Neuapostolische Kirche entwidmet Der letzte Gottesdienst in Bad Essen

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Bad Essen. Nach 44 Jahren fand vor einigen Tagen der letzte neuapostolische Gottesdienst in Bad Essen statt. Danach wurde die Kirche an der Niedersachsenstraße profaniert. Das heißt, das Gebäude wurde entweiht. Das Bauwerk gilt nun nicht mehr als geheiligter Raum für Gottesdienste, sondern als gewöhnliches Gebäude.

Seit 1984 versammelten sich die Gläubigen in dem eigenen Kirchengebäude zu Gottesdiensten und weiteren Veranstaltungen. Zuvor fanden Gottesdienste bereits seit 1974 in angemieteten Räumlichkeiten statt.

Die Gemeindemitglieder besuchen hauptsächlich künftig die Gottesdienste in der Gemeinde Melle. Gottesdienste können auch in den Gemeinden in Lübbecke, Diepholz und Osnabrück gefeiert werden. Darauf weist ein Zettel im Infokasten der neuapostolischen Gemeinde an der Niedersachsenstraße 12 hin. Nachbargemeinden gibt es auch in Bramsche und Bünde.

Die Seele der Gläubigen

Den letzten Gottesdienst in der neuapostolischen Kirche Bad Essen feierte der Leiter des Kirchenbezirkes Osnabrück, Bezirksältester Goran Milosevic. Er erinnerte an die viele Arbeit, die für die Gemeinde geleistet wurde. „Diese ist nicht vergebens, da der Tempel Gottes nicht das Gebäude, sondern die Seele der Gläubigen ist“, so Milosevic. Priester Nils Rosentreter, Vorsteher der Gemeinden Bad Essen und Melle. ging in seiner Predigtzugabe auf die Treue ein.

In diesem Gottesdienst wurde Priester Jürgen Probst nach mehr als 41-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit als Seelsorger in der Neuapostolischen Kirche in den Ruhestand versetzt. Priester Rosentreter wurde anschließend von der Vorsteherbeauftragung für die Gemeinde Bad Essen entbunden. Zum Abschluss des Gottesdienstes profanierte Bezirksältester Goran Milosevic das Gebäude. Als sichtbares Zeichen wurden die Abendmahlskelche sowie die Altarbibel aus dem Gottesdienstsaal getragen. Die Kirche ist damit entwidmet.

Gesellschaftlicher Wandel

Hintergrund für die Schließung der Gemeinde ist unter anderem der demografische und gesellschaftliche Wandel in Deutschland. „Auch die Neuapostolische Kirche steht vor der Aufgabe, lebendige und strukturstarke Gemeinden zu erhalten“.

Zum Kirchenbezirk Osnabrück gehören zehn Gemeinden. Die Neuapostolische Kirche zählt hier etwa 2.400 Mitglieder, die von rund 80 ehrenamtlich tätigen Seelsorgern betreut werden. Nähere Informationen auf der Bezirkswebsite www.nak-osnabrueck.de.


Neuapostolische Kirche (NAK)

Der Kirchenbezirk Osnabrück ist einer von 32 Bezirken der Neuapostolischen Kirche in Nordrhein-Westfalen und zählt zum Bereich Nord. Politisch umfasst der Bezirk Gemeinden entlang des Wiehengebirges bis nach Osnabrück. Im Süden am Teutoburger Wald und als nördlichste Gemeinde Vechta und geht damit über die politische Landesgrenze von NRW nach Niedersachsen über. Bundesweit bekennen sich in 1.800 Kirchengemeinden knapp 350.000 Christen zum neuapostolischen Glauben. Die NAK ist eine christliche Religionsgemeinschaft, die sich Ende des 19. Jahrhunderts von Hamburg aus entwickelt hat. Die NAK sieht das in der urchristlichen Kirche noch vorhandene Apostelamt in ihrer Kirche wieder aufgerichtet. Zu ihren wichtigen Glaubensanschauungen gehört die Erwartung der Wiederkunft Christi in naher Zukunft.

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