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Englischunterricht für Kinder Menslagerin arbeitet in Mexiko

Von Katharina Preuth | 11.06.2016, 11:32 Uhr

Die Menslagerin Christiane von Runnen ist nach ihrem Studium für drei Monate nach Mexiko gegangen. In der Stadt Guadalajara arbeit sie für die Organisation Mayama, die Kinder aus den ärmsten Familien unterstützt.

Guadalajara/Menslage. Die Menslagerin Christiane von Runnen ist nach ihrem Studium für drei Monate in Mexiko. In der Stadt Guadalajara arbeit sie für die Organisation Mayama, die Kinder aus den ärmsten Familien unterstützt. Das fehlende Geld der Familien sei das geringste Problem, erzählt die Menslagerin Christiane von Runnen über ihre Erfahrung in Mexiko. Vielmehr fehle es den Kindern, mit denen sie arbeitet, an Struktur, Erziehung, Liebe und Bildung, und „sie erleben leider viel zu viel familiäre Gewalt“, berichtet sie.

In einer WG mit drei Mexikanern

Christiane von Runnnen hat einen Masterabschluss in Schulpsychologie. Im Bachelor hat sie zunächst Spanisch und Kunstpädagogik studiert, bevor sie sich der Psychologie widmete. Die Verständigung auf Spanisch klappt also. Gleichzeitig sei schon während ihres Studiums der Plan entstanden, für einige Zeit in einem lateinamerikanischen Land zu leben und zu arbeiten. Ihre Wahl fiel dabei auf Mexiko. Von Deutschland aus ist sie mit der NGO (Nichtregierungsorganisation) in Kontakt getreten und hat sich eine Unterkunft gesucht. „Ich wohne in einer Wohngemeinschaft mit drei Mexikanerinnen in meinem Alter, direkt im Zentrum der Stadt“, sagt die 27-Jährige. Von ihrer Wohnung aus fährt sie jeden Tag ins Industriegebiet der Stadt, mit dem Bus und der Bahn braucht sie dafür 45 Minuten.

Viele der Kinder sind aggressiv

Dort, im „Centro de Dìa“, einem Tageszentrum für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren, arbeitet sie zweimal in der Woche mit den Kleinen. Die Kinder seien in den ärmsten Familien der Stadt aufgewachsen, weiß die Psychologin. „Viele von ihnen haben eine niedrige Frustationstoleranz, sind aggressiv, sie können sich nicht selbst regulieren. Das sind Resultate der Armut“, sagt Christiane von Runnen. Damit die Jüngsten der Gesellschaft eine Chance haben, gibt es die Organisation. Die Aufgabe der Menslagerin ist dabei die direkte Arbeit mit den Kindern, sie bastelt mit ihnen, unternimmt Auflüge und gibt Englisch-Unterricht. „Einigen Kindern helfen wir bei der schulischen Wiedereingliederung. Für den Eingangstest in die Sekundarstufe müssen sie Kenntnisse der englischen Sprache nachweisen“, erklärt sie.

Neues Zentrum in Planung

Außerdem hat Christiane von Runnen die Pädagogen und Psychologen des Centro de Día zum Thema „Pädagogisch-psychologische Werkzeuge und Classroom Management“ geschult. Die Psychologin ist von der Arbeit der Organisation überzeugt. „Auf die Kinder wartet das gleiche Schicksal wie das ihrer Eltern. Ohne Hilfe können sie sich nicht aus der Armut befreien“, sagt sie. 330 Kinder und 170 Familien nehmen an dem Programm der Organisation Mayama teil. „Mayama verändert das Leben der weniger privilegierten Kinder und ihrer Familien. Bildung ist dabei der einzige Weg, um Gewalt, Missbrauch und soziale Diskriminierung vorzubeugen“, teilt Alejandra Pena, Geschäftsführerin der Organisation, mit. Sie hoffen, mit Spendengeldern ein neues Bildungszentrum eröffnen zu können, das Platz für 640 Kinder und ihre Familien bietet.