Ein Artikel der Redaktion

Invasion der Verrückten Paul Panzer sinniert in der Artland Arena über die Welt

Von Björn Thienenkamp, Bjoern Thienenkamp | 27.02.2017, 11:34 Uhr

Paul Panzer hat ein Haus mit auf die Bühne in Quakenbrücks Artland Arena gebracht. Sein Haus, wie er am Sonntagabend mit Hinweis auf das runde Schlafzimmerfenster im Giebel mehrfach klarmacht. Die Kuh, die linksseitig unter einem schwebenden Ufo hängt, fällt da kaum ins Blickfeld. Darunter in Leuchtschrift groß der Name des Programms: „Invasion der Verrückten“.

Und so sinniert der Mann im Blümchenhemd dann über die Menschheit mit all ihren verschrobenen Macken und absurden Eigenschaften, macht sich Sorgen über die von der Technik beeinflusste Entwicklung der Gesellschaft. Aber er bricht auch eine Lanze für den normalen Menschen, der dann eben bloß so zu sein braucht wie Paul Panzer selber.

Liebenswerter Sprachfehler

Mal lehnt er mit den Händen in den Taschen im Türrahmen des Hauses, mal sitzt er auf der Fensterbank, mal stützt er sich an den Gartenzaun. Wenn der nicht gerade nachgibt. „Das gehört aber dazu“, sagt er ein wenig aus dem Konzept geworfen über den Mangel im Bühnenbild, über das er ansonsten gemächlich und seine Gedanken verkündend schreitet. Nur am Rande fließt noch sein liebenswerter Sprachfehler ein.

Mit weißem Pulver im Gepäck in die USA

Amüsant, wie er vom USA-Urlaub mit seiner Mutter berichtet, der er die Mitnahme von Milch verboten hat, die ja sonst bei kleinen Wehwehchen immer helfe. Er sei schon verwundert gewesen, als dann am amerikanischen Flughafen Absperrbänder gezogen und den Hunden die Maulkörbe abgenommen worden seien. Neun Kilogramm weißes Pulver seien bei seiner Mutter gefunden worden – Milchpulver eben. „Das ist nicht von mir. Das ist von meinem Sohn. Der nimmt das immer, wenn es ihm schlecht geht“, habe sie den Beamten erklärt.

Zuckerwattefrisur im Keller

Als „Insel der Freude“ sehe Panzer es, wenn er mit seiner Frau Hilde in den Keller gehe, wo sie aus Angst vor Spinnen pfeife und leise „Hier sind keine Spinnen“ singe, aber gar nicht merke, wie sie schon eine Zuckerwattefrisur aus Spinnenweben habe. Ängste allgemein seien schon sehr merkwürdig, etwa vor Durchzug oder Holz. Oder davor, von einer Ente beobachtet zu werden. Rocker wie „Helle Engel“ mit Angst vor Blitzen? Für Panzer einfach nur skurril.

Rasenkantentrimmer statt Sense

Großen Spaß habe es ihm gemacht, als er seine Frau Hilde nach ihrem Abendbrot mit Pilzen in seiner Verkleidung als Tod erschreckt habe. Dass es neben der schwarzen Kleidung nicht mehr zu einer Sense reichte, die bei Ebay mittlerweile 100 Euro koste, sondern nur zum Rasenkantentrimmer in orange, spielt dabei keine Rolle.

Schlechte Menschen kehren als Silberfisch zurück

Den Hang zu Esoterik führt Panzer auf die damaligen Trockenhauben zurück, bei denen wohl ein paar Areale zu heiß geworden seien. Den Wiedergeburtsglauben der Inder bringt er kurz und knapp auf den Punkt: Gute Menschen würden als Löwe, Tiger oder Puma wiedergeboren, schlechte Menschen als Bettmilbe oder Silberfisch.

Nervige Nachbarn, die nur grillen wollen

Geradezu liebevoll Panzers Erinnerungen an Tochter Susaska, als sie noch eine kleine Prinzessin war. Bis dann die Pubertät als Knick in der Beliebtheit komme und irgendein Thorben mehr zähle. Geradezu einfühlsam seine Ansichten über alte Menschen, die die einzige Aufgabe hätten, glücklich zu sein. Und geradezu ablehnend seine Einstellung zu nervigen Nachbarn, die mit der permanent aufdringlichen Frage „Wollen wir grillen?“ doch erst einmal warten sollten, bis der Schneematsch weg ist.

Das Fazit seines Vortrages

Als ein Fazit von vielen bleibt allemal: „Fernsehen gucken ist gut für das Gehirn, weil es nicht gebraucht wird.“