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1300 Gäste waren gekommen Festakt zum 125-jährigen Bestehen des Erntevereins Nortrup

Von Anita Lennartz | 11.08.2019, 13:35 Uhr

Ein beeindruckendes Bild bot sich den Rednern beim Festakt zum 125-jährigen Bestehen des Erntevereins Nortrup: Sie schauten auf gut 1300 Schützen, Erntebrüder und Ernteschwestern. 32 Gastvereine und fünf Musikkapellen waren nach Nortrup gekommen.

Das „Geburtstagskind“ marschierte mit dem Musikverein Nortrup, Majestäten und zahlreichen Vereinsmitgliedern ein. Präsident Jörg Rode hatte im Vorfeld mit dem Verein gewettet und bei der Anwesenheit von 100 Mitgliedern ein 50-Liter-Fass Bier versprochen. Diese Zahl wurde bei weitem überboten, die 206 kursierte. Rode war gern Verlierer, zeigte sich „sein“ Verein an diesem Abend doch ausnahmslos als Gewinner: das Wetter hielt während des Festaktes und -umzugs, die Stimmung war von Anfang super und Organisatoren und Gäste gleichermaßen zufrieden.

Zu Beginn begrüßte Rode neben den Vereinen und Majestäten auch die „Ehrengäste“, allen voran den Schirmherrn der Veranstaltung, Erntebruder Stefan Muhle, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Arbeit, Wirtschaft, Verkehr und Digitalisierung. Dann ging Rode auf die Historie des Erntevereins ein, der aus der Tradition des gemeinsamen Erntebier-Trinkens entstanden ist. Er bedankte sich bei allen vorangegangenen Vorständen. „Ich freue mich besonders, dass unser Ehrenpräsident Werner Kottmann vor Ort ist ebenso wie mein Vorgänger Friedhelm Börger“, so Rode. Sie allen hätten den Verein in seiner Vielfalt weiterentwickelt.

Die gut 800 Vereinsmitglieder zeugten davon, dass der Mix aus Geselligkeit, Heimat- und Brauchtumspflege das richtige wäre: „Der Ernteverein ist und bleibt ein Verein für alle Nortruper, bei dem Gäste aus Nah und Fern herzlich willkommen sind.“ Er dankte Vorstand und Jubelgremium für ihre „blau-gelbe Leidenschaft“ und deren Familien im Hintergrund, die diese Leidenschaft vor allem in der Vorbereitungszeit dieses Fest mitgetragen hätten. Auch galt sein Dank allen, die sich in irgendeiner Weise eingebracht hätten und er vergaß auch die Anlieger nicht für das schöne und liebevolle Schmücken der Straßenzüge. „Nortrup ist an diesem Wochenende ein blau-gelbes Schmuckstück.“

Muhle zog den Hut vor den Leistungen der Erntebrüder und -schwestern und wünschte, dass nun 80 Stunden durchgefeiert werden würde. Sorgen bereiteten ihm die rückläufigen Zahlen bei den landwirtschaftlichen Betrieben und die Klima-Entwicklung. „Wir diskutieren zu viel und handeln zu wenig“, sagte er. Dem Ernteverein wünschte Muhle, dass der Verein Dreh-und Angelpunkt im Ort bleibe und das Engagement für die Dorfgemeinschaft beibehalten werde. „Und das Erntebier soll niemals ausgehen.“

Laut Bürgermeister Karl-Heinz Budke steht der Ernteverein für zweierlei Aktivitäten: zum einen sei es ein Sportverein mit hervorragender Jugendarbeit, zum anderen zähle Tradition, Heimat und Brauchtumspflege zu seinen Aufgaben. „Die Vereine und Verbände sind für das gesellschaftliche Leben unverzichtbar“, so Budke. Hier würden Werte vermittelt, die in der heutigen Zeit wichtiger denn seien. Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe gratulierte und überraschte mit einer „Nortruper Interpretation“ des Gedichtes „Herbsttag“ von Rainer-Maria Rilke.

In Reimform überbrachte die stellvertretende Landrätin Christine Rottmann Grüße und Glückwünsche seitens des Landkreises Osnabrück und sicherte sich damit die Aufmerksamkeit der anwesenden Gäste. Auch Pastor Ralf Krause und Frauke Rothert gratulierten zum Jubiläum. Der Präsident des Schützenbundes Nortrup-Loxten Hermann Krull schloss die Reihe der Grußworte und sprach für alle anwesenden Gastvereine. Er appellierte an die jungen Leute, sich in den Vereinen ehrenamtlich zu engagieren und so Traditionen aufrecht zu erhalten. Mit einem gemeinsamen „Horrido“ gratulierten alle Vereine abschließend.

Nach der Parade durch die amtierenden Majestäten des Erntevereins startete dann der Festumzug durch den blau-gelb geschmückten Ort. Ernteverein, Schützenbund Nortrup-Loxten und Schützenverein Suttrup bildeten dafür einen Spalier, durch den die Gastvereine angeführt von Kommandeur Lothar Gerlach und dem Musikverein Rote Heide aus Bersenbrück zogen.

Angekommen am Festplatz mischten sich dann grüne, blaue und graue Jacken und das freundschaftliche Verhältnis der Vereine und Vereinsmitglieder untereinander sorgte zusätzlich dafür, dass dieses Fest ein ganz besondere Erinnerung in der Geschichte des Nortruper Erntevereins bleibt.