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Quakenbrück live 2017 Musik und Stimmung in zehn Quakenbrücker Lokalen

Von Björn Thienenkamp, Bjoern Thienenkamp | 26.02.2017, 15:32 Uhr

In jedem der zwölf Pubs der goldenen Meile wollen die fünf Jugendfreunde in der Action-Komödie „The World’s End“ an einem Abend ein Bier trinken. Da hatten es die Quakenbrücker am Samstagabend bei der Kneipennacht „Quakenbrück live“ mit zehn Bands in zehn Lokalen ja quasi einfacher.

Im Altstadt Bistro präsentieren sich Willie & Joe als Rock und Pop Duo mit Oldies und Rockclassics. „Ich habe das letzte Mal verpasst“, ist Svetlana Merk immer noch ein wenig traurig, von der Erstauflage der Kneipennacht 2015 nichts mitbekommen zu haben. „Das ist faszinierend, sehr toll, trotz Regen“, sagt die Quakenbrückerin über das Festival, von dem sie im Drei Fit gelesen hat. „Im Sommer sollte das nochmals kommen“, findet die 45-Jährige, während sie zur Musik von Doc William Mellowdye und Jonathan Rhytmflye tanzt. „Salsa, das ist meine Musik“, will die quirlige Frau später noch zu Da Seba.

Gelungene Kombination

Die Formation 4 Live feiert im Beef Chief Burger eine „Tops of the Pops“-Party. „Das spricht sich rum“, sagt Marco Marschall, wie er von der Kneipennacht erfahren hat. „Es ist klasse und auch das Essen hier ist immer super“, freut sich der Quakenbrücker über die gelungene Kombination aus Speise und Akustik. „Das sehen wir spontan“, antwortet der 25-Jährige, wie es denn noch weitergehen soll. „Gute Stimmung, gute Musik, das eine oder andere Kaltgetränk“, listet Dennis Bredau seine Erwartungen auf. „Wir sind gute Kumpel“, sagt der Menslager über die Vierertruppe. „Der Service ist gut, das ist ein klasse Laden“, bringt der 23-Jährige noch ein.

Gute Musik, lockere Atmosphäre

„Unplugged Party Cover“ nennt sich das Angebot der aKUSTIK hELDEN im Café Heads. „Wir sind mit zwölf Leuten gestartet“, sagt Nadine Filpe über ihren festen Freundeskreis. „Sehr gut, lockere Atmosphäre, gute, aktuelle Musik“, resümiert die 39-Jährige über die Band, die sich so schreibt, als wäre versehentlich die Feststelltaste für Großbuchstaben gedrückt. Wie lange sie für ihre erstmalige Teilnahme an dieser Nacht eingeplant hat? „Kommt drauf an“, antwortet die Quakenbrückerin.

Bunte Mischung aus Latin Pop und Salsa

Eine bunte Mischung aus Latin Pop und Salsa bei Da Seba liefert die Salsaband Latino Total. „Wir haben bei Thöle angefangen“, blickt Siemon Uphoff zurück, während er zur Musik swingt. „Ich möchte gerne noch ins Bistro, mal gucken, wo wir landen, einen festen Plan haben wir nicht“, sagt der Bersenbrücker. Was ihn herzog? „Meine Freundin kommt aus Quakenbrück“, verrät der 28-Jährige über Jana Schlüter. „Hier bin ich das erste Mal dabei, aber ich kenne den Ablauf vom Honky Tonk Festival in Bonn“, berichtet der junge Mann.

„Einmal durchgucken“ in den anderen Lokalen

Im Restaurant Di Stefano lassen Massimo Grande & Anna Estera italienische Schlager und Welthits erklingen. „Wir kommen extra aus Hiddenhausen bei Herford hierher, weil uns die Walkin‘ Shoes so gut gefallen“, erklärt Dieter Arbeiter, der mit seiner Frau dann wieder in den Eimer gehen möchte. „Kennengelernt haben wir die vor zwei Jahren beim Countryfest in Lingelbach bei Bad Hersfeld“, berichtet der 66-Jährige. „Einmal durchgucken“, wolle er aber auch bei den anderen Lokalen.

Das Beste aus Rock und Soul

Das Duo Soundgruft sorgt im Holzi‘s Inn für das Beste aus Rock und Soul. Beeindruckend umfangreich bringt Brenda Starr prächtiges Volumen in ihren Gesang, während Manfred Plumacher perfekt passend die Saiten seiner Gitarre zupft. „Die kann singen ohne Ende“, findet auch Günter Köhler. „Wir sind extra aus Essen hergekommen“, sagt der 49-Jährige, der eher Oldies mag und vor drei Monaten aus Quakenbrück verzogen ist. „Wir haben neun geschafft, weil wir wegen des falschen Bierangebotes auch mal nach fünf Minuten schon wieder weg waren“, berichtet Köhler. In das zehnte Lokal wolle er nicht; das sei ihm zu hochnäsig.

Celtic Folk und Classic Rock kommen an

Celtic Folk und Classic Rock lassen im Hotel Oldenburger Hof Pangea feat. Julia von Hasselbach erklingen. „Ein bisschen Mittelalter“, schwärmt Frank Hofterheide dafür. „Erst waren wir im Eimer, dann bei Thöle und noch im Heads, das war aber nicht so mein Ding“, berichtet der Mann, der wegen seiner Lebensgefährtin vor sechs Wochen zum Quakenbrücker wurde. „Zum Abschluss möchten wir dann ins Holzi’s Inn, aber hier erst noch den irischen Whisky genießen“, sagt der 47-Jährige.

Publikum gut gelaunt

Im Eimer bietet das Duo Walkin‘ Shoes Oldies und Rockclassics. „Ich war 2015 schon dabei und habe das Angebot 2016 vermisst“, schildert Carsten Gowik. „Musik ist spitze, da wo sie hinpasst“, findet der Quakenbrücker und erklärt: „Etwa Klassik im Theater und Jazz im ruhigen Weinkeller.“ Fünf Lokale hat er bereits aufgesucht. „Nein, alle wollen wir gar nicht. Aber zum Heads gehen wir noch, weil wir da Bekannte vermuten, obwohl mir beim Beef Chief Musik und Ambiente besser gefallen“, sagt der 50-Jährige.

Erst Kohltour, dann Kneipenfestival

Reggae und mehr gibt es vom Rasta Pacey Trio im Steakhouse Balkan Grill. „Wir waren mit 16 Leuten auf einer Kohltour, jetzt sind wir nur noch zu viert“, schildert Günter Kermann. „Es liegt nur einfach verkehrsgünstig“, beantwortet der Quakenbrücker die Frage nach der Lokalauswahl. Wie es weitergeht? „Da schauen wir mal“, antwortet der 50-Jährige.

Freude auf einen „netten Abend“

Southern Bluesrock von Sugar Mama erschallt bei Thöle. „Wir sind im Heads gestartet, dann hierüber zu Thöle und später wollen wir noch Da Seba probieren“, berichtet Nathalie Lebescond. „Meinen Geschmack entspricht die Stimmungsmusik und Party bei Heads“, sagt die in Quakenbrück lebende Französin. „Bei Thöle ist es auch schön, aber nicht so lange“, urteilt die 51-Jährige. „Weiter haben wir uns nichts vorgenommen, zudem sind wir zeitlich offen“, freut sie sich auf einen netten Abend.

Tour durch zwölf Pubs

Und was wurde aus der anfänglich erwähnten Tour durch die zwölf Pubs? Nun ja, da stellen die fünf Jugendfreunde doch tatsächlich fest, dass die Bewohner ihrer Heimatstadt Newton Haven durch Roboter ersetzt wurden. Das ist in Quakenbrück nicht so. Obwohl: Einige Passagen von Willie & Joe klangen nicht sonderlich menschlich, eher außerirdisch. Man sollte sie im Auge behalten.