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Feierstunde für Janina Kaase Lintorfer Grundschüler bezeichnen die neue Rektorin als Boss

Von Karin Kemper | 21.06.2019, 16:37 Uhr

Die offizielle Urkunde, dass Janina Kaase die neue Leiterin der Lintorfer Grundschule ist, ist längst überreicht. Aber die Schulgemeinschaft wollte es sich nehmen lassen, dieses Ereignis zu feiern. Sabine Kohake bei der Begrüßung in er Aula: "Wir wollen unsere Freude zum Ausdruck zu bringen, dass wir eine Rektorin bekommen haben und dass du es bist."

In Richtung ihrer Chefin sagte die Lehrerin: "Wir freuen uns, dass du die Leitung unserer tollen Schule übernommen hast." Der größte Teil der Vorbereitungen war so geheim geschehen, dass die Schulleiterin davon nichts mitbekommen hatte. Besonders freute sie sich über ein Lied, das die 3. und 4. Klassen nach der Melodie "Eine Insel mit zwei Bergen" vortrugen. Gute Wünsche erklangen dabei ebenso wie liebevoll gestaltete Plakate hochgehalten wurden. So hieß eine der Strophen: "Ja, wir stimmen auch mit ein, du, Frau Kaase, sollst ab heute unser Boss im Hause sein."

Viele Gute Wünsche

Gute Wünsche zum Selbstlesen hatten Schülerrat und Schülersprecher für die Schulleiterin parat. Zudem übergab die Gruppe zur Erinnerung ein Foto "an deinen ersten Schülerrat". Wieder das entscheidende Thema: "Wir freuen uns, dass du unsere Schulleiterin bist". In einem selbstverfassten Gedicht wurden gute Wünsche formuliert. So hieß es: "Kein Streit mit Lehrer und Kind, auch wenn sie manchmal nervig sind".

Plakate zum Behalten

Und nach der Übergabe der Texte und Bilder wurde es sozusagen ernst. Während sich Janina Kaase zunächst einfach in die Schar der Teilnehmer eingereiht hatte, kam nun eine klare Ansage: "Du musst jetzt deinen Stuhl nehmen und dich oben auf der Bühne hinsetzen." Schließlich sollte sie die Darbietungen der Dritt- und Viertklässler nicht nur hören, sondern auch sehen. Die Mädchen und Jungen hatten nämlich passend zu den jeweiligen Texten Plakate gestaltet. Eine Lehrerkollegin signalisierte: "Und die Schilder darfst du alle mit nach Hause nehmen und das Wohnzimmer tapezieren."

Ein großer Tag

Gesprochene gute Wünsche der Großen folgten. Ulla Möhr-Loos, die stellvertretende Gemeindebürgermeisterin, brachte es auf den Punkt. Sie meinte: "Ich habe gehört, dass es eine kleine Feier gibt, aber ich finde es ist ein großer Tag." Ihre Frage, ob die Funktion denn noch Rektorin heiße, erhielt postwendend zwei Antworten: "Ja – oder Boss". Sie betonte, dass es für die Gemeinde als Schulträger erfreulich sei, dass die Schulleiterstelle prompt besetzt werden konnte. Das sei nicht selbstverständlich, aber hier in Lintorf habe es geklappt, weil sich Janina Kasse der Herausforderung der Schulleitung gestellt und sie mit Bravour bewältige. Beifall begleitete diese Worte. Möhr-Loos erwähnte, dass die Lintorfer Grundschule rund 250 Kinder aus acht Ortschaften der Gemeinde besuchten. Dass sie richtig gezählt hatte, beweisen die Zurufe der Mädchen und Jungen, sobald sie den jeweiligen Ort von Wimmer über Lintorf bis Dahlinghausen nannte.

Reibungsloser Übergang

Als Elternvertreterin sagte Maike Bischoff: "Es war eine Herausforderung, direkt von der Elternseite auf die Direktorenseite zu wechseln. Das hat den Vorteil, dass du die Bedürfnisse gut einschätzen kannst. Wir hoffen sehr, dass du inzwischen gut an der Schule angekommen bist." Sie ergänzte: "Wir haben den Übergang als reibungslos empfunden und freuen uns, dass du die neue Schulleiterin bist."

Weitere guten Wünsche übermittelten Vertreterinnen des Schulfördervereins und das singende Schulteam. Die Kurzzusammenfassung: "Du Janina hast die Aufgabe mit viel Energie angepackt und warst sofort Teil des Teams. Wir freuen uns, dass du da bist." Als Präsent hatten die Kollegen ein Schulleiterinnen-Wellnesspaket zusammengestellt mit einer Nussmischung für Geistesblitze bis hin zu Badekristallen zum Lockerbleiben.

Ganz schön Bammel gehabt

Zum Abschluss ergriff die Schulleiterin das Wort: "Ich bin ziemlich überwältigt, es war total schön". In Richtung der Schüler sagte sie: "Ihr seid einfach toll, nett, hilfsbereit und freundlich – meistens". Sie verriet, dass sie am Anfang des Schuljahrs ganz schön Bammel gehabt habe. Sie habe die Schule zuvor zwar als Mutter gekannt und gewusst, dass sie in "verdammt große Fußtapfen" trat, als Hannelore Brokamp verabschiedet wurde. Die Frage, warum sie überhaupt nach Lintorf gewechselt sei, habe sie immer ganz einfach beantwortet: "Ich wollte einfach etwas Neues wagen." Ihr Ziel sei, eine ohnehin schon gute Schule noch weiter zu entwickeln.

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