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Atha Toutziaridis Neue Metal-CD von Quakenbrücker Musiker

Von Birgit Eckhoff | 29.07.2014, 20:01 Uhr

Nachtblut – das ist Dark Metal, das ist rauer Klang und harter Text. Und das ist auch Athanasios Toutziaridis, der Sänger der Band. Er kommt aus Nach einigen erfolgreichen CDs und Auftritten – unter anderem beim Wacken-Festival 2013 – erscheint nun im September das neue Album Chimonas. Von Oktober bis Dezember folgt eine kleine Europa-Tour.

Athanasios Toutziaridis ist – genau – Grieche. Als jüngstes von drei Kindern kommt er 1984 in Quakenbrück zur Welt. Die Schulzeit verbringt der heute 30-Jährige – von Freunden kurz Atha genannt – ebenfalls in der Hasestadt. Es folgt eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann in Cloppenburg. Das ist die eine Seite des Lebens von Athanasios Toutziaridis.

Die andere Seite: Mit zehn Jahren bekommt der Quakenbrücker sein erstes Keyboard zu Weihnachten geschenkt. Der musikalische Grundstein ist gelegt. Inspiriert von der Band Marilyn Manson, schreibt er schon bald erste Songtexte. Auch optisch verändert sich Athanasios Toutziaridis. Mit Folgen. „Wegen meiner provokanten T-Shirts mit Aufschriften wie ,Bigger than Satan‘ oder ,I Love Drugs – Drugs Love me‘ bin ich regelmäßig aus dem Religionsunterricht geflogen. Und meine Mitschüler haben meinen Vornamen Athanasios in „Satanasios“ umgewandelt“, verrät er.

So kommt es, dass aus Athanasios Toutziaridis nach einem Abstecher als Keyboarder zur Black-Metal-Band Sons of Seth dann der Sänger Askeroth von Nachtblut wurde. Martialischer Look auf der Bühne, schwarze T-Shirts und Unterlippen-Piercing in Zivil. Immer unverwechselbar: das schwarze, hüftlange Haar. Es wächst nunmehr seit 15 Jahren.

Im November 2005 war es, als Askeroth Nachtblut gründete. Nach der ersten Demo-Aufnahme 2007 mit dem Titel „Das erste Abendmahl“ ging es für die fünfköpfige Band schnell musikalisch bergauf. Die düsteren und rauen Klänge fanden Gefallen. Rasch stieg Nachtblut zu einer Größe im Metal-Underground auf – eine Szene, die sich in viele Unterarten wie Gothic-Metal, Death Metal oder eben Dark Metal aufteilt. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

So oder so: Mittlerweile sind Nachtblut über die klassischen Grenzen des Undergrounds hinweg bekannt. Die Musiker standen nicht nur in Wacken auf der Bühne, sondern auch beim Summer Breeze oder beim Beastival. Überdies hat die Band selbst erfolgreich Headliner-Touren gespielt.

Seit 2011 produziert Nachtblut für das österreichische Label Napalm Records. Bisher sind dort die Alben „Antik“ und „Dogma“ erschienen. Auffallend sind vor allem die gesellschaftskritischen Texte, die unter die Haut gehen und bewusst für viele Menschen schwere Kost sind. Die Songs tragen Titel wie „Mein Herz in ihren Händen“ oder „Kalt wie ein Grab“. So wie die Texte, so sind auch Bühnenoutfit und Live-Performance für Nicht-Szene-Gänger extrem. Für Fans Kult. All das werden Konzertbesucher bei der Europa-Tour erleben. Neben Deutschland stehen Österreich, Schweiz, Italien, Tschechien und die Niederlande auf dem Programm.

Und natürlich: Musiker müssen sich fit halten. Eine Show, wie die von Nachtblut, fordert viel. Athanasios Toutziaridis, alias Askeroth, trainiert deshalb gern und häufig im Drei Fit in Quakenbrück, wie er beim Gespräch in der Kantine in Quakenbrück erzählt. Dort macht er auch keinen Hehl aus einer anderen Vorliebe. „Ich mag klassische Musik von Vivaldi“, sagt er. Spontan meldet sich Gast Michael „Ossy“ Oswald zu Wort: Er möge die Musik von Nachtblut. Zwar habe er es noch nicht geschafft, ein Konzert zu besuchen. Aber dafür habe er zwei Alben der Band. Nun. Ab Oktober kann Michael Oswald das Versäumte nachholen und zudem ein weiteres Album bei sich zu Hause auflegen.