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Schwierige, aber erfolgreiche Jahre Artland-Gymnasium verabschiedet Schulleiter Manfred Ernst

Von Katharina Preuth | 21.06.2016, 18:14 Uhr

Nach zwölf Jahren verlässt Manfred Ernst seinen Posten als Schulleiter des Artland-Gymnasiums Quakenbrück (AGQ). Kollegen, Familie und Wegbegleiter verabschiedeten den Oberstudiendirektor in den Ruhestand.

Am Tag der Verabschiedung haben sich viele Redner Gedanken gemacht, wie AGQ-Schulleiter Manfred Ernst die Zeit als Pensionär nutzen könnte: Er könne als Bürgermeister Badbergens kandidieren oder aber es  seinem Vorgänger Claus Peter Poppe gleichtun, dem heutigen Artländer Samtgemeindebürgermeister, und in die Kommunalpolitik eintreten. Doch das alles weist Manfred Ernst entschieden von sich. Lieber wolle er Zeit mit der Familie verbringen. Auch auf große Motorrad-Tour soll es gehen, die Harley sei sich schon angeschafft. Die richtige Biker-Jacke gibt es aus der Fachgruppe Erdkunde.

Ausgewiesener Experte

In den Fächern Englisch und Erdkunde hat Manfred Ernst 1978 in Münster sein Examen bestanden, berichtet Silvia Pünt-Kohoff von der niedersächsischen Landesschulbehörde Osnabrück. Am Gymnasium Oesede hat er dann unterrichtet und war auch als Beratungslehrer tätig. Sein Steckenpferd sei aber die Kombination seiner beiden Fächer gewesen. „Manfred Ernst war maßgeblich daran beteiligt, in Niedersachsen den bilingualen Unterricht zu etablieren“, so Silvia Pünt-Kohoff. 1996 habe er in Oesede als erster Lehrer die bilinguale Abiturprüfung abgenommen. Auch sei er als ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet als Referent an eine deutsch-schweizerische Schule nach Hongkong geladen worden.

Seit 2004 auf dem Chefsessel des AGQ

Im Jahr 2004 hat es Manfred Ernst als Schulleiter an das Artland-Gymnasium Quakenbrück (AGQ) verschlagen. Seine Zeit sei stark geprägt worden durch große Projekte wie den Bau der Mensa, die Erweiterung des Schulhofs und als Paradestück die Aula, zählt Erster Kreisrat Stefan Muhle auf. „Der Schulleiter hat den Schulträger fünf Millionen Euro gekostet“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Manfred Ernst war ein „Gestalter“

In seiner Position habe er die Schule „verwaltet, aber vor allem gestaltet“, findet Peter Seeger, der stellvertretend für die Schulleiter der Gymnasien im Landkreis und der Stadt Osnabrück spricht. Dabei seien die letzten Jahre von verschiedenen Reformen geprägt gewesen, und er nennt die Schulzeitverkürzung von G9 auf G8 und wieder zurück. „Der Schulleiter ist als Dienstvorgesetzter ein einsamer Wolf. Aber das Amt bereitet auch viel Freude“, so Peter Seeger.

Der Weg zählt, nicht das Ziel

Dass sie leider nur eine kurze gemeinsame Arbeitsetappe miteinander bewältigen konnten, bedauert der im vergangenen Jahr angetretene Schulleiter der Oberschule Artland, Hendrik Tenorth: „Du wirst mir fehlen, du hattest immer ein offenes Ohr für mich.“ Ein Bergsteiger werde nicht nach dem Ziel gemessen, das er am Ende erreiche, sondern nach dem Weg, den er zurücklege, sagt Elternvertreter Heinz-Gerd Grotepaß. Auch für den Schulleiter sei es nicht immer eine leichte Wanderung gewesen. Er musste steile Abhänge bewältigen, wie die Auflösung der Orientierungsstufe, Pisa-Studien oder „anstrengende Lehrer und Schüler“. Die schwierigen Entscheidungen aus der Landeshauptstadt Hannover betont auch Simon Nees, Lehrer am AGQ. „Doch der Schulleiter stand immer hinter uns und hat uns unterstützt.“ Dass „Herr Ernst fast immer Feuer und Flamme für die Belange der Schüler war“, freut besonders die beiden Schülervertreter Yasmin Yildirim und Paula Fischer.

Ernst: Ich habe das Gefühl, ich kann unbesorgt gehen

Es seien „schwierige, aber auch erfolgreiche Jahre“ gewesen, sagt Manfred Ernst. Zwei Schulinspektionen hätten der Schule ein Wohlfühlklima bescheinigt. „Ich habe es schon einmal in einem Interview gesagt und wiederhole es gerne: Ich habe das Gefühl, ich kann unbesorgt gehen“, erklärt er. Mit dem Appell, dass die Schule auch weiter große Persönlichkeiten hervorbringen solle wie den Nobelpreisträger Klaus von Klitzing oder den ehemaligen Präsidenten des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, verabschiedete sich der Schulleiter. Sein Dienst endet offiziell Ende Juli.