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Aber Christkind bringt Geschenke Quakenbrücker Familie feiert amerikanische Weihnachten

Von Katharina Preuth | 26.12.2016, 10:30 Uhr

In den USA beginnt die Weihnachtszeit mit dem Feiertag Thanksgiving, Straßen und Häuser sind mit Lichtern und Dekorationen überladen und Santa Claus bringt die Geschenke. Einige Traditionen hat der Amerikaner Pierre Gosselin mit nach Quakenbrück gebracht, andere musste er aufgeben.

Seit fast zwei Jahrzehnten lebt Pierre Gosselin mit seiner Frau Doris in Deutschland. Sie haben zwei Kinder und feiern deutsch-amerikanische Weihnachten. In den USA bekommen die Kinder ihre Geschenke erst am Morgen des ersten Weihnachtstages, nachdem Santa Claus sie nachts gebracht hat. Bei den Gosselins übernimmt diese Arbeit das Christkind und schafft es schon, Heiligabend vorbeizukommen.„Ich wurde demokratisch überstimmt. Santa hat mit drei zu einer Stimme verloren“, schmunzelt Pierre Gosselin. Die Kinder wollten nicht noch länger auf die Geschenke warten müssen, als ihre deutschen Freunde, ergänzt die Ehefrau. Heiligabend verbringen sie nach deutschem Brauch. Es gibt Raclette und sie gehen zur Kirche.

Kick-off zur Weihnachtszeit

Traditionell amerikanisch dagegen begeht die Familie das Kick-off zur Weihnachtszeit. Am vierten Donnerstag im November feiern die Amerikaner Thanksgiving und läuten mit diesem Nationalfeiertag die Vorweihnachtszeit ein. „Meine Frau bestellt jedes Jahr dafür einen Truthahn, der normalerweise acht Kilo schwer ist“, erzählt Pierre Gosselin. Damit das Tier in den Ofen passt, hätte sie beim Kauf der Küche extra auf die richtigen Maße geachtet, erinnert sich der heutige Quakenbrücker. Am Samstag nach dem eigentlichen Thanksgiving bereitet das Ehepaar für Familie und Freunde ein Festmahl zu. Neben dem Truthahn servieren sie nach amerikanischem Brauch Kartoffeln, Preiselbeeren, Mais und zum Nachtisch Kürbis oder Apple Pie, gedeckte Obstkuchen. „Im Fernsehen lief bei uns zu Hause dann Football oder die Macy´s Weihnachtsparade, hier schaue ich nur noch selten American Football“, sagt der Familienvater.

Weihnachtsdekoration nach Quakenbrück importiert

Aufgewachsen ist er in New England, eine Region im Nord-Westen der USA. „Bei uns liegt im Dezember mindestens ein halber Meter Schnee. Das verbinde ich mit Weihnachten“, erzählt Pierre Gosselin. Eine weitere Auffälligkeit, die in Deutschland komplett anders sei als in Amerika, sei die Weihnachtsbeleuchtung, findet er. „Als ich das erste Mal hierher kam, hatte ich das Gefühl, das etwas fehlt“, sagt Pierre Gosselin weiter. Nach einem Besuch in der alten Heimat im Jahr 2002 hat er kurzerhand die Weihnachtsdekoration nach Quakenbrück importiert. „Die Lichterketten und die restliche Dekoration waren sehr günstig“, schmunzelt er. In diesem Jahr erleuchtete die Quakenbrücker Hengelage in neuem Glanz. Er stellte die Heilige Familie aus Lichtern in seinen Garten, seine Sträucher und Bäume verzierte er mit Lichterketten und Eiszapfen-Lichter verliefen rund um das Haus der Gosselins.

Golden Gate Bridge zu den Nachbarn gebaut

Sein Glanzstück aber war die Golden Gate Bridge. Pierre Gosselin baute eine Brücke, die von seinem Garten über die Straße zu den Nachbarn verlief, im Dunkeln sichtbar durch viele kleine Lichter. „Die Lichterketten haben nur zwei Jahre überstanden. Es waren immer defekte Glühbirnen dabei“, sagt der gebürtige Amerikaner. Heute benutzt er LEDs, aber die Dekoration ist nicht mehr ganz so aufwendig. „Wenn die ersten Enkelkinder kommen, hängen bei uns bestimmt wieder mehr Lichter“, vermutet Ehefrau Doris Gosselin.