Bilder von Imke Korth-Sander Wegbeschreibungen im Bad Essener Schafstall

Von Cornelia Müller

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Bad Essen. Wege stehen für die Malerin und Kinderbuch-Illustratorin Imke Korth-Sander für Veränderung, für Bewegung und Überwindung von Festgefahrenem. Unter dem Titel „Wegbeschreibungen“ zeigt der Kunst- und Museumskreis bis zum 21. April eine Auswahl ihrer Werke. Die Ausstellung im Schafstall Bad Essen ist jeweils donnerstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Bei der Vernissage am Freitag, zu der Lutz Mardorf viele Gäste begrüßen konnte, war auch die Künstlerin anwesend. Musikalisch gestaltet wurde der Abend von Hendrik Högemann und Christian Ventker, die Lieder für Tenor und Gitarre von John Dowland und Benjamin Britten vortrugen.

Aufwendige Plattenschnitte

Die Ausstellung präsentiert aufwendige Plattenschnitte zu den von Imke Korth-Sander illustrierten Kinderbüchern sowie abstrakte Landschaften und eben „Wegbeschreibungen“, so wie die Künstlerin sie versteht: Bilder, die Emotionen und Stimmungen spiegeln, die sich beim Zurücklegen und Betrachten eines (Lebens-)Weges einstellen.

Imke Korth-Sander ist 1953 in Dörverden geboren und lebt und arbeitet jetzt in Buxtehude. Nach einem Grafikstudium machte sie sich zunächst vor allem als Buchillustratorin einen Namen und entwickelte sich dann zur erfolgreichen Malerin. Mittlerweile hat sie ihre Bilder auf mehr als 100 Ausstellungen in ganz Deutschland gezeigt. „Mir ist es wichtig, neugierig zu bleiben. Nicht stehenbleiben – sondern einfach weitergehen und gucken, was sein könnte,“ lautet Imke Korth-Sanders Motto.

Begrenzt und durchzogen

Der Gedanke, dass es sich lohnt, sich auf den Weg zu machen, spiegelt sich nicht nur in der Biografie der Künstlerin, sondern findet sich bereits in ihren Kinderbüchern („Lutz sucht einen Freund“). Und er zieht sich auch durch die Bilder ihrer Bad Essener Ausstellung. Wichtigstes Gestaltungsmerkmal ist die Farbe, die großzügige, aber nie völlig homogene Flächen entstehen lässt, die von Linien begrenzt und durchzogen sind – wie Wege, die durch eine Landschaft führen.

Nicht selten entstehen solche Seelenlandschaften aus einer Landkarte, die von der Künstlerin übermalt wird. Die ursprüngliche Karte mit ihren „objektiven“ Koordinaten wird überlagert von den subjektiven Wahrnehmungen und Interpretationen der Malerin. Dabei lässt Imke Korth-Sander dem Betrachter die größtmögliche Freiheit, seinem eigenen Weg zu folgen. In den „Ansichtskarten“ etwa, die im Eingangsbereich des Schafstalls hängen, spielt sie ganz gezielt mit der Doppeldeutigkeit des Begriffs.

Die nötigen Impulse setzen

Zur Eröffnung der Ausstellung zitierte Ortsbürgermeister Jens Strebe ein Wort des Komponisten Gustav Mahler, „Das Beste der Musik steht nicht in den Noten.“ Das gelte nicht nur für die Musik, sondern für die Kunst überhaupt: „Über das Handwerkliche hinaus erfüllt sich der Anspruch des Künstlers erst, wenn Gefühle und Stimmungen entstehen.“ Diejenigen, die anderen zu solchen nachklingenden Erlebnissen verhelfen, verdienten Anerkennung: die Künstlerin, die mit ihrer Arbeit die nötigen Impulse setze, aber auch der Kunst- und Museumskreis, der mit seinem Engagement immer wieder Ausstellungen wie diese möglich mache.


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