Mögliche Versorgungsengpässe Edeka-Nestlé-Streit: Das kommt auf Wittlager Kunden zu

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Bislang keine Auswirkungen auf die Kunden hat der Streit zwischen Edeka und Nestlé im Wittlager Land. Foto: Uwe Anspach/dpaBislang keine Auswirkungen auf die Kunden hat der Streit zwischen Edeka und Nestlé im Wittlager Land. Foto: Uwe Anspach/dpa

Altkreis Wittlage. Der Lebensmittelgigant Edeka greift zu drastischen Maßnahmen: Wie kürzlich bekannt wurde, streicht die Supermarktkette Produkte des Nahrungsmittelherstellers Nestlé aus dem Sortiment. Was bedeutet der Boykott für die Verbraucher im Wittlager Land?

Seit einigen Tagen verzichtet die europäische Einkaufsallianz Agecore auf die Bestellung von Produkten des Schweizer Konsumgüterkonzerns Nestlé. Hintergrund des Zwists ist ein erbitterter Preiskampf zweier Lebensmittelriesen: Die europäische Einkaufsgemeinschaft, zu der neben Edeka auch Supermarktketten wie Intermarché, Conad und Coop gehören, moniert, dass Nestlé die Konkurrenz preisgünstiger beliefere. Mit dem Verzicht, so hofft Agecore, soll sich Schweizer Konzern bewegen und der Einkaufsgemeinschaft bessere Konditionen anbieten.

Europäische Handelsbühne

Was weit weg scheint und sich auf großer europäischer Handelsbühne abspielt, hat vermutlich auch Auswirkungen auf die Verbraucher im Wittlager Land. Denn: Allein in den Gemeinden Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln gibt es jeweils einen Edeka-Markt. Hinzu kommen die zur Edeka-Gruppe zählenden und im Altkreis Wittlage angesiedelten Netto-Märkte, die wohl ebenfalls von der Entscheidung des Einkaufsbündnisses betroffen sind.

Edeka, so hieß es aus Kreisen der Einzelhändler, habe bereits in der vergangenen Woche damit begonnen, eine detaillierte Liste mit Nahrungsmitteln zu verschicken, die nicht mehr beziehungsweise nur noch eingeschränkt lieferbar sind. Das eine solche Liste vorliegt, bestätigte auch Marc Kuhlmann, Inhaber von insgesamt sieben Edeka Kuhlmann-Filialen in der Region, gegenüber unserer Redaktion. „Das ist aber erst einmal nichts Außergewöhnliches, sondern eher der Standard“, sagt Kuhlmann. „Es kommt immer wieder vor, dass bei manchen Lebensmitteln für eine gewisse Zeit Lieferschwierigkeiten bestehen.“

Die Liste, die den Edeka-Einzelhändlern vorliegt, umfasst nicht lieferbare Nestlé-Produkte. „Die meisten aufgeführten Artikel sind in der Kategorie ‚B‘ einzuordnen, also Lebensmitteln, die eher weniger stark bei den Kunden nachgefragt sind.“

Bekannte Marken

Müssen die Kunden demnächst also auf bekannte Nestlé-Produkte Smarties, Nesquik, Maggi und Co. verzichten? „Momentan gibt es keinen Grund zur Sorge: Die Auswirkungen in den einzelnen Filialen sind für unsere Kunden bislang nicht spürbar“, sagt Kuhlmann. Damit ist auch klar, dass es keine großen Rabatt-Aktionen für Nestlé-Produkte in den Edeka-Märkten von Marc Kuhlmann geben wird. Bislang kursiert die Annahme, Edeka würde anordnen, Nestlé-Produkte in den Märkten vergünstigt anzubieten, um dem Markenwert zu schaden.

Wie es in Zukunft mit den Nestlé-Produkten in seinen Supermärkten aussehen wird, vermag auch Marc Kuhlmann nicht zu beurteilen: „Die langfristigen Entwicklungen sind bislang nicht absehbar.“ Er habe derartige Streits zwischen zwei Lebensmittelkonzernen schon häufiger erlebt – am Ende seien sich die jeweiligen Parteien aber immer einig geworden.


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