Antrag der Christdemokraten Gelände des Speichers in Bad Essen neu überplanen

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Hat der Speicher noch eine Zukunft? Die CDU wird nun den Rückbau beantragen. Die Fläche soll neu überplant werden. Foto: Friedrich LükeHat der Speicher noch eine Zukunft? Die CDU wird nun den Rückbau beantragen. Die Fläche soll neu überplant werden. Foto: Friedrich Lüke

Bad Essen. Was wird aus dem Speicher am Mittellandkanal in Bad Essen? Die Gemeinde, der Sanierungsträger BauBeCon und Investor Werner Steinemann hatten vertraglich eine Aufhebung des Kaufvertrages vereinbart. Der 2018 geplante Umbau ist damit gescheitert. Die CDU-Fraktion beantragt nun einen architektonischen und städtebaulichen Wettbewerb zur Neugestaltung statt Sanierung des Altbestands.

Die nächste Sitzung des Gemeinderates Bad Essen findet am Donnerstag, 8. März, ab 17 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Rabber statt. Die Zukunft des alten Kornspeichers wird ein Thema an diesem Tag sein.

Intensive Beratungen

Nach den intensiven Beratungen der vergangenen Monate hat die CDU-Ratsfraktion gemeinsam mit dem CDU-Gemeindeverband beschlossen, in der Sitzung des Verwaltungsausschusses den Antrag auf Rückbau des Speichers am Mittellandkanal zu stellen. Statt einer Sanierung soll ein architektonischer und städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben werden. „Ziel ist es, ein markantes und ansprechendes Gebäude und ein Umfeld zu schaffen, das der Bedeutung des Standorts für Bad Essen und seine Bürger gerecht wird“, so die CDU.

Mit der erfolgreichen Umsetzung des Baugebietes „Wohnen am Wasser“ und dem Bau der Marina sei es sehr erfolgreich gelungen, aus einer alten Industriebrache einen Anziehungspunkt zu machen, so die einhellige Meinung der CDU-Fraktion.

Fabrikhallen mit Asbestlasten

Zur Erinnerung: Vor dem Beginn den Sanierungsmaßnahmen standen an dieser Stelle alte Fabrikhallen mit Asbestlasten, es gab keinen Zugang zum Mittellandkanal und gegenüber des Gymnasiums befand sich eine Industriebrache ohne Perspektive. Durch die Umgestaltung des Geländes entstand zentrumsnaher Wohnraum. Außerdem ein in seiner Art einzigartiges Marinabecken als Nah- und Fernziel für Wassersportler und Besucher. „Die Nachfrage nach Wohnraum war so groß, dass die Grundstücke zur Bebauung seinerzeit verlost werden mussten, und auch die Belegung des Marinabeckens mit Booten liegt weit über den seinerzeit angestellten Erwartungen. Wir konnten bei diesen Maßnahmen den Kostenrahmen einhalten und haben unseren Bürgern keine ungeplanten finanziellen Belastungen zugemutet“, stellen die Mitglieder der CDU-Ratsfraktion fest.

Städtebaulicher Rahmenplan

Anders ist die Lage bei der ursprünglich angedachten Sanierung des Speichers. Bereits im Jahr 2003 wurden die Planungen zum Sanierungsgebiet inklusive des Ziels zur Sanierung des Speichers aufgenommen, bis 2008 wurde ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben und beendet. Es ist ein städtebaulicher Rahmenplan aufgestellt worden und alle Voraussetzungen waren geschaffen, um den Speicher zu erhalten.

Ideen und Vorschläge

„Seit Jahren haben wir mit verschiedenen Investoren mit verschiedenen Ideen und Vorschlägen verhandelt. Der Speicher sollte komplett saniert und zu Wohnzwecken steuerlich gefördert verkauft werden. Es sollte Gastronomie angesiedelt werden. Ein Teil der Investoren plante eine Teilnutzung des Speichers, die anderen eine komplette. Ein Interessent plante als reiner Bauträger, ein weiterer als Nutzer in Teileigentum. Gemeinsam haben alle Überlegungen nur eins: Sie wurden nicht umgesetzt, da eine Wirtschaftlichkeit nicht gegeben war – trotz erheblicher öffentlicher Subventionen beim Umbau, trotz Sonderabschreibungen beim Kauf, trotz europaweiter Ausschreibung. Wir hatten Architekten, Bauunternehmen, Finanzinvestoren, Ingenieur- und Planungsbüros am Tisch, aber alle einte nur eins: Niemand konnte uns bisher ein tragfähiges und zukunftsfähiges Konzept vorlegen, bei dem wir als Gemeinde Bad Essen nicht ins Kostenrisiko gehen“, fasst die CDU-Fraktion die Ergebnisse zusammen.

Alle Anstrengungen unternommen

Der Fraktionsvorsitzende Michael Kleine-Heitmeyer schlussfolgert: „Rat und Verwaltung haben wirklich alle Anstrengungen unternommen, den Speicher zu sanieren – und das seit Jahren. Zu Beginn der Anstrengungen waren die Bedingungen für Investoren sogar noch günstiger als heute: Seinerzeit standen bis zu zwei Millionen Euro für die Umbaumaßnahmen zur Verfügung und die Baubranche hatte Kapazitäten frei. Heute stehen diese Mittel bedingt durch den zeitlichen Ablauf des Sanierungsverfahrens für die Sanierung nicht mehr zur Verfügung. Die Baukosten sind in den vergangenen Jahren jährlich im zweistelligen Bereich gestiegen“, so Kleine-Heitmeyer. „Trotz riesiger Nachfrage im Baubereich griff kein Investor den Speicher als Projekt auf – das lässt nur den Schluss zu, dass eine Umsetzung nicht wirtschaftlich darstellbar war und ist. Unser Blick und Handeln muss nun nach vorne gehen: Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Bad Essen im Sinne der Bürger zu entwickeln, angemessenen Wohn- und Lebensraum zu schaffen und attraktiv zu gestalten“.

Rückbau des Speichers

Aus diesen Gründen stellt die CDU-Fraktion den Antrag auf Rückbau des Speichers und eine Überplanung der Fläche für die Bürger Bad Essens: Das zu gestaltende Gebäude müsse architektonisch besonders und wieder ein Wahrzeichen für Bad Essen sein. Außerdem sei die Schaffung einer Freifläche, zum Beispiel für das Hafenfest oder auch für Konzerte, wünschenswert, so die CDU.


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