Ein Artikel der Redaktion

Zweites Buch veröffentlicht Quakenbrücker Autorin schreibt eine Hommage an den Winter

Von Markus Böning | 27.02.2020, 17:04 Uhr

Die Quakenbrücker Autorin Petra Kesse hat ihr neues Buch „Die verborgene Magie des Winters“ vorgestellt. „Der Winter kommt immer ein bisschen zu kurz“, findet sie.

„So viele Geschichten gibt es über den Frühling oder den Sommer, aber der Winter? Die meisten Leute verbinden mit dem Winter schlechtes Wetter, Weihnachtsstress und Kälte, dabei hat der Winter auch seine schönen Seiten, man muss sie nur sehen.“ Das macht Petra Kesse in ihrem neuen Buch „Die verborgene Magie des Winters“, in dem der dunklen Zeit des Jahres so mancher Lichtblick entlockt wird. Schon mit ihrem ersten Buch hat sie sich den Traum erfüllt, einmal ein Buch in der Hand zu haben, auf dem ihr eigener Name steht. Im Gegensatz zu manch anderem vor Egozentrik strotzendem Autor hat das aber wenig mit Selbstverliebtheit zu tun: „Ich habe immer viel gelesen und fand es toll, dass die Menschen ihre Geschichten veröffentlicht haben, denn wenn nicht, hätte ich diese tollen Geschichten ja nicht lesen können. Und ich habe oft ein Buch gelesen, das mir wirklich geholfen hat.“ Kesse hofft, auch mal einen Leser zu erwischen, der denkt, Mensch toll, diese Geschichte bringt mich jetzt weiter und eröffnet mir einen neuen Blick.

Zum Nachdenken anregen

Auf keinen Fall möchte sie in ihrem Schreiben belehren, sondern vielmehr zum Nachdenken anregen – egal, ob da ein Bettler in der eisigen Kälte das erste Mal Menschlichkeit erfährt oder eine Großstädterin zu Besuch in ein winterliches Kaff kommt und durch ein gemeinschaftliches Erlebnis zu Weihnachten von ihren Vorurteilen befreit wird. Es sind diese magischen Momente, die Kesse für ihre Leser einfangen möchte, die sie auf die eine oder andere Art oft selbst erlebt hat.

„Ich glaube, dass ich viel von mir in meine Geschichten hineinbringe, auch etwa, wie es mir gerade so geht. Das ist ganz eigenartig, wenn ich das später lese, ohne dass es mir bewusst war, schreibe ich etwas über mich in diesen Geschichten. Oft denke ich dann, oh, das ist aber verdammt nah an der Realität.“

Dabei kommt die Inspiration für ihre Geschichten fast wie von selbst. In ihrer Geschichte „Die Ampel mal auf Rot schalten“ ist es der 29. Februar. Ein zusätzlicher Tag im Winter, der uns auch dieses Jahr geschenkt wird, der geradezu dazu einlädt, im Alltag mal innezuhalten und wie bei einer Ampel auf Rot zu schalten, mal zu machen, was man sonst nicht macht und dabei vielleicht auch anderen Menschen etwas Licht in den grauen Februar zu bringen.

„Ja klar, ich vermisse den Winter, denn so wie er in meinen Geschichten vorkommt, gibt es ihn ja kaum noch.“ “
Petra Kesse, Autorin

Auf die Frage, ob es nicht schon fast anachronistisch ist, über den Winter zu schreiben, wo wir dieses Jahr mal wieder weder Frost noch Schnee erlebt haben, lächelt Kesse etwas traurig: „Ja klar, ich vermisse den Winter, denn so wie er in meinen Geschichten vorkommt, gibt es ihn ja kaum noch. Durch den Schnee stapfen, durch verschneite Wälder. Ich hätte lieber einen Winter mit allem, was dazugehört. Es fehlt irgendwie eine Jahreszeit.“

Vielleicht ist es deshalb umso bedeutsamer, über den Winter zu schreiben, denn womöglich ist der Winter heutzutage so vergänglich wie Tradition und Heimat, Werte, die auch der gebürtigen Bremerin sehr wichtig sind. „Ich bin ein Familienmensch, und wir haben in Bremen unsere Traditionen, und da bin ich etwas raus. Das macht mir auch ein bisschen Angst, weil meine Mutter immer älter wird und es irgendwann nicht mehr so sein wird.“ Dem wirkt Kesse mit ihrem Schreiben entgegen.

„Schreiben ist wichtiger Teil in meinem Leben geworden, dadurch geht es mir auch gut. Ich verarbeite sehr viel damit“, sagt sie. Ein Hobby, das sie auch dringend anderen Menschen empfiehlt: „Es baut so einen Druck ab. Dann ist es auf dem Papier, man muss es ja nicht veröffentlichen, wenn man nicht möchte. Für mich ist das wie Medizin. Ich schreibe immer, egal wie es mir geht, und wenn es nur ein paar Sätze am Tag sind. Ich möchte das nicht missen.“

Buch zum Thema Freundschaft geplant

Wenn sie doch mal einen Hänger beim Schreiben hat, denkt Kesse über die konkrete Frage nach, wenn sie zu Bett geht, und versucht mit dieser Frage einzuschlafen. Diese Technik wendet sie auch für ihr neues Buch „Wie ein Regenbogen an dunklen Tagen“ an, das sich dem Thema Freundschaft widmet und schon im April erscheinen wird. „Am nächsten Morgen habe ich die Antwort. Das klappt immer“, sagt die Autorin.

Momentan ist Petra Kesse mit der Volkshochschule im Gespräch, die gerne möchte, dass sie ihr Wissen über das Geschichtenschreiben und sie selbst zu verlegen in zwei Kursen Interessierten näherbringt. Wer sich also von ihr inspiriert fühlt, kann sich so hoffentlich bald in diesem Rahmen mit ihr austauschen.

Kesses Bücher erscheinen im Selbstverlag bei Books on Demand. Bezugsquellen und nähere Informationen über die Autorin gibt es auf ihrer Webseite www.petrakesse-autorin.de.