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Plus an Plätzen Artland erfüllt gesetzliche Betreuungsquote

Von Christian Geers | 28.08.2013, 23:00 Uhr

Die Samtgemeinde Artland hat in den vergangenen Jahren große Summen in die Kindertagesstätten gesteckt. „Rund 2,5 Millionen Euro hat sie allein für den Betrieb der Kindergärten und Kinderkrippen ausgegeben - Tendenz steigend“, rechnet Samtgemeindebürgermeister Reinhard Scholz vor. Dazu kämen noch die Investitionen für Neubauten oder Sanierungen. Und die Nachfrage nach Betreuungsplätzen steigt.

Ein Plus an Plätzen bedeutet gleichzeitig ein Plus in der Unterhaltung, was wiederum das Minus in der Samtgemeindekasse erhöht. Denn die damit verbundene Erhöhung der Personal- und Betriebskosten geht zulasten der Samtgemeinde, die sich vertraglich verpflichtet hat, das Defizit in den Einrichtungen zu übernehmen. Das ist der Betrag, der nach Abzug des Landeszuschusses für das Personal und für das beitragsfreie Kindergartenjahr, der Kirchengemeinde als Träger und der Elternbeiträge übrig bleibt. Inzwischen übernimmt die Samtgemeinde Artland mehr als die Hälfte der Kosten.

Das bestehende Angebot zurückzufahren, um die Ausgaben zu senken, besteht nur in der Theorie, weil die Schließung von Gruppen dem ständig steigenden Bedarf widerspricht. Die Kommune hat nur die Chance, die Einnahmen zu erhöhen.

Einfluss auf die Einnahmen hat die Samtgemeinde nur bei den Elternbeiträgen, die inzwischen als „vierte Säule“ bei der Finanzierung der Kindertagesstätten gelten und ein Viertel des Aufwendungen ausmachen sollen. „Die frühkindliche Bildung liegt uns sehr am Herzen und mein größter Wunsch wäre, dass diese generell kostenfrei ist“, sagt Scholz. Das allerdings bleibt Wunschdenken, denn auf die Höhe der Zuschüsse des Landes hat er keinen Einfluss.

Doch die Investionen und finanziellen Anstrengungen haben sich gelohnt. Seit dem 1. August haben Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz: entweder in einer Kinderkrippe oder aber in der Tagespflege. Beide Betreuungsarten, so will es der Gesetzgeber, stehen gleichwertig nebeneinander. Jede Kommune muss eine Betreuungsquote von 35 Prozent erfüllen. Im Artland liegt sie bei 36,6 Prozent. Das heißt, zum Stichtag 1. August hielt die Samtgemeinde 156 Krippenplätze vor, sieben mehr als notwendig.

In der Samtgemeinde Artland gibt es inzwischen vier Krippen: 15 Plätze gibt es in Badbergen, 45 Plätze in der Stadt Quakenbrück, die die Kirchengemeinden St. Marien und St. Sylvester sowie die Diakonische Stiftung Bethanien vorhalten. 56 davon sind laut Samtgemeindeverwaltung belegt. Dazu kommen weitere 103 Plätze für unter Dreijährige in der Tagespflege, 87 sind davon belegt. Weitere 18 Kinder sind in altersübergreifenden Gruppen, die im Quakebrücker Kindergarten St. Paulus sowie in den Kindergärten Menslage und Nortrup möglich sind, die zurzeit noch nicht über eigene Krippen verfügen, deren Bau aber unmittelbar bevorsteht oder mit dem bereits begonnen wurde. Dazu kommen drei Plätze, die der Verein „Kindersuppe“ Badbergen vorhält.

Und die Planungen gehen weiter: Bereits begonnen worden ist mit dem Bau einer Kinderkrippe für 15 Jungen und Mädchen im Kindergarten St. Paulus, 14 Plätze sollen in einem Anbau in Menslage entstehen, die dann die altersübergreifenden Gruppen ersetzen. Die Betreuungsquote beträgt Ende 2013 dann 40,6 Prozent, Ende 2014 werden es laut Samtgemeinde sogar 42,8 Prozent sein, weil Nortrup weitere 15 Plätze vorhält.

Für Samtgemeindebürgermeister Reinhard Scholz kommt es aber nicht nur darauf an, die rechtliche Vorgaben zu erfüllen. „Eine gute Kinderbetreuung und die frühe Förderung für alle Kinder gehören zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben unseres Gemeinwesens“, stellt er fest. Angebot und Nachfrage nach Betreuungsplätzen für unter Dreijährige passten derzeit zusammen. „Mit dem entsprechenden Angebot werde der Betreuungsbedarf langfristig aber noch steigen“, vermutet er.