Übergabe in Eielstädt Neue Fahrzeuge für die Bad Essener Ortsfeuerwehr

Von Rainer Westendorf


Eielstädt . Die Feuerwehr Bad Essen-Eielstädt-Wittlage hat das neue Löschgruppenfahrzeug und die Drehleiter offiziell in Dienst gestellt. Die Fahrzeugübergabe fand im Feuerwehrhaus an der Schulallee im Beisein zahlreicher Gäste aus Feuerwehren, Politik und Verwaltung statt. Monika Stallmann und Pater Jose spendeten den kirchlichen Segen.

Der stellvertretende Ortsbrandmeister Werner Henrichs, der bei der Übergabe den erkrankten Ortsbrandmeister Jens Wischmeyer vertrat, blickte auf die Fahrzeugbeschaffung zurück. Nach der Ausrichtung des Gemeindefeuerwehrtags 2016 war das die bislang größte Herausforderung für das Führungsduo, das seit sieben Jahren an der Spitze der Ortswehr steht. Immerhin sind Neuanschaffungen dieser Dimension nur alle 20 bis 30 Jahre fällig. „Wir haben Fachmessen und andere Feuerwehren besucht“, so Henrichs. „Es wurden viele Stunden investiert, um das Optimum für unsere Feuerwehr zu erreichen“, sagte der stellvertretende Ortsbrandmeister. Sein Versprechen: „Wir werden die Fahrzeuge sorgsam behandeln“.

Vorgänger werden verkauft

Die Gemeinde hat viel Geld in die Neubeschaffung investiert. Auch Sponsoren haben den Kauf unterstützt. Die Drehleiter DLAK 23/12 kostet rund 650.000 Euro, das Löschgruppenfahrzeug (LF 10) 250.000 Euro. Die beiden ausgemusterten Vorgänger werden übrigens verkauft. „Die Feuerwehren brauchen nicht nur engagierte Kameradinnen und Kameraden, sondern auch die richtige Ausrüstung“, betonte Bürgermeister Timo Natemeyer. Die alte Drehleiter und das LF 16 standen zur Ausmusterung an. Feuerwehren und Verwaltung hatten schon vor einigen Jahren ein Konzept für die Fahrzeugbeschaffungen entwickelt. Die beiden Neuzugänge für Bad Essen-Eielstädt-Wittlage sind Bestandteil dieses Konzepts. Weiter Fahrzeuge für andere Ortswehren folgen in diesem und in den nächsten Jahren.

Anforderungen steigen

„Die Anforderungen an Mensch und Technik steigen stetig an“, so Natemeyer. Mit der Drehleiter und dem neuen Löschgruppenfahrzeug werden diesen Anforderungen entsprochen. In den vergangenen 30 Jahren habe sich auch in Bezug auf die Ausrüstung vieles getan. So weise die neue Drehleiter viele technische Verbesserungen auf, die die Einsätze erleichterten und optimierten. Und damit das alles gut funktioniert, hat die Ortswehr zahlreiche Stunden in Übungsdienste und Trainingsfahrten investiert. Die Drehleiterschulung haben Mitglieder der Berufsfeuerwehr Hamburg vorgenommen. Und diese bescheinigten den ehrenamtlichen Feuerwehrkräften aus dem Wittlager Land einen hohen Ausbildungsstand. In den nächsten gut 20 Jahren sollen Drehleiter und Löschgruppenfahrzeug nun ihren Dienst versehen. „Passt immer gut darauf auf…“, merkte der Gemeindebürgermeister an.

Noch keine Lösch-App

„Die Fahrzeuge stärken die Gemeindefeuerwehr“, sagte Gemeindebrandmeister Jobst Wilker, der ebenso wie Helmut Meyer vom Feuerwehrverband Altkreis Wittlage Glückwünsche aussprach. „Wir freuen uns – auch für die Bürger – dass die Feuerwehr so gut aufgestellt ist“, so Kreisbrandmeister Cornelis van de Water. Löschgruppenfahrzeug und Drehleiter würden gebraucht. Denn. „Eine App zum Löschen von Bränden gibt es noch nicht…“


Die neuen Fahrzeuge

Die neue vollautomatische Drehleiter mit Korb – als Kurzform DLA(K) 23/12 – wurde vom Aufbauhersteller Rosenbauer/Metz aus Karlsruhe abgeholt. Das Fahrgestell ist ein Mercedes Benz Atego 1529 F. Das Fahrzeug hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 15,5 Tonnen. Die Arbeitshöhe beträgt 32 Meter, die Korbbodenhöhe liegt bei 30 Meter. Der Korb (Typ HR-500 MF) der Drehleiter hat eine Nutzlast von 500 Kilogramm und bietet Platz für bis zu fünf Personen. Bei Aufnahme der Krankentrage (Kombimodell für Korb- und Schwerlastkorbtragen) liegt die Nutzlast bei maximal 300 Kilogramm. Das Fahrzeug ist mit einer Vielzahl an LED-Beleuchtungen ausgestattet und verfügt über vier Kameras.

Das neue Löschgruppenfahrzeug (kurz: LF 10) kommt vom Aufbauhersteller Schlingmann aus Dissen. Das Fahrgestell ist ebenfalls von Mercedes Benz (Atego 1529 AF). Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 16 Tonnen. Im Heck des Fahrzeugs sind eine Feuerlöschkreiselpumpe und im Inneren ein Löschwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 2.000 Litern eingebaut. Das Heck verfügt zudem über eine mechanische Leiterentnahmehilfe vom Fahrzeugdach.

Im Gruppenraum können sich während der Einsatzfahrt bis zu vier Atemschutzgeräteträger (AGT) mit PA (Pressluftatmer) für einen eventuellen Innenangriff bei einem Gebäudebrand ausstatten. Zudem verfügt das Fahrzeug über folgende Ausstattungen: Pneumatischer Lichtmast mit vier LED-Scheinwerfern, Verkehrsabsicherungsmaterial, LED-Heckabsicherung und -Umfeldbeleuchtung, Werkzeugschwenkwand, Hygienewand, Stromerzeuger, Wärmebildkamera, Standheizung und Rückfahrkamera.