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37 Kinder auf Wartelisten Alle Kita-Plätze in der Stadt Quakenbrück belegt

Von Christian Geers | 28.09.2015, 20:00 Uhr

In der Samtgemeinde Artland gibt es aktuell nicht genügend Krippen- und Kindergartenplätze. In der Stadt Quakenbrück stehen nach Angaben der Verwaltung 22 Jungen und Mädchen auf der Warteliste für einen Kindergartenplatz, für weitere 15 Kinder gibt es zurzeit keinen Platz in einer Kinderkrippe. Die Nachfrage ist größer als das Angebot – eine Nachricht, die die jüngste Sitzung des Ausschusses für Familie, Bildung und Vereine der Samtgemeinde Artland beherrschte.

Eigentlich wollten die Mitglieder erneut über den Antrag der Heilpädagogischen Hilfe (HpH) Bersenbrück beraten. Die möchte in ihrer Einrichtung in Quakenbrück, im Heilpädagogischen Zentrum Im Wiesengrund, eine Kinderkrippe mit 15 Plätzen schaffen. Die Verwaltung hatte das Vorhaben in einer Sitzungsvorlage näher erläutert. Sie kommt darin zu dem Schluss, dass „die bisherige Entwicklung in der U-3-Betreuung eine weitere Bedarfssteigerung realistisch erscheinen lässt“. Durch den Wegfall des Betreuungsgeldes könnte weiterer Bedarf entstehen.

HpH plant 15 Plätze

Die von der HpH Bersenbrück geplante Krippe könnte inklusive Ausstattung rund 145000 Euro kosten. Die Samtgemeinde Artland könnte 115000 Euro beim Land Niedersachsen beantragen, das den Ausbau der Tagespflege für Kinder unter drei Jahren finanziell bezuschusst. Dabei handelt es sich um sogenannte RAT-Mittel. Darüber hinaus müssten Samtgemeinde und Heilpädagogische Hilfe einen Defizitvertrag abschließen, wonach die Kommune für den Betrieb der Krippen aufkommt. Hier ist nach Berechnungen der Verwaltung jährlich mit einem Betrag zwischen 60000 und 80000 Euro zu rechnen.

Hubert Schwertmann (CDU) und Lars Rennings (SPD) waren sich in der Ausschusssitzung schnell einig, den beabsichtigten Krippenbau umgehend im interfraktionellen Arbeitskreis zu behandeln. Dieser solle zu den anstehenden Beratungen über den Haushalt 2016 eine Empfehlung abgeben.

37 Kinder auf Wartelisten

Überrascht reagierten die Ausschussmitglieder, als der zuständige Fachbereichsleiter Heinz Korte die „ganz aktuellen Zahlen“ präsentierte. „Wir haben zurzeit keine freien Plätze, und absehbar wird auch nichts frei werden“, sagte er und verwies auf den Bedarf besonders in der Stadt Quakenbrück. Demnach gebe es zurzeit Wartelisten für die Kinderkrippe (15 Kinder) und den Kindergarten (22 Kinder).

Als Gründe für die hohe Nachfrage nach Betreuungsmöglichkeiten nannte Heinz Korte den verstärkten Zuzug von Familien, „der nicht nur etwas mit den zugewiesenen Flüchtlingen zu tun hat“. Ausgelastet seien auch die 51 Tagespflegepersonen, „auch hier gibt es keine Kapazitäten mehr“.

Jürgen Lindemann (SPD) sprach sich dafür aus, „diese neue Situation“ umgehend in einer Sitzung des interfraktionellen Arbeitskreises zu thematisieren. Er forderte „mehr Zahlen, Daten und Fakten“, die Samtgemeinde müsse den längerfristigen Bedarf an Kinderbetreuung ermitteln.

Lindemann: Wir haben nichts versäumt

Mit deutlichen Worten stellte Lindemann klar, „dass die Samtgemeinde Artland in Sachen Kinderbetreuung ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen muss“. In den vergangenen Jahren habe sie erhebliche finanzielle Anstrengungen unternommen und in allen Mitgliedsgemeinden – zuletzt in Nortrup – ein Krippenangebot geschaffen. „Wir haben da nichts versäumt.“

Martin Lampe (FDP) plädierte dafür, dass sich der interfraktionelle Arbeitskreis genügend Zeit für die anstehende Diskussion nehme, „damit wir nicht ad hoc entscheiden müssen“.

Einstimmig votierte der Fachausschuss, das Thema Kinderbetreuung in den interfraktionellen Arbeitskreis zu verweisen.