Viel Musik in St. Nikolai Barbara Kleyer organisiert Konzerte in Bad Essen

Von Christa Bechtel

Seit diesem Jahr organisiert Barbara Kleyer die Konzertreihe in der St.-Nikolai-Kirche Bad Essen. Foto: Christa BechtelSeit diesem Jahr organisiert Barbara Kleyer die Konzertreihe in der St.-Nikolai-Kirche Bad Essen. Foto: Christa Bechtel

Bad Essen. In der katholischen Kirchengemeinde Bad Essen leitet Barbara Kleyer seit zehn Jahren die Kinderkirche gemeinsam mit Rainer Gelhot. In der evangelischen Gemeinde begleitete sie vor zwei Jahren den Vorkonfirmandenunterricht. Jetzt hat sie die Nachfolge von Jostine Schönfelder und Ingrid Meyer angetreten und organisiert die inzwischen sehr beliebte Konzertreihe in St. Nikolai.

Da Barbara Kleyer auch aktive Musikerin ist, sah Pastorin Elfriede Siemens in ihr wohl die prädestinierte Fachfrau. „Als im vergangenen Jahr Frau Schönfelder sagte, dass sie gerne aus Altersgründen mit der Organisation der Konzertreihe aufhören möchte, hat Frau Siemens mich im Januar 2017 gezielt angesprochen. Ob ich mir das vorstellen könnte“, erzählt die gebürtige Weilburgerin, die seit 15 Jahren Wahl-Bad Essenerin ist. Nach einer kurzen Bedenkzeit und da die Pastorin ihr gesagt hatte „ich habe freie Hand in der Gestaltung, hat mich das sehr gereizt, sagt die Hessin lächelnd.

Die Kantorei in Weilburg

Vorgeprägt im Elternhaus begann Barbara Kleyer mit sechs Jahren Blockflöte zu spielen. Fünfjährig ging sie in den Kinderchor, mit 13 Jahren in die Kantorei in Weilburg. „Wir hatten dort ein sehr reges Musikleben. Da gibt es die Weilburger Schlosskonzerte, die in den 1970er Jahren von einem Lehrer des Gymnasiums gegründet wurden. Der hat den Schülern die Möglichkeit gegeben, als Platzanweiser zu arbeiten, was ich auch jahrelang gemacht habe, sodass ich viele Konzerte kostenlos hören konnte“, schildert sie.

Zehnjährig begann die Mutter von zwei Kindern Klavier zu spielen; mit zwölf Jahren kam die Klarinette hinzu. Vor vier Jahren lernte die 43-Jährige noch Querflöte. Heute singt die Senior-Projektleiterin in einem Marktforschungsinstitut in Wallenhorst in der Kantorei in Lübbecke mit. „Ich wollte gerne in einen Chor mit Anspruch gehen, der auch viel Konzerte gibt“, stellt sie ihre Intention dar, warum Lübbecke. Seit zwei Jahren gehört sie zudem zu einem Ensemble in Melle-Neuenkirchen. „Das sind Musiker, die in Orchestern spielen oder gespielt haben und sich am Wochenende einfach der barocken Musik widmen.“

Auch eine finanzielle Sache

Zukünftig wird Barbara Kleyer immer für das folgende Jahr die Konzertreihe in der Nikolaikirche planen. „Man muss überlegen, wen man einladen möchte. Zum Teil schreiben die Musiker/Ensembles die Gemeinden an, was mir weitergeleitet wird. Ich schau dann, was ich toll finde, habe aber auch geguckt, was in den letzten Jahren gut gelaufen ist, da es auch eine finanzielle Sache ist. Für dieses Jahr habe ich zum Beispiel meine Querflötenlehrerin eingeladen“, weist sie auf das Organisatorische. Manchmal würde sie sich im Internet Hörproben anhören. „Es gibt tolle Ensembles, die aber oft den finanziellen Rahmen sprengen“, geht sie darauf ein, dass das Budget der Kirchengemeinde begrenzt ist. Manchmal würden die Musiker aber das Konzertrisiko übernehmen; die Kirchengemeinde bekomme dann zehn Prozent.“

Oft werde jedoch ein festes Honorar gezahlt. „Da führe ich mit den Musikern Verhandlungen, was sie sich vorstellen. Meine ‚Schmerzgrenze‘ liegt bei 500 Euro, weil wir zehn Euro Eintritt nehmen. Wir müssen die Kosten decken, das heißt, es müssen mindestens 50 Leute kommen. Je mehr kommen, desto mehr Eintrittsgelder. Der Rest ist für die Kirchengemeinde. Davon werden wieder kirchenmusikalische Projekte finanziert“, zeigt Barbara Kleyer auf.

Junge Philharmonie Köln

Ein Highlight in diesem Jahr sei bereits der Auftritt des Kammerorchesters der Jungen Philharmonie Köln „The Chambers“ gewesen. Weitere würden zum Beispiel mit „Musica Sacra“ im Juni sowie mit dem Nordwestdeutschen Kammerensemble im Oktober folgen. Inzwischen ist Barbara Kleyer bereits für 2019/20 in der Planung. Vorgesehen sei wahrscheinlich ein Trio in der Besetzung Klarinette, Kontrabass und Akkordeon, „die Richtung Klezmer, Jazz spielen“, erklärt sie euphorisch. Weiter werde wohl im Juni 2020 die Kantorei Lübbecke in Bad Essen auftreten. Ihr Wunsch für die Konzertreihe: „Dass die Leute sich begeistern lassen, in die Konzerte kommen, sich das anhören und die Reihe weiterempfehlen.“ Eintrittskarten gibt es in der Regel an der Abendkasse. Da die Konzerte stets sonntags um 17 Uhr beginnen, ist Einlass ab 16 Uhr.


Die Konzerte für das Jahr 2018:

11. Februar Musik für Querflöte und Gitarre – Andrea Bökenheide, Andreas Hölzer

15. April Musik für Streichquartett – Studierende der Hochschule Osnabrück

20. Mai Von Bach bis Broadway (Violine und Klavier) Hansdieter Meier, Martin Stindt

24. Juni Musica Sacra – Florian Kubiczek, Trompete, Benjamin Pfordt, Orgel

30. September The Gregorian Voices – Gregorianische Gesänge von Mittelalter bis Pop (Vorverkauf)

21. Oktober Nordwestdeutsches Kammersensemble Klavierquartett