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Wilhelmstraße ein Gefahrenpunkt Quakenbrücker Grüne fordern Tempo 30 und Durchfahrtsverbot für Lkw

Von Christian Geers | 08.06.2018, 20:15 Uhr

Verkehrspolitik, die Zweite. Wie die SPD macht auch die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen den Verkehr in der Stadt Quakenbrück in der Ratssitzung am Montag zum Thema. Sie will über die Situation auf der Wilhelmstraße diskutieren.

Nichts sei gut in der Wilhelmstraße, stellte Andreas Henemann bereits im Mai im zuständigen Sozialausschuss fest. Und nicht nur der Grünen-Fraktionssprecher ist äußerst unzufrieden mit dem Zustand nach dem Ausbau vor zwei Jahren, die Anlieger seien es auch, ließ er seine Ratskollegen wissen. „Die neue Straße verleitet Autofahrer zum schnellen Fahren. Da ist ein echtes Gefahrenpotenzial entstanden“, berichtete er. Im Blick hat er nicht nur die Radler auf dem mit weißer Farbe markierten Schutzstreifen und die Fußgänger, die die Wilhelmstraße überqueren wollen. Dazu gehört auch der nach seiner Meinung unübersichtliche Kurvenbereich an der Ecke Schiphorst/Wilhelmstraße. Dieser stelle für Radler, Fußgänger und Autofahrer eine Gefahr dar, vor allem für Linksabbieger aus dem Schiphorst. Verstärkt werde dieser Zustand durch die Verengung der Fahrbahn, die durch die Linksabbiegerspur in der Straße entstanden sei.

Schiffer: Schutzstreifen für Radler wird Funktion nicht gerecht

Eckhard Schiffer, Grünen-Ratsherr und Anwohner der Wilhelmstraße, pflichtet Henemann bei. Seine Beobachtungen der vergangenen Monate hatte er in der Ausschusssitzung vorgestellt und diese zum Teil mit Fotos dokumentiert. Seine Kritik richtet sich gegen den Schutzstreifen für Radler, der Teil der Fahrbahn sei. Deshalb werde er seiner Funktion nicht gerecht, eben weil er von Fahrzeugen überfahren werde und keine Sicherheit biete. Das sei vor allem zur „Rushhour“, also in den Morgen- und Nachmittagsstunden, der Fall. Und auf dem Bürgersteig komme es dann ungewollt zu weiteren Gefährdungen: Betroffen seien Fußgänger, aber eben auch die Anwohner selbst, wenn diese mit dem Wagen vom Grundstück auf die Straße fahren oder einfach nur auf den Gehsteig treten wollten. Schiffer: „Viele fahren aus Angst auf dem Bürgersteig, und diese Angst lässt sich eben nicht wegkommandieren.“ Auch die Baumtore, die die Straße optisch einengen sollten, genügten ihrer Funktion nicht. Alles in allem kommt der Grünen-Politiker zu dem Schluss, „dass die ganze Situation in der Wilhelmstraße ein schlechtes Image für Quakenbrück als Radstadt bedeutet“.

„Tempo 30 wäre eine Wiedergutmachung“

Schiffer schlug Tempo 30 auf der Wilhelmstraße vor: „Das wäre eine kleine Wiedergutmachung.“ Er ist sich sicher: Wenn der Vorschlag der Grünen bei der Gestaltung der Wilhelmstraße umgesetzt worden wäre, gäbe es die beschriebenen Probleme nicht. Die Fraktion hatte unter anderem gefordert, Geh- und Radweg durch eine Hecke von der Straße zu trennen, sich damit im Stadtrat aber nicht durchgesetzt.

Weitere Forderungen der Grünen-Fraktion

Ihre Forderungen haben die Grünen in einem Antrag zusammengefasst, über den der Stadtrat am Montagabend diskutieren und abstimmen wird. Auch in einer Pressemitteilung greift die Partei das Thema nochmals auf. Demnach soll auf der Wilhelmstraße zwischen Kreisel und Kreuzung Hasestraße eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h gelten. Gefordert werden zwei Geschwindigkeitsmessanzeigen, die auf die vorgeschriebene Höchstgeschwindgkeit hinweisen. Die vorhandene Vorfahrtsregelung an der Ecke Wilhelmstraße/Schiphorst soll nach dem Willen der Grünen in „Rechts vor links“ umgewandelt werden. Der markierte Schutzstreifen für Radfahrer auf der Wilhelmstraße soll bis zum Kreisverkehr fortgeführt werden. Außerdem fordert die Grünen-Fraktion, „endlich das mehrfach diskutierte Durchfahrtverbot für Lastkraftwagen über 7,5 Tonnen zu realisieren“.

Henemann: Wohn- und Lebensqualität haben gelitten

Fraktionschef Andreas Henemann ist überzeugt, dass „wir damit nicht nur die Verkehrssicherheit für die schwächsten Verkehrsteilnehmer verbessern, nämlich für Fußgänger und Radfahrer, sondern wir verbessern durch die Verringerung der Lärm- und Schadstoffemissionen auch gleichzeitig die Wohn- und Lebensqualität der Anwohner“. Die habe durch den Ausbau gelitten.

Ratssitzung am 11. Juni

Tempo 30 fordern die Grünen übrigens nicht nur auf der Wilhelmstraße. In einem weiteren Antrag, den die Fraktion am Montag, 11. Juni, in der Sitzung des Stadtrates einbringen wird, geht es auch um eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Bremer Straße, St.-Annen-Straße und Friedrich-Ebert-Straße. Der Kfz-Verkehr soll auch hier maximal 30 km/h schnell fahren dürfen.