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Großeinsatz von Helfern Zu heiß: Kinder bekamen in der Artland Arena Kreislaufprobleme

09.06.2018, 23:21 Uhr

Eine Veranstaltung für Kinder und Familien in der Quakenbrücker Artland Arena ist am Samstagabend mit einem Großeinsatz von Rettungskräften zu Ende gegangen. Sie waren zu einem „Massenanfall von Verletzten“ gerufen worden. Kinder litten unter Kreislaufproblemen. Zum Geschehen gibt es unterschiedliche Darstellungen.

 Von Mark Otten und Björn Thienenkamp 

Die Rettungsleitstelle hatte am Samstag gegen 19 Uhr einen sogenannten „MANV“, einen „Massenanfall von Verletzten“, ausgelöst. In der Folge machten sich etwa 15 Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn auf in Richtung Quakenbrücker Artland Arena.

Polizei: Veranstaltung nicht abgebrochen

Als die Rettungskräfte eintrafen, stellte sich die Situation jedoch deutlich harmloser dar, als zunächst angenommen: Tatsächlich hätten lediglich vier Kinder wegen Kreislaufproblemen betreut werden müssen, wie die Polizei auf Nachfrage erklärte. Die Veranstaltung sei außerdem nicht abgebrochen, sondern wie geplant beendet worden. Unter anderem in sozialen Netzwerken gibt es – auch zur Zahl der betroffenen Kinder – anderslautende Meldungen. Zumindest ist die Veranstaltung tatsächlich nicht abrupt abgebrochen worden, wohl aber haben die Organisatoren einige Programmpunkte weggelassen.

Viel Hitze, viele wärmende Körper

Die Halle soll sich durch die Außentemperaturen von bis zu 31 Grad und die vielen Menschen im Inneren so stark erwärmt haben, dass einige Teilnehmer Kreislaufprobleme bekommen hatten. „Wir haben 8500 Kinder und 7500 Zuschauer über zwei Tage verteilt, heute waren rund 1300 Kinder und 1300 Zuschauer hier“, sagte Ansgar Jürgens für den Veranstalter „Klasse! Wir singen“. Die Kinder seien wiederholt zum Trinken aufgefordert worden, hätten dazu aber nicht gezwungen werden können, sagte Jürgens.

Am Sonntag ging die Veranstaltung mit drei weiteren Aufführungen weiter.

Leitstelle: Betreuungslage

Laut Rettungsleitstelle hatte ein Teilnehmer der Veranstaltung über die Notrufnummer 112 den Einsatz ausgelöst. Die Leitstelle habe ein Rettungsteam mit Fahrzeugen aus dem Nordkreis geschickt, das an Ort und Stelle Unterstützung angefordert habe. Daraufhin sei der vom Landkreis Osnabrück festgelegte Einsatzplan „MANV“ gestartet worden. Dieser Plan greife aber nicht nur dann, wenn vor Ort sieben oder mehr Verletzte zu versorgen seien. Er sei auch, wie im Falle Quakenbrück, für „Betreuungslagen“ gedacht. In diesem Falle rücken ehrenamtliche Rettungskräfte nach und übernehmen die zeitaufwendige Betreuung. Der Großeinsatz solle dann sicherstellen, dass die Regelrettungskräfte entlastet würden und weiterhin für andere Einsätze zur Verfügung stünden.

Konkrete Angaben zur Zahl der tatsächlich betreuten Kinder machte die Rettungsleitstelle nicht.