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„Schmusie“ und „Frotzen Joghurt“ Paul Panzer begeistert 2000 Zuschauer in Quakenbrück

Von Björn Thienenkamp, Bjoern Thienenkamp | 08.02.2016, 10:42 Uhr

 In Quakenbrück ist ein Ufo gesichtet worden! Gut 2000 Menschen sahen am Sonntagabend die „fliegende Untertasse“, die etwa fünf Meter über dem Boden schwebend ganze zwei Stunden lang regungslos verharrte - und zum Bühnenbild von Paul Panzer gehörte, der in der Artland Arena über die „Invasion der Verrückten“ sinnierte.

Mal steht er vor der Haustür, mal sitzt er auf der Bank, mal lehnt er am Gartenzaun, mal hält er sich an der Laterne fest, mal steigt er gar auf die Mülltonne. Paul Panzer nutzt die ganze Bühnenbreite, ist bei der Wahl seines Standortes genauso vielseitig wie bei der Wahl seiner Worte, kommt von Hölzchen aufs Stöckchen, grübelt über den Wandel der Zeit, resümiert Erlebnisse um ihn herum und kommt zu der Quintessenz: „Alle haben einen Dachschaden, mal groß, mal klein.“ Und mit seinem Sprachfehler setzt er stets noch ein erfrischendes i-Tüpfelchen obendrauf.

Seine Frau Hilde beispielsweise sei immer ruhig, komme mit Hausmütterchenweisheiten daher, die wissenschaftlich ohne Grundlage seien, so etwa: „Trink Milch – das beruhigt den Magen.“ Und gegen „Pickzel“ helfe Zahnpasta, „die trocknet aus“, auch wenn das Kind dann aussehe, als sei es durch einen Möwenschwarm gerannt.

„Jeder dritte nimmt Psychopharmaka“, stellt der Spaßvogel fest. Dass auf seine Frage, bei wem aus dem Publikum das denn so sei, keiner aufzeigt, wertet er als „statistisches Wunder“.

Auch bei Hermann, der mehrfach wieder zurück ins Haus gehe, um zu sehen, ob alle Elektrogeräte ausgeschaltet seien, stellt Panzer fest: „Wir sind ein verrückter Haufen.“ Wollmäuse finde er süß, gar romantisch, andere hätten Angst davor. Was solle er machen, wenn er Besuch von jemandem bekäme, der Angst vor Ecken hat? „Erst die Zuckerwürfel rundlutschen?“ Absolut skurril findet der Komiker Anatidaephobie - die Angst, von einer Ente beobachtet zu werden.

Als Panzer von Mutter Emilia berichtet, erscheint die Bühne fast in Schwarz-Weiß. Ihrer Angst, lebendig begraben zu werden, könne doch am besten begegnet werden, wenn für das Mobiltelefon als Homezone der Südfriedhof gewählt werde. Das Idealgewicht einer Schwiegermutter gibt er übrigens mit vier Kilogramm an - mit Urne.

Und dann geht es um den neuen Freund seiner Tochter Susaska: Thorben. Nein, das sei kein Ort und auch kein medizinisches Gerät, erklärt der Komiker, nachdem er sich versichert hat, dass kein Thorben im Publikum sitzt. Thorben sei Veganer, „also nicht einmal von hier“, und habe ihm angeboten, einen „grünen Schmusie“ zu mixen. Dafür sei Panzer aber ebenso wenig zu begeistern wie für „Frotzen Joghurt“.

„Fernsehen gucken tut uns gut, dabei wird das Gehirn geschont“, ist Panzer überzeugt, so etwa bei Action- und Popcorn-Movies, oder auch bei den Filmen von „Rosamunde Pichler“, die stets an der irischen Steilküste gedreht würden, um dem Filmteam einen leichten Ausweg zu bieten.

„Was ist die Zielgruppe von Hubba Bubba?“, rätselt Panzer, versteht nur, dass Bifi besser klinge als „Wurst im Sack“. Und schon kommt er wieder auf den Punkt: „Jeder kennt einen Verrückten, denkt mal an die Nachbarschaft.“ Von der „Stricklitzel“ über die gaffenden Erdmännchen landet er beim Gecko, der an einer Glasscheibe kleben könne: „Gut, das kann ein Reh auch – unter bestimmten Bedingungen.“ Nach einem Intermezzo mit der Falltürspinne und dem Schützenfisch wieder das Fazit: „Ich will sensibilisieren für die Welt, in der wir leben, und wie wir damit umgehen.“

Wenige im Publikum tragen ein Blümchenhemd wie Panzer, Frank Böhmker ist einer davon. „Das habe ich vor zwei Jahren gekauft, als ich erstmals in einer Show von ihm war“, verrät der 35-Jährige. „Sehr gut, schon lustig, topp, es ist zuviel, das kann ich mir gar nicht alles merken, ich habe reichlich gelacht“, urteilt der Dinklager über die Show.