Feuer in der Thomaskirche Bauarbeiten offenbar Schuld am Kirchenbrand in Espelkamp

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Das Feuer im Dachstuhl der Thomaskirche in Espelkamp ist inzwischen gelöscht. Foto: Oliver Krato/dpaDas Feuer im Dachstuhl der Thomaskirche in Espelkamp ist inzwischen gelöscht. Foto: Oliver Krato/dpa

Espelkamp. Der Brand in der Thomaskirche in Espelkamp (Kreis Minden-Lübbecke) ist nach Angaben der Polizei durch Dachdeckerarbeiten ausgelöst worden. Direkt neben dem Sakralbau wird derzeit ein Gemeindezentrum hochgezogen. Die Eröffnung wird nun wohl verschoben, und auch die Gottesdienste werden verlegt.

Das Feuer war am Donnerstag gegen Mittag ausgebrochen und der Einsatzstelle gemeldet worden. Daraufhin waren Feuerwehr und Polizei mit einem Großaufgebot vor Ort und evakuierten Wohn- und Bürogebäude in der direkten Nachbarschaft der Kirche. Denn zunächst konnte nicht ausgeschlossen werden, dass der Kirchturm durch das Feuer einstürzen würde.

Einsatz bis 20.45 Uhr

Dazu ist es letztendlich nicht gekommen. Die Löscharbeiten gestalteten sich aber trotzdem schwierig. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, musste die Feuerwehr den Brand durch die Glockenschallöcher des Kirchturms hindurch löschen. Der Grund: Der Kirchtrum ist von außen mit Kupferplatten verkleidet, die offenbar erst später von Spezialisten entfernt werden konnten, um an die Glutnester heranzukommen. Nach Angaben der Freiwilligen Feuerwehr Espelkamp war der Brand erst gegen 20.45 Uhr gelöscht.

Ursache für das Feuer waren offenbar Arbeiten an einem Anbau der Kirche. So erklärt es zumindest die Polizei Minden-Lübbecke auf Anfrage. Demnach hatten Dachdecker dort Bitumen-Platten verlegt und verschweißt. „Das ist immer gefährlich und eine häufige Brandursache“, erklärte ein Sprecher. Deshalb müssten die Arbeiter auch immer Feuerlöscher dabei haben, um im Notfall schnell reagieren zu können. Im Falle der Thomaskirche „gehen wir davon aus, dass das Feuer sich zunächst unbemerkt den Turm hochgefressen hat. Als es dann qualmte, war es schon zu spät.“ Die Arbeiter hätten nur noch den Notruf absetzen können.

Schadenhöhe noch unklar

Inwiefern das Feuer die Statik des Gebäudes in Mitleidenschaft gezogen hat, müssen jetzt Gutachter klären. Im Inneren des Turms hält eine Stahlkonstruktion den Bau zusammen. Feuerwehr, Gemeindevertreter und Sachverständige haben sich am Freitag vor Ort ein Bild gemacht, um den Schaden einzuschätzen. Die Kirchengemeinde geht offenbar nicht davon aus, dass sie die Kirche in Kürze wieder nutzen kann. Auf ihrer Internetseite hat sie schon angekündigt, dass alle Gottesdienste in eine andere Kirche verlegt werden.

Die Thomaskirche ist mit ihrer ungewöhnlichen Silhouette ein Wahrzeichen der Stadt Espelkamp. Der Kirchturm hat ein steiles und breites Dach und ist mit Kupferplatten verkleidet. Das Design verdankt das Gebäude seinem Architekten, dem Hamburger Gerhard Langmaack. Die Grundsteinlegung erfolgte 1960, 1963 konnte die Kirche eingeweiht werden. 2017 wurde dann mit dem Bau des sogenannten Thomas-Zentrum begonnen. In dem zweiflügeligen Anbau, der sich direkt an die Kirche anschließt, sollte ein Gemeindezentrum entstehen. Nach Angaben der Martins-Gemeinde hätte im September 2018 eingeweiht werden sollen.

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