Kostenfreies Angebot Ehrenamtlicher Die Suppe schmeckt im Dorfgemeinschaftshaus Hüsede

Von Karin Kemper


Hüsede. „Hat’s geschmeckt?“ hieß es bei der Premiere der Neuauflage der Suppenküche im Dorfgemeinschaftshaus Hüsede. Serviert wurde eine Steckrüben-Kartoffelsuppe. Die eindeutige Antwort: „Es schmeckt sehr gut.“

Dass es die gemütliche Runde im Dorfgemeinschaftshaus Hüsede überhaupt geben kann, ist etlichen Beteiligten zu verdanken. Da ist erst einmal Elisabeth Putzer als „Chefin“ und Ansprechpartnerin, die zusammen mit Heriberta Hallmann, die beim Suppenküchentermin nicht dabei sein konnte, das Kochen und die notwendigen Vorbereitungsarbeiten übernommen hatte. Kiloweise Kartoffeln und Steckrüben wollen erst einmal geschält und zerschnitten sein. Und dann war da noch die Frage: „Würde das vorbereitete Essen überhaupt reichen?“

„Suppenküche mit Tradition“

Wer sich über das Schild am Eingang gewundert haben sollte, auf dem „Suppenküche mit Tradition“ steht, bekommt hier die Erklärung. Vor rund 20 Jahren, so berichtet Elisabeth Putzer, hatte Christiane Kardinal die Suppenküche initiiert. Sie sei von Anfang an dabei gewesen. Und nachdem die Gründerin sich im Jahr 2015 einer Operation unterziehen musste, habe sie mit einem Miniteam weitergemacht. Die Pflege einer Tante habe dann keine Kraft mehr für die Suppenküche gelassen.

Keine Ruhe gelassen

Das Schicksal habe es dann gewollt, dass sie Frau Eichwald vom Verein Aktiv Leben getroffen habe. Sie habe keine Ruhe gelassen und sie überzeugt, die Suppenküche wieder ins Leben zu rufen – mit Begleitung des Vereins. Die Anfrage, das Dorfgemeinschaftshaus nutzen zu können, sei sofort von der Ortsbürgermeisterin positiv beschieden worden.

Selbstverständlich zugesagt

Selbstverständlich war Ursula Möhr-Loos Gast der Neuauflage der Suppenküche – zusammen mit Axel Gruczyk, dem stellvertretenden Bad Essener Ortsbürgermeister, und Gemeindebürgermeister Timo Natemeyer. Sie wies den Dank für die Unterstützung, den Katharina Eichwald zollte, sofort zurück: „Öffentliche Räume müssen genutzt werden. Dafür sind sie da. Ich habe nichts getan, nur ja gesagt und vorher geschaut, ob die Räume im Dorfgemeinschaftshaus am geplanten Termin zur Verfügung stehen.“

Axel Gruczyk meinte, bevor er das Band zur Küche durchschnitt und so den Weg freigab: „Schön, dass so viele gekommen sind. Vorher waren alle traurig, dass Katharina nicht mehr da war und die wunderbare Idee der Suppenküche mit ihr gestorben war.“ Umso erfreuter sei er gewesen, dass die Idee besteht weiterzumachen.“

Leib und Seele

Bürgermeister Natemeyer wunderte (und freute) sich über die Begrüßung mit Akkordeonmusik. Das komme auch nicht alle Tage vor. Er verwies daraus, dass das neue Projekt an einen bestehende Tradition anknüpfe. Für viele sei es von Bedeutung, sich zu treffen und sich auszutauschen. Es sei bekanntlich mehr als nur Nahrungsaufnahme, es halte Leib und Seele zusammen. Er fügte hinzu: „Die Gemeinde kann nicht alles bewältigen. Ein großes Dankeschön an alle, die mithelfen.“

Unterstützung nötig

Und die Arbeit für die Suppenküche erfolgt ehrenamtlich. Derzeit ist geplant, die Termine in der Regel einmal monatlich anzubieten. Weiter geht es an den Montagen, 5. Februar, 5. März und 2. April – jeweils um 12.30 Uhr. Und Elisabeth Putzer weiß auch schon, was es die nächsten Male geben wird: „Im Februar gibt es Grünkohl- und im März Kürbissuppe. Schließlich soll es immer etwas geben, das zur Jahreszeit passt.“

Jeder ist willkommen

Katharina Eichwald machte deutlich, dass jeder zu den Terminen der Suppenküche kommen kann. Sie sagt: „Im Dorfgemeinschaftshaus ist jeder willkommen. Das gilt für den, der hungrig ist, und kein Geld hat, genauso wie für die, die einen festen Punkt iim Tagesauflauf brauchen, die ein Ziel brauchen, für das es sich lohnt aufzustehen und loszugehen, und für die, die die Einsamkeit zu Hause nicht mehr ertragen können.

Ohne Unterstützung kann die „Suppenküche mit Tradition“ nicht funktionieren. Lebensmittel müssen beschafft werden, und es gilt, die hygienischen Voraussetzungen zu erfüllen. Entsprechend bedarf es der Spenden. Gefreut haben sich die Verantwortlichen darüber, dass die Bäckerei Schmidt auf Nachfrage sofort die benötigten Baguettes zur Verfügung stellte. Wer helfen möchte, wendet sich an den Verein „Aktiv Leben“ – Stichwort „Suppenküche mit Tradition“.

Tränen in den Augen

Bekannt war in Hüsede bereits seit einigen Wochen, dass die Suppenküchentradition wieder aufleben würde. Elisabeth Putzer erinnerte sich: „Bei der Weihnachtsfeier der Ortschaft Hüsede wurde ich von einer Frau umarmt, die vor Freude Tränen in den Augen hatte, dass es mit der Suppenküche weitergeht.“

Offen ist nun noch die Frage, wieviele Männer und Frauen beim nächsten Termin am Montag, 5. Februar, 12.30 Uhr dabei sein werden.