Ein Artikel der Redaktion

"Wirtschaftlicher Schaden riesig" Hasetal Touristik ermöglicht kostenlose Stornierungen

Von PM. | 15.04.2020, 12:53 Uhr

Bei der Hasetal Touristik stehen die Telefone nicht still. Doch anders als sonst im Frühjahr wollen die Anrufer in den meisten Fällen keine Urlaube buchen. „Wir haben Stornierungen ohne Ende“, sagt Geschäftsführer Wilhelm Koormann. Die Corona-Krise habe auch die Tourismus-Branche im Hasetal voll erwischt.

„Wir nehmen die Sorgen und Bedenken unserer Kunden ernst und wollen ihnen in Krisenzeiten die Angst nehmen, auf den Kosten einer gebuchten Reise sitzen zu bleiben", schreibt die Hasetal Touristik in einer Pressemitteilung, „daher agieren wir zurzeit mit sehr kulanten Stornierungsbedingungen." Die verhinderten Urlauber könnten zunächst ihre bis Juni gebuchten Ausflüge kostenlos stornieren. Danach hänge alles davon ab, wie lange Corona das öffentliche Leben noch weiter einschränke, erklärt Wilhelm Koormann, „wir befinden uns im engen Austausch mit Partnern vor Ort und erhalten so gesicherte Informationen aus erster Hand. So ermöglichen wir unseren Kunden weiterhin sorgenfreie Reiseangebote."

Die beliebten Grünkohlfahrten mit dem Dampfzug hatte Koormann bereits abgesagt. „Mehr als hundert Menschen, dicht gedrängt in einem Zug, das geht in diesen Tagen gar nicht“, wird er in dem Schreiben zitiert. Es habe sich schnell abgezeichnet, dass sämtliche Übernachtungsangebote in der ersten Jahreshälfte einschließlich Paddeltouren und Draisinentouren nicht stattfinden, heißt es weiter. Zwar hätte die Hasetal Touristik versucht, wenigstens die im März beginnenden Gruppen-Wanderungen zu retten. Doch auch dieser Hoffnungsfaden sei inzwischen gerissen.

Geschäftsführer beantragt Kurzarbeit

Für Koormann und sein Team ist die aktuelle Entwicklung eine herbe Enttäuschung. Nach dem Rekordjahr 2019 wollten die Löninger mit neuen Angeboten gerade so richtig durchstarten. Die Geschäftsräume hatte der Veranstalter vor Kurzem erweitert. Die 13 Festangestellten rutschen nun auch in eine berufliche Krise. Koormann hat für sie Anfang der Woche Kurzarbeit angemeldet. Wie hoch der wirtschaftliche Schaden ausfällt, kann er derzeit überhaupt nicht absehen. Nur, dass er riesig sein wird, stehe für ihn schon fest.

Doch ans Aufgeben denken die Touristiker nicht. „Wir dürfen den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken“, so Koormann. Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen auf diese Saison trotz aller Ungewissheit weiter. Die besonders gefragten E-Bike-Tagestouren und viele weitere Angebote werden zum heutigen Stand nur bis einschließlich April gecancelt und sollen in den Sommermonaten wie gewohnt laufen. Auch werden die freiwerdenden Ressourcen - soweit es geht - in die Entwicklung neuer Produkte für den Herbst und die nächste Saison investiert.

Für Optimismus im Team sorgten die zahlreichen (Stamm-)Kunden, die die touristischen Angebote nutzten und genutzt hätten und durch Mund-zu-Mund-Propaganda für den Erfolg der vergangenen Jahre gesorgt hätten, schreibt die Hasetal Tourisik. Und vielleicht seien gerade die touristischen Angebote an der frischen Luft in den Sommermonaten, nach den Entbehrungen der kommenden Wochen, gefragter denn je.