Fazit: „Optimal gelaufen“ Generationenwerkstatt der Oberschule Bad Essen

Von Kerstin Balks

Haben etwas bewegt: die Akteure der Generationenwerkstatt an der Oberschule Bad Essen. Foto: Kerstin BalksHaben etwas bewegt: die Akteure der Generationenwerkstatt an der Oberschule Bad Essen. Foto: Kerstin Balks

Bad Essen. „Generationen übergreifend, Jugend begeisternd“ ist das Motto der Generationenwerkstatt, einem Projekt zur Berufsorientierung, das die Ursachenstiftung Osnabrück ins Leben gerufen und jetzt auch mit Schülern der Oberschule Bad Essen umgesetzt hat. Die Ergebnisse können sich sehen lassen – pädagogisch wie handwerklich, und dafür gab es ein Zertifikat.

Jungs in der Pubertät haben es nicht leicht. Das wissen Eltern, das wissen Lehrer und das wissen Wissenschaftler, wie der bekannte Hirnforscher Gerald Hüther, der sie sogar als Verlierer unseres Bildungssystems sieht. Der Kontakt zu Hüther veranlasste Stifter Johannes Rahe vor einigen Jahren, mit seiner Ursachenstiftung speziell diese Zielgruppe zu fördern. Aufgrund der Anstrengungen, die zur Förderung der Gleichstellung seit vielen Jahren unternommen würden, gebe es viele Projekte für Mädchen, deshalb nehme die Generationenwerkstatt verstärkt die Jungs in den Fokus, so Rahe. Das Projekt in der Oberschule Bad Essen eingerechnet, ist diese Werkstatt seit 2014 insgesamt 100 Mal an den Start gegangen.

Etwas Neues schaffen

Die Idee: Schüler zwischen zwölf und 15 Jahren kommen in einen Betrieb, lernen das Unternehmen kennen und schaffen dort etwas Neues. Ein Altmeister unterstützt sie dabei und vermittelt wichtige Fähigkeiten. Bei der Generationenwerkstatt der Oberschule Bad Essen wurden die Schüler Kevin Gärtner, Jan Hoberg und Simon Gerder in der Firma Göckemeyer Metallbau Venne von Meister Gregor Schlangen begleitet; in der Tischlerei Vielstädte in Hitzhausen unterstützte Meister Konrad Lohrmann die Schüler Odin Wloch, Martymas Lukas, Matthias Stressler und Maximilian Walker. Seitens der Schule waren die Lehrer Verena Abeln und Daniel von Kirchner die Ansprechpartner.

Dinge, die funktionieren

Im Projekt, das im November vergangenen Jahres für die teilnehmenden Bad Essener Neuntklässler, die sich allesamt freiwillig dafür angemeldet hatten, begann und für das die Schüler bis zu achtmal in den jeweiligen Betrieb kamen, lernten sie den gesamten Prozess zur Herstellung eines Werkstückes kennen – angefangen bei Auftragseingang, Ideenentwicklung und Zeichnung, über die handwerklichen Arbeiten bis hin zur Präsentation bzw. Inbetriebnahme. „Es werden Dinge hergestellt, die auch funktionieren“, fasste Johannes Rahe knapp das zusammen, was auf der Bühne der Schulaula zu bewundern war: Die Tischlergruppe hatte äußerst dekorative Möwen aus Holz gefertigt, als Gruppenarbeit ein Exemplar mit einer stattlichen Spannweite von über zwei Metern, dazu noch jeder Teilnehmer für sich eine verkleinerte Version dieses stolzen Vogels, der demnächst den Schulhof schmücken dürfte. Die Metallbaugruppe präsentierte robuste Holzkohlengrills aus Edelstahl in modernem individualiserten Design, denen man die erfolgreiche Nutzung, also besagtes Funktionieren, ansehen kann.

Gerne fortschreiben

Zur Vorstellung der Projektergebnisse und Verleihung der Zertifikate in der Aula der Oberschule waren ausdrücklich Schüler des achten Jahrgangs eingeladen. An diese Altersgruppe richtet sich die Generationenwerkstatt, sie wären also im kommenden Schuljahr mit von der Partie, wenn das Projekt, und dafür stehen die Chancen gut, fortgeschrieben werden sollte. In das Schema der Berufsvorbereitung der Schule, die im 8. Jahrgang Kompetenzermittlung vorsieht, auf deren Basis in der 9. Klasse die Berufsorientierung und in der 10. Klasse das Bewerbertraining erfolgt, füge sich das Projekt ideal ein, zumal durch die Freiwilligkeit eine hohe Motivation gegeben sei, so Schulleiter Kurt Rieke.

Dass sie Spaß in der Werkstatt hatten, sah man den Schülern an, aber auch den Altmeistern hatte es offensichtlich viel Freude bereitet, mit den Jungs zu tüfteln – „und der Jugend zu demonstrieren, was Handwerk vollbringen kann“, wie Konrad Lohrmann sagte. Oder wie sich aus Gregor Schlangen schlichtem wie vielsagenden Fazit ableiten lässt: „Optimal gelaufen!“