Alle 200 Meter ein Haufen Ärger über Hundekot im Bad Essener Ortszentrum

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Ein falscher Tritt und es ist passiert: In der Bad Essener Innenstadt lauern viele Hundehaufen. Foto: Louisa RiepeEin falscher Tritt und es ist passiert: In der Bad Essener Innenstadt lauern viele Hundehaufen. Foto: Louisa Riepe

Bad Essen. Sie riechen unangenehm, sie sehen unschön aus, und doch findet man sie überall im Bad Essener Zentrum: Hundehaufen. Im Internet und beim Ordnungsamt gibt es darüber viele Beschwerden.

Von der Bergstraße an der Nikolaikirche vorbei, über den Harpenfelder Weg bis zur Marina und zurück über Lerchen- und Lindenstraße sind es ungefähr dreieinhalb Kilometer Wegstrecke. Etwa eine dreiviertel Stunde braucht Laura Joachimmeyer an diesem Morgen, um sie mit Tochter Anni im Kinderwagen abzugehen. Sie ist hier jeden Tag unterwegs, damit die Kleine frische Luft bekommt. Aber heute ist sie ganz bewusste losgezogen, um etwas zu zeigen: Hundehaufen.

Alle 200 Meter ein Haufen

„Wenn man darauf achtet, sieht man sie an jeder Ecke, in jedem Gebüsch, oft sogar mitten auf dem Gehweg“, sagt Joachimmeyer. Entlang ihres Weges sind es diesmal ganze 16 Stück. Rein rechnerisch liegt also rund alle 200 Meter ein Haufen. „Ärgerlich“ findet Joachimmeyer das und vor allem „ekelig“. Es ist ihr nicht nur einmal passiert, dass sie mit dem Kinderwagen mitten durch einen frischen Haufen gefahren ist. Oder, dass eines ihrer Kinder – absichtlich oder unabsichtlich – hineingetreten ist. Selbst wenn sie die tierischen Hinterlassenschaften notdürftig abwischt, „stinkt es tagelang im ganzen Flur. Das ist wirklich unangenehm“, berichtet die Mutter.

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Sie versteht nicht, warum Hundebesitzer nicht hinter ihren Haustieren herräumen. Ein Beispiel zeigt sie direkt an der Nikolai-Kirche. Dort liegen gleich mehrere Haufen im gefrorenen Gras, direkt daneben eine zerknüllte, schwarze Tüte. Ein Mülleimer steht in Sichtweite. „Warum nimmt man die Tüte nicht? Warum entsorgt man den Kot nicht einfach?“, fragt sich Joachimmeyer angesichts dieses Bildes.

Beschwerden landen beim Ordnungsamt

Auch Robert Wellmann vom Ordnungsamt der Gemeinde kennt das Problem. „Bei uns landen immer mal wieder Beschwerden“, so der Fachdienstleiter. Die Haufen fallen in seinen Zuständigkeitsbereich, weil jeder Hundebesitzer, der die Hinterlassenschaften seines Vierbeiners nicht entsorgt, eine Ordnungswidrigkeit begeht. Das Vergehen wäre mit einem Bußgeld zu ahnden. In der Regel kommt das aber nicht vor. Zum einen, weil „es schwierig ist, den Halter zu ermitteln, wenn man nur einen Haufen findet“, so Wellmann. Zum anderen würde er den Besitzer des Hundes erst ansprechen und auf die Regeln hinweisen, bevor er eine Strafe ausspricht.

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Er verweist auf die Hundekotbeutel, die die Gemeinde beispielsweise am Kurpark, am Klusweg, oder an Meyers Brücke gegenüber des Gymnasiums kostenlos bereitstellt. In Zukunft sollen nach seinen Angaben sogar noch mehr Spender aufgestellt werden, insbesondere im Bereich der Marina. „Ich begegne viel mehr Menschen, die diese Beutel benutzen, als solchen, die die Haufen einfach liegen lassen“, stellt Wellmann klar.

Tipp: Direkt ansprechen

Sollten Anwohner oder Spaziergänger doch mal einen Hundehalter in flagranti erwischen, rät der Ordnungsdienstleiter, ihn direkt auf das Vergehen anzusprechen. Erst wenn sich derjenige uneinsichtig zeigt oder sogar aggressiv wird, sei es an der Zeit, dem Ordnungsamt bescheid zu geben. „Wir können dann ein Verfahren einleiten“, so Wellmann. Hilfreich sei es immer, wenn eine konkrete Personenbeschreibung abgegeben werde – zum Beispiel auf den Wohnort des Halters oder die Hunderasse. „Sonst ist es oft vergebene Liebesmüh“, erklärt der Beamte.

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Das hat auch Laura Joachimmeyer schon erfahren. Einmal hat sie einen Hundehalter angesprochen, dessen Tier sich im Bereich der Marina erleichterte. „Er hat mir gesagt: ‚Das ist natürlich, das baut sich von alleine ab.‘ Aber ich werfe doch auch keine Bananenschale ins Gebüsch, weil sie sich irgendwann auflöst“, meint die junge Mutter. Grundsätzlich hat sie nichts gegen Hunde, im Gegenteil, sie wünscht sich selbst ein Haustier. Es ist das Verhalten der Halter, über das sie sich ärgert.

Diskussionen im Netz

Laura Joachimmeyer ärgert sich über tierische Hinterlassenschaften, wie hier, auf dem Gehweg an der Bergstaße. Foto: Louisa Riepe

Ihrem Frust hat sie im Internet Luft gemacht. In der Facebook-Gruppe „Bad Essener Freunde“ hat sie einen langen Post geschrieben. „Mir fällt in letzter Zeit vermehrt auf, dass die Gehwege mit Exkrementen besetzt sind“, heißt es darin. Der Eintrag bekam viel positives Feedback. „Das ist wirklich eine Sauerei“, meint eine Kommentatorin. Ein anderer wird noch drastischer: „Da wird rausgegangen und dann wird geschissen und gepisst, was das Zeug hält, wohin, egal, wer es wegmacht, auch egal.“ Joachimmeyer hofft, dass die Diskussion den ein oder anderen Hundebesitzer dazu bringt, die Hinterlassenschaften seines tierischen Freundes in Zukunft direkt zu entsorgen.


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