Alwin Dombetzki lebt bei Schleswig Urlaub ist schuld: Ex-Bad-Essener schreibt Actionthriller

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Bücheranlieferung in der Wiehen-Buchhandlung: der gebürtige Bad Essener Alwin Dombetzki, Autor des Action-Thrillers „Blutkiefer“ zusammen mit Buchhändlerin Ute Heisinger. Foto: Karin KemperBücheranlieferung in der Wiehen-Buchhandlung: der gebürtige Bad Essener Alwin Dombetzki, Autor des Action-Thrillers „Blutkiefer“ zusammen mit Buchhändlerin Ute Heisinger. Foto: Karin Kemper

Bad Essen. Was macht ein Mann, der von seiner Frau verpflichtet wird, im Urlaub einen Krimi zu lesen, und feststellt, dass er ihn megalangweilig findet? Er schreibt selbst einen – jedenfalls gilt das für Alwin Dombetzki, der aus dem Wittlager Land stammt, das Gymnasium Bad Essen besucht hat und seit Langem in Busdorf/Schleswig mit seiner Frau eine Werbe- und Eventagentur betreibt.

Der Titel des Buches lautet „Blutkiefer“. Die Unterzeile „Ray Cullans erster Fall in Schleswig“ lässt darauf schließen, dass es der Autor nicht bei seinem Erstlingswerk belässt. Apropos Autor: Dombetzki hat nicht nur das Buch geschrieben, sondern auch den Umschlag gestaltet, die Zeichnungen gefertigt sowie Satz und Layout übernommen. Ganz schön viel für einen Mann, der vorher behauptet hat, zum Lesen keine Zeit zu haben.

Völlig Unlogisch

Rückblickend auf seinen Pflicht-Urlaubskrimi sagt er, während er zwei Bücherkartons in der Bad Essener Wiehen-Buchhandlung anliefert: „Schon während des Lesens habe ich überlegt, was ich anders machen würde...“ Die Schlüsselszene für ihn sei gewesen, dass der Polizist die Waffe weglegte, als der Bösewicht die Geisel bedrohte. „Völlig unlogisch. Dann kann der Verbrecher ja problemlos beide erschießen...“

Entsprechend ist Hauptkommissar Ray Cullan ein Haudegen, der aufräumt und nicht rumlabert. Dombetzki: „Das Gerechtigkeitsgefühlt spielt in dem Buch eine Rolle.“ Er fügt hinzu: „Ich muss schnell schreiben. Es muss immer etwas passieren. Kapitel müssen nicht lang sein.“

Zehn Probeleser

Eine Reaktion auf das Buch sei gewesen: „Ich konnte es nicht aus der Hand legen, nicht aufhören zu lesen“. Bevor „Blutkiefer“ in Druck ging, suchte (und fand) der Autor zehn Probeleser – an erster Stelle seine Frau Rélana. Gespräche ergaben dabei, dass er den einen oder anderen Gedanken zwar im Kopf gehabt hatte (der Kommissar ist ihm sympathisch, kam zunächst aber kaum so rüber), aber nicht niedergeschrieben hatte. Die entsprechenden Impulse wurden in das Buch, „dass ich runtergeschrieben habe, so wie ich meinte, dass es sein müsste“, eingearbeitet. Das Ergebnis liegt seit November 2017 vor. Als Selbstvermarkter sprach der Autor in Schleswig Buchhändler an. Er blickt zurück: „Sie waren zwar positiv eingestellt, aber skeptisch. Aber nach einer Woche trafen die ersten Nachbestellungen ein.“

Mehr als 500 verkaufte Bücher

Buchhändlerin Ute Heisinger von der Wiehen-Buchhandlung bestätigt, dass sich eine Zahl von mehr als 500 verkauften Büchern sehen lassen kann.

Alwin Dombetzki hatte bereits im Sommer nach dem Pflichtlesen mit dem Schreiben begonnen – sozusagen in jeder freien Minute. „Mir kam zugute, dass das Wetter schlecht war und im Garten nicht so viel zu tun war.“ Und so manche Seite schrieb er nach eigener Angabe auch nachts im Bett. Eines hat er sich allerdings abgewöhnt: „Wenn ich ein tolles Kapitel fertig hatte, habe ich meine Frau geweckt...“

Für das Erstlingswerk hat er brutto rund zwei Jahre benötigt – abzüglicher einer zwischenzeitlichen Schreibblockade. Der Autor sagt: „Ich hatte mich in eine handlungsmäßige Sackgasse manövriert, und im Januar war wie aus dem Nichts plötzlich die Lösung da.“

Zweites Buch im Werden

Dombetzki ist auf den Geschmack gekommen. Er sagt: „Ich habe viel gelernt und rechne damit, jetzt besser zu schreiben.“ Und Nachfragen nach einer Fortsetzung der Geschichte um Ray Cullan habe es bereits gegeben. Sie kommt. Im November 2018. Sogar der Titel steht bereits fest „Geschnittene Haut“.

Hörbuch selbst gestaltet

Das Erstlingswerk ist übrigens nicht nur einfach ein Buch. Über QR-Codes lassen sich Bilder öffnen, um genau zu sehen, wo die Handlung spielt. Und noch etwas kommt dazu: „Blutkiefer“ ist demnächst auch als Hörbuch zu haben – vom Autor selbst produziert, der als Hobby Kampfsport betreibt. Sein Lehrer ist Komponist und fragte: „Hast du Bock auf zusätzliche Musik? Wenn du willst, komponiere ich welche.“ Und nun gehören neben den Klingeltönen eines alten Nokia-Handys und Schussgeräsuchen auch Techno-Heavy-Metall-Klänge zum Hörbuch.

Die Anlieferung der Bücher in der Wiehen-Buchhandlung war übrigens ein Nebenprodukt des Geburtstagsbesuches bei seiner Mutter in Bad Essen.


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