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Erwin Hermann Voss kehrte zurück Nach 78 Jahren wieder zu Besuch in Badbergen

Von PM. | 28.12.2015, 19:05 Uhr

Auf den Spuren seiner Vergangenheit wandelte Erwin Hermann Voss, der heute in Buenos Aires lebt, mit seiner Frau Hebe in Bramsche und in 1937 war der heute 85-jährige Jude zusammen mit seinen Eltern von Bramsche aus nach Argentinien geflüchtet.

In Badbergen hatten sein Großvater David Meyer und sein Onkel Julius Meyer gewohnt. Helmut Behnke von der Gemeinde Badbergen empfing die Besucher und zeigte ihnen auf dem Marktplatz, wo das Haus der Familie David Meyers gestanden hatte, bevor es 1934 abgebrannt ist.

Am Grabstein seiner 1935 in Badbergen verstorbenen Großmutter Sophie Meyer auf dem jüdischen Friedhof legte Erwin Hermann Voss ein Blumengebinde nieder. Voss hatte einen Tag zuvor an der Präsentation des Buches „Von Bramsche nach Buenos Aires – Auf den Spuren der jüdischen Familie Voss“ von Dieter Przygode aus Bramsche in der Kornmühle des Tuchmachermuseums teilgenommen. In diesem Buch wird die Geschichte seiner Familie beschrieben. Ein Kapitel befasst sich auch mit Badbergen.

David Meyer war nicht mit nach Argentinien ausgewandert, sondern mit seinem Sohn in Badbergen geblieben. Von dort flüchteten sie 1938 nach Lochem in die Niederlande. Dort ist 1939 Tochter Sonja geboren.

Dies wird ebenso beschrieben wie die Deportation über Westerbork in die Vernichtungslager Auschwitz, Sobibor und Flossenbürg, wo sie schließlich ermordet wurden.