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BKR-Adventskalender – Teil 13 Viel Glut hinter Menslager Ofentürchen

Von Bernard Middendorf | 13.12.2015, 10:30 Uhr

Ein besonderer Ofen, zwei besondere Türchen: „Das ist ein Backofen der Firma Busam aus Oberkirch mit zwei Etagen.“ Es klingt ein wenig Stolz aus der Stimme von Klemens Schröder. Die Bäckerei „Wieruper Hof“ in Menslage hat momentan Hochbetrieb. „In der Vorweihnachtszeit fahren wir diesen Ofen natürlich häufiger hoch, sonst zweimal die Woche“, erklärt der Chef der Bio-Backstube, der heute ein Türchen öffnet.

Wohlige Wärme und der Duft nach frischem Teig umfängt den Besucher, der die Räume in dem ehemaligen Bauernhaus betritt. „Das ist ein schöner Nebeneffekt“, sagt Klemens Schröder und weist auf das Feuer in dem imposanten Backofen hin. Wenn nur Pizza oder Flammkuchen oder angefertigt werden, ist nicht so viel Hitze notwendig wie beim Brot.

„Normalerweise wird mit hoher Flamme gearbeitet. Wenn er die richtige Temperatur erreicht hat, kann man – nach dem Säubern – beide Etagen nutzen“, erläutert der Besitzer. „Ringsum sieht man beim Anheizen das Feuer, oben ist dann der Abzug.“ Gemauert haben „die Schröders“ diese Produktionsstätte selbst; die Technik stammt aus dem Schwarzwald: „Da gibt es noch Ofenbau-Tradition – die werden seit 150 Jahren so hergestellt.“

Der Ofen glüht, das Geschäft brummt

Von der Seite schleicht sich Enkel Miro (3) an; klar, dass er helfen und ein Scheit in die Glut werfen darf. Der Lohn für den Opa: ein Lied aus dem Kindergarten. Der Familienbetrieb arbeitet mit mehreren Angestellten, streng biologisch, aber gerade deswegen brummt das Geschäft.

Das Jahr über wird hauptsächlich Vollkornbrot gebacken – und Brötchen, denn die Restwärme soll ausgenutzt werden. Für die Wochenendmärkte werden jetzt noch mehr Backwaren bestellt. Kann bei so viel Arbeit überhaupt Adventsstimmung aufkommen? „Ja, später, wenn es ein bisschen ruhiger wird“, lacht Klemens Schröder. „Wenn die Kunden kommen, werden die Kerzen angezündet.“

Sicherlich kommt dann auch mal ein „Sonderwunsch“ in den Ofen und knusprig braun wieder heraus. „Unser täglich Brot gib uns heute“ – das Gebet zwischen den beiden Türen des gusseisernen Ofens erinnert daran, dass selbst heutzutage nicht für alle Menschen das Sattwerden selbstverständlich ist.