Ein Artikel der Redaktion

Hermann-Bonnus-Geburtshaus Trägerverein plant neues Museum für Quakenbrück

Von Christian Geers | 26.12.2016, 20:00 Uhr

Im Frühjahr will der Trägerverein als Eigentümer mit der Sanierung des Hermann-Bonnus-Geburtshauses beginnen. Auch die Nutzung des Fachwerkhauses als Museum konkretisiert sich.

Im Gemeindehaus von St. Sylvester hat der Trägerverein Hermann-Bonnus-Geburtshaus seine zweite Mitgliederversammlung abgehalten. Vorsitzender Paul Gärtner berichtete darin laut Mitteilung des Vereins, der inzwischen 61 Mitglieder stark ist, über die erreichten Etappenziele.

Historischer Bestand des Fachwerkhauses ermittelt

Mit Klaus Keller sei ein Architekt für die Restaurierung beauftragt worden, der sich gut mit Denkmalbauten auskenne. In vielen Gesprächen mit der Denkmalpflege und dem Architekten seien erste Planungen zu Papier gebracht worden. Der historische Bestand des Gebäudes sei festgestellt und für die museale Nutzung nach der Renovierung ein Nutzungskonzept erarbeitet worden.

Liste mit Förderern und Geldgebern erstellt

Ende August gab es nach Angaben Gärtners auf Initiative des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur im Rathaus Quakenbrück eine Geberkonferenz. Neben möglichen Förderern waren Vertreter aller Ebenen des Denkmalschutzes in Niedersachsen anwesend. Dabei ist eine Liste von Förderern und Geldgebern zusammengetragen worden, bei denen Anträge auf Förderung des Projektes gestellt werden sollten. Die Förderanträge sind nach Aussage des Vereins inzwischen für den ersten Bauabschnitt auf den Weg gebracht. Erste Zuwendungsbescheide seien eingetroffen, sodass im Frühjahr 2017 nach den Detailplanungen für den Bauantrag mit dem Baubeginn gerechnet werden könne, berichtete Vorsitzender Paul Gärtner.

Nutzungsmöglichkeiten als Museum vorgestellt

Architekt Klaus Keller stellte die Planungen für die künftige museale Nutzung sowie das Raumkonzept vor. Dabei erläuterte er, dass aus Sicht der Denkmalpflege der 1975 versetzte Straßengiebel in seinen historischen Zustand zurückgebaut werden solle. Der Hauptteil des Bonnus-Geburtshauses soll im Erd- und Obergeschoss für ein Museum hergerichtet werden. Das Gebäude wird barrierefrei über den Zugang an der Traufseite zugänglich sein. Einen Eingang gibt es auch über die Goldstraße. Im hinteren Teil des Hauses ist rückseitig eine kleine Hausmeisterwohnung im Erdgeschoss geplant. Damit könnte der Verein sich eine Einnahmequelle für regelmäßige Kosten der Gebäudenutzung erschließen.

Digitalisierung der Bonnus-Bibel vorgeschlagen

Über die bisherigen Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Museale Nutzung“ berichtete Arnold Beuke. Es seien drei Schwerpunkte: – „Bikonfessionalität“, „Hermann Bonnus“ und „Wohnalltag um 1500 in Quakenbrück“ – im Gespräch. Harald Eichmann hat für den Verein recherchiert, wie die weltweit einmalige Bonnus-Bibel mithilfe der Digitalisierung einer interessierten Öffentlichkeit nahegebracht werden könnte. Eine digitalisierte Bonnus-Bibel könnte als Attraktion im renovierten Geburtshaus ausgestellt und während der Öffnungszeiten jedermann zu Studienzwecken zugänglich gemacht werden.

2017 sind mehrere Veranstaltungen geplant

Auf Initiative des Vereins werden im Reformationsjahr 2017 einige Veranstaltungen stattfinden. Im Frühjahr referiert der pensionierte Superintendent Hans-Neithard Hansch zu Leben und Werk von Hermann Bonnus, dem Reformator von Stadt und Land Osnabrück. In Kooperation mit dem Fördererverein des Stadtmuseums haben Elisabeth Sieve und Volker Gläntzer einen Vortrag zur Geschichte Quakenbrücker Stadthäuser am Beispiel des Geburtshauses von Hermann Bonnus zugesagt. Diese Veranstaltung wird am 4. April stattfinden. Mit Sicherheit werden im Jubiläumsjahr auch Baustellenführungen im Bonnus-Geburtshaus angeboten, so der Trägerverein.

Vorsitzender Paul Gärtner appellierte an die Versammlung, fleißig neue Mitglieder zu werben und in der Öffentlichkeit um Spenden für die Renovierung des kulturhistorischen Juwels in Quakenbrück zu bitten.