neu gehen, greifen und sprechen zu lernen. Aber auch an Multipler Sklerose Erkrankte, Parkinsonpatienten oder Menschen, die gerade einen neurochirurgischen Eingriff hinter sich haben, werden hier therapiert. Etwa 1.400 Rehabilitanden nimmt das NZN jedes Jahr auf, mit ganz unterschiedlichen neurologischen Befunden. Und hat dabei ein Ziel: „Viele Rehabilitanden, die hierher kommen, denken, es geht nicht mehr, und stellen dann im Verlauf ihres Reha-Aufenthaltes fest: Es geht doch“, sagt Verwaltungsdirektor Philipp Herzog. Für genau dieses „Es geht doch“ setzen sich die 150 Mitarbeiter der Klinik jeden Tag aufs Neue ein.

Neue Möglichkeiten

Die sorgfältig auf den einzelnen Reha-Patienten abgestimmten Therapiemöglichkeiten sind vielfältig: von der Aquatherapie bis zur Schulung der Feinmotorik in der Lehrküche, von der klassischen Physiotherapie bis zum roboterunterstützten Mobilitätstraining. Gerade der Einsatz moderner, computergesteuerter Geräte bietet den Reha-Patienten ganz neue Möglichkeiten. So verfügt das NZN seit 2016 als eine von deutschlandweit nur fünf Kliniken über ein sogenanntes „Vector Gait and Safety System“: ein computerüberwachtes Gurtsystem, mit dessen Hilfe der Rehabilitand lernt, wieder selbstständig zu stehen und zu gehen – mit individuell einstellbarer Unterstützung durch das Gerät und ohne Angst vor einem Sturz haben zu müssen.

Innovatives Trainingsgerät

Von diesem innovativen Trainingsgerät profitiert zum Beispiel Theda Buschmann, bei der eine entzündliche Nervenerkrankung diagnostiziert wurde: „Bevor ich krank wurde, war ich sehr aktiv, bin dreimal in der Woche zum Sport gegangen und regelmäßig Fahrrad gefahren. Die Krankheit brachte mich von Hundert auf Null: Ich war ganz unten, konnte überhaupt nicht mehr laufen.“ Liegend wurde sie ins NZN gebracht – mit dem Krankenwagen.

Vieles ist Kopfsache

Mittlerweile geht und steht sie wieder aus eigener Kraft, stützt sich außerhalb des Therapieraums lediglich auf einen Rollator. „Vieles ist Kopfsache“, hat Theda Buschmann bei sich selbst beobachtet. Entschlossen arbeitet sie daran, die noch verbliebenen Unsicherheiten in den Griff zu kriegen. „Die beste Therapie hilft nichts, wenn man nicht mitmacht. Man muss auch wollen“, sagt sie. Und Theda Buschmann will – unbedingt. Sie lobt die „sehr gute Ausstattung“ des NZN und fühlt sich in Bad Essen gut aufgehoben.

Die Zeit danach

Mit diesem Urteil ist sie nicht allein. Zweimal ist die Einrichtung bei einer bundesweiten Rehabilitandenbefragung der Deutschen Rentenversicherung unter die Top 5 der neurologischen Reha-Kliniken gekommen – ein Votum, auf das Klinikverwaltung und ärztliche Leitung besonders stolz sind. Überdurchschnittlich zufrieden waren die Patienten mit der Vorbereitung auf die Zeit nach der Reha und den Verhaltensempfehlungen für Alltag und Beruf. Die Zeit danach – darum geht es.


Die Klinik in Stichworten

Das „Dr. Becker Neurozentrum Niedersachsen“ (NZN), Am Freibad 5, 49152 Bad Essen, ist spezialisiert auf neurologische Rehabilitation. Das 2009 eröffnete und 2016 erweiterte NZN ist Teil der Dr. Becker Klinikgruppe mit Hauptsitz in Köln.

Auch Patienten der Phase B werden hier versorgt. Ein weiterer Ausbau dieses Bereichs ist geplant.

Für die Rehabilitanden der privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen und der Rentenversicherung stehen 110 barrierefreie Einzelzimmer zur Verfügung. Fünf davon sind darüber hinaus speziell auf die Erfordernisse von Rollstuhlfahrern zugeschnitten. Die durchschnittliche Verweildauer liegt bei 26 Tagen.

Das NZN beschäftigt etwa 150 Mitarbeiter, ein Drittel davon Ärzte, Rehakoordinatoren, Psychologen und Therapeuten, zu je einem weiteren Drittel Pflegekräfte und nichtmedizinisches Personal.

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