Arbeitskreis Ortsgeschichte Erinnerungen an die Wittlager Kreisbahn

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Bad Essen. Mit der Geschichte der Wittlager Kreisbahn hat sich der Arbeitskreises Ortsgeschichte von Bad Essen beschäftigt und auch einige Anekdoten dazu gesammelt.

Hier der Bericht der Mitglieder: „Am 1. März 1899 findet in Bad Essen die Feier des ersten Spatenstichs der Wittlager Kreisbahn statt. Die erste Lokomotive trifft am 26. Juni 1899 in Bohmte ein und trägt den Namen ,Wittlage‘. Es folgen die ,Preußisch Oldendorf‘ und die ,Bad Essen‘.

Eröffnet im Jahr 1900

Endlich am 9. August 1900 ist die Eröffnung des Betriebes der Wittlager Kreisbahn. Der Eisenbahn-Fahrplan von 1. Oktober 1900 listet Touren ab Bohmte um 7.45, 10.10, 3.11, 4.15, 8.30 Uhr über Wehrendorf, Bad Essen, Wittlage, Rabber, Lintorf, Dahlinghausen, Preußisch Oldendorf, Offelten und Holzhausen auf. Der Personenbeförderungspreis von Bohmte bis Holzhausen beträgt eine Mark. Ab Sommer 1936 werden sogenannte Diesel- Triebwagen( Höchstgeschwindigkeit 50 Stundenkilometer) mit eingesetzt, während es die Dampfzüge nur auf 30 beziehungsweise 40 Stundenkilometer schaffen.

Eine nette Geschichte vom Bahnhof Bad Essen in den 1950er Jahre möchten wir einfügen. Wie war es doch noch, als es eine Bahnverbindung zwischen Bohmte und Preußisch Oldendorf gab. Schon Anfang 1901 kamen Kurgäste mit der Bahn nach Bad Essen. Wer im Alten Berghaus wohnte, wurde manchmal mit dem Eselskarren abgeholt und so ging es den Eselweg hinauf zu Hotel. Es war immer ein reges Treiben am Bahnhof, Stückgut sowie Kisten, Koffer oder Pakete, die nicht mit der Post transportiert werden konnten, kamen mit der Bahn und wurden später mit Kleintransporter oder Pferdewagen, manchmal sogar mit einem Bollerwagen weiter transportiert.

Der Gurkendoktor

Der Bahnhof am Ende der Bahnhofsstraße – heute Harpenfelder Weg – war für Bad Essen von großer Bedeutung. Jeden Morgen zwischen 5.30 und 8 Uhr eilten viele Menschen zum Bahnhof. Entweder fuhren sie zur Arbeit oder Schüler mussten in Bohmte umsteigen, um nach Osnabrück zur weiterführenden Schule zu gelangen. Wenn nach Feierabend die Leute zurückkamen, dann nahmen sie noch gerne in der Bahnhofsgaststätte ein Feierabendbier oder einen Korn zu sich. Das ,Kaffee Pappdach‘, so wurde die Gaststätte im Volksmund genannt, wurde von Paul Völker mit Spitznamen „Gurkendoktor“ geführt. Für den kleinen Hunger gab es Frikadellen, Soleier oder eingelegte Gurken.

Jeder Fahrgast bekannt

Am Schalter kaufte man damals eine Fahrkarte, sie war klein und aus brauner Pappe. Im Zug wurde sie dann vom Schaffner, Koch´s Krischan, mit einer Lochzange entwertet. Er pflegte zusagen: Ohne Loch kann ich keinen fahren lassen.‘ Fast jeder Fahrgast war dem Schaffner bekannt, der täglich die Kreisbahn benutzte, so konnte es sein, dass wenn er einen Fahrgast eilig die Bahnhofsstraße herunter laufen sah, sich die Abfahrt verzögerte, bis der Fahrgast eingestiegen war.

Aber schon im Winter 1966/67 verkehrte nur noch ein Triebwagenpaar zwischen Bohmte und Preußisch Oldendorf und ab Sommer 1971 wird der Schienenpersonenverkehr eingestellt. Die Personenbeförderung wird nun von Bussen übernommen.


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