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Kriminalität und Gewalt im Fokus Präventionsrat Quakenbrück besteht seit 15 Jahren

Von Bernard Middendorf, Bernard Middendorf | 17.06.2018, 17:31 Uhr

Der Präventionsrat Quakenbrück, ein Zusammenschluss von ehrenamtlich tätigen Bürgern, die sich zum Ziel gesetzt haben, das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu stärken sowie soziale Brennpunkte zu erkennen, besteht 15 Jahre – Grund genug, Bilanz zu ziehen, verbunden mit einem Ausblick auf aktuelle Themen. Dazu gehörte der Vortrag „Aktion Sicher Wohnen“ von Harald Nehls, Präventionsbeauftragter des Polizeikommissariats Bersenbrück.

Der Ausdruck „Feier“ trifft nicht den Kern dieser Veranstaltung zum 15-jährigen Bestehen, denn für die Mitglieder, die auch die Nachbargemeinden Badbergen, Menslage und Nortrup einschließt, hat der Einsatz für die Sicherheit der Bürger oberste Priorität – und da gibt es immer etwas zu tun. Das verdeutlichte Annette Wesemeyer als Sprecherin des Präventionsrates, die im Franziskushaus Vertreter der Stadt, des Landkreises, der Schulen, Polizei, Verkehrswacht, der Fachstelle für Integration, Suchtberatungs- und Jugendhilfeorganisationen begrüßte.

Zahl der Einbrüche zurückgegangen

Auch Samtgemeindebürgermeister und Stadtdirektor Claus Peter Poppe hob die Bedeutung der Einrichtung hervor, die für eine Verbesserung der Situation für Kinder, Jugendliche und Erwachsene jeder Altersgruppe sowie für die Zusammenarbeit von Behörden und Institutionen eintritt, um Bürger für Themen rund um die Sicherheit zu sensibilisieren.

Diesem Ziel diente das Referat von Harald Nehls, der anschaulich organisatorische und bauliche Schritte zum Schutz vor Einbrechern beschrieb. Eine Schwachstellenanalyse sei Grundlage aller Maßnahmen. Zwar sei die Zahl der Einbrüche im Bereich der Polizeiinspektion Osnabrück stark zurückgegangen, aber psychische Folgen von Einbrüchen wie Schock, Angst oder Schlaflosigkeit seien häufig schlimmer als Schäden im oder am Haus. Einfache Vorrichtungen wie Bewegungsmelder, Rundumbeleuchtung, aber auch Sicherheitsketten, Querriegel, Gitter und abschließbare Fenstergriffe seien erschwinglich und verbesserten die Widerstandskraft von Türen oder Fenstern erheblich.

Mechanische Produkte besser als digitale

Mechanische Produkte sollten dabei vor digitaltechnischen eingesetzt werden, die zwar ein subjektives Sicherheitsgefühl vermittelten, aber Einbrecher nicht unbedingt abschreckten und Taten oft nur dokumentierten. Zweifelnde Senioren seien mit Zahlen aus der Einbruchstatistik zu überzeugen. Präventionspartner seien Stellen wie die „Kommission Polizeiliche Kriminalprävention (KPK)“, aber auch zertifizierte Handwerker (Errichterlisten und Herstellerverzeichnisse der Polizei Niedersachsen). Und es gebe weitere Helfer, nicht zuletzt „ein aufmerksamer Nachbar oder ein Hund“, sagte Harald Nehls.

Andreas Stallkamp von der Geschäftsstelle Kriminalprävention im Landkreis, wies auf günstige KfW-Kredite für bauliche Maßnahmen hin. Peter Hohnhorst wiederum sagte Beratung und Unterstützung durch die Samtgemeinde zu.

„Wir arbeiten weiter“, zog Annette Wesemeyer ein Resümee, verbunden mit dem Appell, sich in ganz verschiedenen Bereichen wie Schulen, Arbeitsgruppen gegen Süchte, Gewalt und (Rechts-)Extremismus oder auf Fortbildungsveranstaltungen für den Präventionsgedanken einzusetzen. Regelmäßige Aktionen wie Fahrradkontrollen würden fortgeführt