Ausstellung im ersten Stock Bunte Dekalkomanie in der Rathausgalerie Bad Essen

Von Louisa Riepe


Bad Essen. In der Bad Essener Rathausgalerie ist eine neue Ausstellung eröffnet worden. Für ihre „Symphonie der Farben“ hat Künstlerin Iris Nepke die Technik der Dekalkomanie weiterentwickelt.

Eine „Symphonie der Farben“ kündigt die neue Ausstellung in der Rathausgalerie in Bad Essen an. Und farbenfroh geht es auf den Bildern auch zu. Die Aquarelle von Künstlerin Iris Nepke strahlen mal in Grüntönen, mal von kräftigem rot bis sattem violett. Sie zeigen abstrakte Strukturen, die an Motive aus der Natur erinnern. Eigentlich unbeschreiblich, aber was zu sehen ist, hat einen Namen. „Das ist Dekalkomanie“, erklärt die Künstlerin.

Der Farbabklatsch ist kinderleicht

Die Technik entstand ursprünglich in England und wurde durch die Surrealisten des 20. Jahrhunderts berühmt. Max Ernst war einer der bedeutendsten Künstler, die diese Technik anwendeten. Sein Werk „Europa nach dem Regen“ war es auch, das Iris Nepke vor Jahren zum ersten Mal auf die Idee brachte, den sogenannten Farbabklatsch auszuprobieren.

Die Technik ist eigentlich sehr einfach, sogar Kinder können sie anwenden: Dabei gibt man Farbe auf einen Träger, zum Beispiel eine Glasplatte, und legt ein Stück Papier darauf. Bewegt man das Papier, entstehen Farbmuster. Wenn man das es dann vom Träger abzieht „ist es jedes Mal ein Wunder, welche Strukturen dabei heraus kommen“, sagt Nepke.

Geliebte Aquarellfarben

Sie hat die Technik verfeinert: Zum einen benutzt sie für ihre Bilder ihre „geliebten“ Aquarellfarben mit der besonderen Leuchtkraft und ein Papier, das sie es nur durch ihre guten Beziehungen direkt vom Hersteller bekommt. Zum anderen zeigt sie in ihrer Ausstellung nicht das Original, sondern nur ein Teilstück. „Ich habe meine Bilder eingescannt, ein kleines Quadrat ausgeschnitten, es stark vergrößert und auf hochwertiges Fotopapier gedruckt“, erklärt die Künstlerin die Besonderheit.

Strukturen aus der Natur lassen sich in Nepkes Werken erkennen. Foto: Louisa Riepe

Insgesamt, so schätzt sie, habe sie für die Erstellung der Ausstellungsmotive etwa zwei Stunden Arbeitszeit benötigt. „Es ist eine Spielerei, ein Ausprobieren“, beschreibt Nepke den Entstehungsprozess.

Das Ergebnis beeindruckte bei der Eröffnung auch Bürgermeister Timo Natemeyer. Er betonte, es sei „etwas ganz besonders“, dass mit Iris Nepke eine Künstlerin in der Rathausgalerie ausstellt, „die sonst das Netzwerk zusammen hält“. Nepke bietet regelmäßig Kurse an der Bad Essener Kunstschule an. Die Ergebnisse der Teilnehmer wurden schon häufiger im Rathaus gezeigt.

Ausstellung noch bis Ende April

Dieses Mal bewunderte das kundige Publikum bei der Vernissage Nepkes eigene Werke. Vor allem die Farbintensität der 13 verschiedenen Bilder stach ins Auge. „Es sieht aus, als wäre es ein echtes Aquarell in dem Rahmen“, befand eine ältere Dame. Wie die anderen Gäste erkannte sie die unterschiedlichsten Motive in den Bildern. Ob Bäume, Moos, Korallen oder ein Vulkan, die Betrachter konnten sich nicht einigen.

Was Iris Nepke selbst in den abstrakten Strukturen sieht, will sie allerdings nicht verraten. „Das sollte man jedem selbst überlassen“, meint die Künstlerin. Die Möglichkeit dazu gibt es noch bis Ende April zu den Öffnungszeiten des Bad Essener Rathauses. Die Ausstellung befindet sich im ersten Stock.