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Für Experten und Neugierige Großer Andrang beim Quakenbrücker Radtag

Von Katharina Preuth | 19.06.2016, 21:48 Uhr

In der Innenstadt hat am Sonntag der zweite Quakenbrücker Radtag stattgefunden. Radexperten und Neugierige kamen in die Burgmannsstadt, zu Live-Musik und Vorführungen rund um den Drahtesel.

Bereits zum zweiten Mal machen die Radler die Quakenbrücker Innenstadt unsicher. Ausgerüstet mit eigenem fahrbaren Untersatz, einige mit Helm und Fahrradtaschen, schauen die Outdoor-Fans was der regionale Fahrradmarkt zu bieten hat. Sie entdecken an einem Stand Dreiräder von Pfau-Tec. Die Quakenbrücker stellen therapiegeeignete Räder und Spezial-Dreiräder für Erwachsene und Kinder her. Besonders die ältere Generation der Zweirad-Freunde scharrt sich interessiert um die Räder mit dem leichten Einstieg. „Ich habe so eins schon zu Hause und wollte es meiner Bekannten mal schmackhaft machen“, lacht die Bersenbrückerin Renate Gaeb.

Für Sportler und Experten

Direkt nebenan steht eine Auswahl historischer Drahtesel vor dem Restaurant Heimatstube in der Alenconer Straße. Hier hat der Bastler Ralf Böse halt gemacht. Der Quakenbrücker war früher Betriebsschlosser bei dem ehemaligen Fahrradriesen Kynast. Er hat selbst eine kleine Sammlung älterer Räder. Schon fängt er an, über Dynamos zu philosophieren, über Kupferwicklungen, die voller Patina sind und Dürkop-Räder aus den 1930ern. „Auf Flohmärkten und im Speermüll schaue ich nach Kleinteilen, wie Rücklichter oder Klingeln“, erzählt Ralf Böse begeistert. Experten, Hobbybastler, Sportler und Neugierige treffen hier aufeinander.

Weiter in Richtung Marktplatz informiert sich Hans Helmut Grimm über Radrouten im Artland. Familie Krüger lässt sich vor einem überdimensionalen Rad fotografieren und Sportfans versuchen den Cross-Shaper, eine Art verbessertes Walking zur zusätzlichen Stärkung der Oberkörpermuskulatur.

Strom durch Muskelkraft

Die Party an diesen Sonntag findet aber direkt auf dem Marktplatz stand. Schon am frühen Nachmittag sind alle Bänke rund um den Europa-Brunnen besetzt. Auf der Bühne bekommen die Besucher einiges geboten. Das Fitnessstudio Drei Fit führt die Indoorbikes vor und zeigt einen Hip-Hop-Tanz. Nach einer Einradballet-Aufführung wird es musikalisch. Sigrid und Heinz Rebellius singen über ihre Heimat, von Auswanderern und Heimkehrern begleitet von Akkordeon, Banjo und Gitarre. Eine Besonderheit gibt es bei ihrem Konzert und auch bei den Auftritten der anderen Künstler. Vier Räder stehen direkt vor ihnen, darauf strampelnde und schwitzende Menschen. Die Musik kommt heute nicht aus der Steckdose, sondern wird erzeugt durch Muskelkraft. Gemütlich zum Takt der Musik mit dem Kopf wippen reicht nicht aus . Als Stromerzeuger müssen sich die Besucher in die Pedale treten, damit die Instrumente laut klingen. Zu späterer Stunden standen dann noch Cliff Barnes and the Fear of Winning und Dean Collins auf der Bühne im Herzen der Stadt.

Der erste Versuch einen Radtag auf die Beine zu stellen verlief für die Veranstalter, der Wirtschaftsagentur Artland und der Initiative Quakenbrück, im letzten Oktober weniger erfolgreich. „Wir haben es versucht, aber zum einen hat das Wetter nicht richtig mitgespielt und die Fahrradsaison war eigentlich zu Ende“, räumt Katharina Vater von der der Wirtschaftsagentur ein. Dafür war der gestrige Radtag in Verbindung mit dem NOZ-Radwandertag ein voller Erfolg. Nicht nur die Teilnehmer des Wandertages kamen in die Stadt, auch Sonntagsradler haben sich sehen lassen, freut sich Katharina Vater.