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Öffentliche Auslegung Quakenbrücker Stadtrat stellt Weichen für B-Plan „Hartlage“

Von Josef Pohl | 28.09.2016, 20:08 Uhr

Die großen Diskussionen zum Bebauungsplan Nr. 20 „Hartlage“ blieben in der jüngsten Sitzung des Quakenbrücker Rates aus. Die Ratsvertreter von CDU und SPD stimmten für den vorgelegten Beschlussentwurf und machten den Weg frei für die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanes.

Dass die Parteien aber zuvor in der Sitzung des Verwaltungsausschusses richtig um eine Lösung gerungen hatten, war nicht nur den Ratsvertretern anzusehen, vielmehr mussten die zahlreich erschienenen Zuhörer dies auch zähneknirschend auf dem Flur selbst feststellten. Erst um 18.15 Uhr öffnete sich die Tür des Sitzungssaales, und die Zusammenkunft des Rates begann mit mehr als 20 Minuten Verspätung.

Der ursprüngliche Bebauungsplan für das etwa 11,5   Hektar große geplante Wohngebiet zwischen Bremer Straße und der Großen Mühlenhase, der seit Mitte Januar bis gut Ende Februar für die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit ausgelegen hatte, war von vielen Bürgern abgelehnt worden. Nicht zuletzt dessen Anbindung an den Ortsteil Hengelage mit einer Brücke über die Große Mühlenhase sowie der drohende Durchgangsverkehr hatten im Vorfeld für reichlich Wirbel gesorgt.

In der Sitzung stellte Frank Wuller für die Verwaltung klar, dass auf eine Durchgangsstraße durch das neue Baugebiet wegen der darunter verlaufenden Ver- und Entsorgungsleitungen nicht habe verzichtet werden können. Doch nur noch Rad- und Fußgänger können diese Straße durchgängig benutzen. Damit auch die Müllfahrzeuge keine Probleme haben, wird ein großer Wendehammer mit eingeplant.

Gleichzeitig stimmten die Ratsvertreter von CDU und SPD, die genau wie „Die Grünen“ und die FDP Änderungswünsche im Vorfeld eingebracht hatten, in der Sitzung auch für ein Brückenbauwerk, um die Erschließung über die Straße An der Mühle zu gewährleisten – aber mit einspuriger Verkehrsführung. Andreas Henemann (Grüne) hielt dies für eine Augenwischerei. Grüne, FDP und Linke lehnten den Entwurf ab.

Thomas Fisse (SPD) und Christian Calderone (CDU) gaben als Sprecher ihrer Fraktionen zu verstehen, dass Politik auch von Kompromissen lebe. Da Quakenbrück dringend ein weiteres Wohnbaugebiet angesichts der zunehmenden Bevölkerungszahlen benötige, hätten ihre Fraktionen entschieden, für die vorgelegte Variante, die den Durchgangs- und Schwerlastverkehr aus dem Bereich fernhalte, zu stimmen. Es sei auch, so Calderone, darum gegangen, Belastungen durch den Straßenverkehr gerechter zu verteilen und nicht nur zulasten der Anlieger der Bremer Straße und der St.-Annen-Straße.Das geplante Baugebiet „Hartlage“ liegt im Norden der Stadt Quakenbrück und schließt die Lücke zwischen dem Stadtteil Hengelage und dem Wohngebiet Hakenkamp.Kartendaten: GeoBasis-DE/BKG, Grafik: Neue OZ/Langer

Auf Anregung der Anlieger hatten sich die Parteien dafür eingesetzt, zusätzlich Retentionsflächen zu schaffen. Diese werden aber nicht durch eine Veränderung der Haseaue, wie von der FDP gewünscht, geschaffen. Vielmehr soll eine zweite Sekundäraue weiter nördlich, an der östlichen Seite der Großen Mühlenhase, anlegt werden, indem Altarme wiederhergestellt werden. Das wäre dann der „Sicherheitspuffer“ bei Hochwasser für das neue Wohngebiet.