Bewerbung im Sommer Wittlager Land soll Fairtrade-Region werden

Von Rainer Westendorf

Produkte aus fairem Handel müssen im Sortiment vertreten sein. Das ist eine der Voraussetzungen, um die Anerkennung zu erhalten. Foto: Oliver KratoProdukte aus fairem Handel müssen im Sortiment vertreten sein. Das ist eine der Voraussetzungen, um die Anerkennung zu erhalten. Foto: Oliver Krato

Altkreis Wittlage. Das Wittlager Land ist auf dem Weg zur Fairtrade-Region. Eine Steuerungsgruppe wird gebildet. Im April findet dann ein weiteres Treffen statt.

Bad Essen ist bereits seit Ende 2017 anerkannte Fairtrade-Kommune. Auf dem 1. Bad Essener Cittaslow-Land-Markt konnte die Kommune die offizielle Urkunde als Fair-Trade-Town“ im Landkreis Osnabrück entgegennehmen. Nun soll die nächste Etappe folgen – gemeinsam mit Ostercappeln und Bohmte ist der nächste Schritt die faire Region. Diese Auszeichnung wird vom Verein TransFair.

(Fairtrade Deutschland) an solche Städte, Kommunen, Schulen und Universitäten verliehen, die für fairen Handel und nachhaltiges Wirtschaften sensibilisieren.

Bedingungen erfüllen

Auf dem Weg zur Auszeichnung muss das Wittlager Land allerdings bestimmte formale Bedingungen erfüllen. So müssen auch die Gemeinderäte Bohmte und Ostercappeln einen Beschluss fassen, dass gemeinsam der Titel „Fairtrade-Region Wittlager Land“ angestrebt wird. „Dieser Beschluss ist in Ostercappeln in der Ratssitzung am 13. März vorgesehen“, so Bürgermeister Rainer Ellermann.

Langfristige Handelsbeziehungen

Der Verein TransFair (Fairtrade Deutschland) verfolgt das Ziel, über Mindestpreise, existenzsichernde Löhne, langfristige Handelsbeziehungen und eine nachhaltige Produktion gerechtere Bedingungen im Welthandel zu schaffen. „Das alleine reicht aber nicht aus: Gesellschaft, Politik und Wirtschaft müssen für die fair gehandelten Produkte auch sensibilisiert werden – dieses Engagement wird mit der Auszeichnung als Fairtrade-Stadt beziehungsweise Fairtrade-Region gewürdigt“, erklärt Ile-Regionalmanagerin Anna Becker die Hintergründe. Ile steht für Integrierte ländliche Entwicklung und ist ein Instrument, mit dem die Europäische Union und das Land Niedersachsen die Entwicklung des ländlichen Raums unterstützen – dezentral, vor Ort und in Zusammenarbeit mit den Einwohnerinnen und Einwohnern.

Steuerungsgruppe gebildet

Das Wittlager Land unterstützt das Anliegen und ist dabei, die formalen Kriterien einer Fairtrade-Region zu erfüllen. So müssen für die Anerkennung als Fairtrade-Region öffentliche Einrichtungen, mindestens acht Einzelhändler und vier Gastronomiebetriebe im Wittlager Land fair gehandelte Produkte vertreiben beziehungsweise anbieten, was problemlos möglich ist. Außerdem sollen verschiedene Bildungsaktivitäten erfolgen und eine Steuerungsgruppe gebildet werden, die Aktionen rund um das Thema Fairtrade anstößt. „Die Bewerbung als Fairtrade-Region soll im Sommer abgegeben werden“, so Anna Becker.

Grundstein ist gelegt

Der Grundstein dafür ist gelegt: Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung haben sich bereits erste Mitglieder für eine Steuerungsgruppe gefunden. Auch verschiedene Einzelhändler und Gastronomen haben Interesse gezeigt, die Fairtrade-Region Wittlager Land auf ihrem Weg zu begleiten. Für Wirtschaftsunternehmen genauso wie für Einwohner der Region gibt es weiterhin vielfältige Möglichkeiten des Engagements, zum Beispiel als Mitglieder der Steuerungsgruppe, bei Veranstaltungen, mit dem Kauf oder Vertrieb von Fairtrade-Produkten.

Nächstes Treffen am 17. April

Die Steuerungsgruppe bildet sich beim nächsten Austauschtreffen, das am 17. April stattfindet. Interessierte können sich bei Ile-Regionalmanagerin Anna Becker melden, die alle Aktivitäten koordiniert. Sie ist persönlich unter Tel. 05473/9202-48 oder per Mail an ilek@wittlager-land.eu zu erreichen. Termine und der Projektstand werden auch regelmäßig auf der Website des Regionalmanagements unter www.wittlagerland.eu aktualisiert.


Als Fairer Handel (englisch fair trade) wird ein kontrollierter Handel bezeichnet, bei dem den Erzeugern für die gehandelten Produkte oder Produktbestandteile meist ein von den einzelnen Fair-Trade-Organisationen unterschiedlich bestimmter „Mindestpreis“ bezahlt wird. Damit soll den Produzenten auch bei niedrigeren Marktpreisen ein höheres und verlässlicheres Einkommen als im herkömmlichen Handel ermöglicht werden.

Fairer Handel ist also eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt.

Schwerpunkt sind landwirtschaftliche Güter. In jüngerer Zeit weitet sich der Handel auf industrielle Produkte aus, und es gibt Initiativen, die ihn auf Computer und Erdöl auszuweiten.