Hochspannungsleitung wird ersetzt Startschuss für den Netzausbau zwischen Wehrendorf und Lemförde

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Essen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die alten Stromleitungen zwischen dem Umspannwerk in Wehrendorf und Lemförde sollen 2018 ersetzt werden. Foto: Louisa RiepeDie alten Stromleitungen zwischen dem Umspannwerk in Wehrendorf und Lemförde sollen 2018 ersetzt werden. Foto: Louisa Riepe

lori/pm Wehrendorf. Für den Ausbau der Stromtrasse zwischen Wehrendorf und Lemförde gibt es jetzt einen konkreten Zeitplan. Die ersten „Wegebaumaßnahmen“ sind bereits angelaufen, teilte der Netzbetreiber Amprion mit.

Rechtliche Basis für das Vorhaben ist das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) aus dem Jahr 2009. Darin stehen aktuell 22 Bauvorhaben für 380-kV-Höchstspannungsleitungen. Sie sollen dazu dienen, die in Norddeutschland gewonnene regenerative Energien, etwa von Windkraftanlagen, in die Verbrauchszentren im Süden zu leiten. Den Ausbau haben sich vier Netzbetreiber regional aufgeteilt. Für den Westen des Landes ist Amprion zuständig – also auch für das Projekt Nummer zwei von Ganderkesee bis Wehrendorf.

Die Vorbereitungen laufen

Jetzt hat das Unternehmen angekündigt, dass es mit dem Bauabschnitt zwischen dem Umspannwerk in Wehrendorf und Lemförde beginnen will. Dort steht bereits eine über 45 Jahren alte 220-kV-Leitung. Sie soll ersetzt werden, damit zukünftig mehr Strom fließen kann. Die neue Verbindung soll eine Spannung von 380-kV haben und zusätzlich eine 110-kV-Leitung mitführen.

Die Karte zeigt die Vorhaben nach dem Energieleitungsausbaugesetz. Grafik: Wikimedia Commons

Bis es soweit ist, sind Vorbereitungen nötig: Laut Pressemitteilung stehen zunächst „Wegebaumaßnahmen“ an. „Wir verlegen Wegplatten, damit wir mit unseren Gerätschaften bis an die Maststandorte gelangen“, erklärte Projektsprecher Michael Weber auf Nachfrage. Außerdem würden Bäume und Sträucher entlang der Trasse zurückgeschnitten. Diese Maßnahmen erfolgen im „ökologisch verträglichsten Zeitraum“, nämlich im Frühjahr und seien mit den Grundstückseigentümern „abgestimmt“.

Keine weiteren Klagen

Inwiefern, darüber machte Weber keine Angaben. Nur so viel: Nach der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im Juni 2017 habe es keine weiteren Klagen gegen das Projekt gegeben. Landwirte und Grundstückseigentümer hatten Widerspruch gegen die Errichtung und den Betrieb der insgesamt 34 Kilometer langen Höchstspannungsleitung eingelegt. Da einige ihrer Häuser direkt an der Trasse liegen oder sogar von der Leitung überspannt werden, fürchteten sie gesundheitliche Gefahren. Doch die Klagen wurden abgewiesen und Amprion begann mit dem ersten Bauabschnitt.

Zwischen der Umspannanlage in St. Hülfe und Lemförde wird bereits an der Höchstspannungsleitung gebaut. Dort soll sie bis zum Frühjahr 2019 fertig werden. Jetzt wird der zweite Abschnitt zwischen Lemförde und Wehrendorf in Angriff genommen. Nach den Vorbereitungen können die eigentlichen Leitungsbauarbeiten in der zweiten Jahreshälfte beginnen, so Projektsprecher Weber. Die Fertigstellung ist für 2020 geplant. Insgesamt soll der Ausbau der 34 Kilometer langen Trasse rund 90 Millionen Euro kosten.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN