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Wer kocht denn da im Wittlager Land? Warum der Küchenchef des Höger's in Bad Essen zuhause nur ungern kocht

Von Nadine Sieker | 17.09.2018, 09:14 Uhr

Ins Restaurant geht man, um es sich lecker schmecken zu lassen – oder nicht selber kochen zu müssen. Aber kennen Sie eigentlich die Köche, die für Sie die Messer schwingen? Wir stellen in einer Serie Köche aus dem Wittlager Land vor. In Teil 2 erzählt Frederic Rumpenhorst, Küchenchef des Höger's in Bad Essen, was er nicht gerne kocht und wie er als ehemaliger Krankenpfleger in der Küche gelandet ist.

Im Höger's am Kirchplatz in Bad Essen gehen neben einfachen auch aufwendige Gerichte über die Theke. Ob Schnitzel, Bandnudeln mit Pfifferlingen oder Falaffel mit Backobst-Relish: Verantwortlich dafür, dass das Essen auf dem Teller schmeckt und gut aussieht, ist Frederic Rumpenhorst. Ende Juli übernahm der heute 34-Jährige den Posten des Küchenchefs – dabei hatte der Osnabrücker ursprünglich schon einen ganz anderen Weg eingeschlagen. „Ich bin Koch über Umwege geworden", sagt Rumpenhorst. Zuerst habe er als Krankenpfleger gearbeitet, dann ein Lehramtsstudium begonnen. Doch immer sei da die Erinnerung an ein Schulpraktikum gewesen, in dem er in der Küche gearbeitet habe. Und so sei er letztlich doch Koch geworden.

„Ich kenne nur Haken in der Küche."“
Frederic Rumpenhorst

Dass er so viel Freude am Essen hat, sieht man dem 34-Jährigen nicht an. Er entspricht vom Äußeren her eher dem Gegenteil des Klischee-Kochs. „Die Zeiten, in denen Köche dicker sind, sind vorbei", sagt er und lacht. „Ich kenne nur Haken in der Küche." Zwar müsse er viel probieren, doch durch die ganze Rennerei in der Küche trainiere er das gleich wieder ab.

Der Kunde ist König

Ein Gericht, das er am liebsten kocht, gebe es nicht. „Das nutzt sich mit der Zeit ab. Aber ich freue mich immer, wenn etwas saisonales reinkommt." Außerdem genieße er es, bei aufwendigeren Gerichten auch mal andere Garverfahren als sonst anwenden zu können. Allerdings gebe es Dinge, die er nicht gerne mache: etwas zubereiten, das eigentlich nicht zum Gericht passt. „Letztlich entscheidet aber immer der Kunde."

Ein Koch, der Zuhause ungern kocht

Besonders viele außergewöhnliche Extrawünsche gebe es zwar nicht. Allerdings habe es vor einiger Zeit einmal eine kleine Phase gegeben, in der der vegane und vegetarische Trend durchschlugen. In dieser Zeit habe es alle möglichen Sonderbestellungen gegeben. „Das hat aber wieder abgenommen. Da waren die Gäste vor ein, zwei Jahren kapriziöser", sagt Rumpenhorst, der Zuhause nicht so gerne kocht. „Ich bin hier auch verwöhnt mit Arbeitsmaterialien und die Spülmaschine beschwert sich nicht, wenn mal zwei Töpfe mehr darin stehen." Deshalb gehe er in seiner Freizeit gerne essen – oder greife darauf zurück, dass einer seiner beiden Mitbewohner sehr gerne kocht. „Wenn ich um 23 Uhr nach Hause komme, kann ich dann die Reste essen. Das ist die andere Seite der Küche, die ich genieße."

Schnitzel und Falaffel stark nachgefragt

Rumpenhorst gehört zu den insgesamt fünf ausgelernten Köchen, die bei Höger's beschäftigt werden. Dazu kommen noch zwei Azubis. Besonders häufig müssten sie Falaffel zubereiten, am meisten nachgefragt sei aber immer noch das Schnitzel. Gebe es dazu noch etwas saisonales wie Pfifferlinge oder Spargel, werde es noch häufiger bestellt. Der 34-Jährige kann verstehen, dass Gäste Schnitzel lieber im Restaurant essen als es Zuhause selbst zu machen. „Es stinkt dann nach Fett und eine Panierstraße aufzubauen ist ein Mehraufwand. Außerdem macht es Dreck. Das schreckt einige Leute ab. Und mit einem Schnitzel kann man in einem guten Restaurant eigentlich nichts falsch machen."