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Ingvar Vollprecht machte Dampf Gewalttour nach Quakenbrück für eine gute Sache

Von Bernard Middendorf | 29.12.2015, 15:19 Uhr

Außergewöhnliche Aktion: Der Quakenbrücker Ingvar Vollprecht setzte seine Idee einer „Spenden-Tour“ mit dem Rennrad zwischen Hannover und Quakenbrück in die Tat um – und fuhr auf genau 313,9 Kilometern in 11:43 Stunden (inklusive Rückfahrt) die beachtliche Summe von 517,90 Euro ein. „Als nach vier Stunden die ersten Krämpfe kamen, meldete sich schon ein bisschen der innere Schweinehund“, gestand er später.

„Dampf“ machte der 21jährige im doppelten Sinne: Vor dem Start, indem er per Blog fleißig für sein Projekt warb, nach der Ankunft am Marktplatz in Quakenbrück, als er schweißgebadet vom Sattel stieg.

Kräftig Gegenwind

„Jede kleine und große Spendenzusage war für mich wie Rückenwind“ meinte er strahlend, um aber dann hinzuzufügen: „Ich hatte heute extrem viel Gegenwind !“ Das ist im Radsport selbst für einen früheren deutschen Jugendmeister kräfteraubend.

Ingvar freute sich über das – wenn auch kleine – Empfangskomitee: Jakob (12), Lea (10) und Jonathan Vollprecht (8) warteten am Rathaus – „nur“ Verwandte, aber wenn er die Aktion 2016 wiederholt, will er die Öffentlichkeit früh genug mobilisieren: „Dann kommen wir auch zu mehreren. Meine Radfreunde vom HRC Hannover haben mich diesmal nur ein Stück begleitet.“ Ein Trost: Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe fand bei einem zufälligen Zusammentreffen lobende Worte für die ungewöhnliche Aktion.

Per GPS obline verfolgen

Das Projekt hatte der Maschinenbaustudent kreativ vorbereitet: Mit reichlich Informationen auf seiner Homepage „ingvar.vollprecht.de“, mit akribischer Planung der Route, für jeden online per GPS zu verfolgen, und sogar mit einem Video, das dem Betrachter das Gefühl gab, die Strecke im Helikopter abzufliegen.

Vollprecht dankt allen Sponsoren; die erradelte Summe (1,65 Euro x 313,9 Kilometer) soll jetzt zwischen der „Weihnachtshilfe“ der HAZ vor Ort, dem Verein „Unterstützerkreis Flüchtlingshilfe Hannover.“ sowie der UN-Flüchtlingshilfeorganisation UNHCR aufgeteilt werden.